13.07.2012
Unglück am Mont Blanc
Abenteurer Arved Fuchs kritisiert Massentourismus
Mont Blanc: Beliebtes Ziel der Bergsteiger
Berlin - Nach dem Lawinenunglück am Mont-Blanc-Massiv mit neun toten Bergsteigern hat der Abenteurer Arved Fuchs den Massentourismus auf alpinen Gipfeln kritisiert. "Die Natur wird degradiert zu einer Art Freizeitpark", sagte er am Freitag im ZDF-Morgenmagazin. Auch wenn die Motivation in diesem Fall eine andere gewesen sein könne, sehe er eine bedenkliche Tendenz zu einer Art Wettbewerb: "Man möchte sich schmücken mit Gipfeln und geografischen Positionen." Da sei der Wunsch häufig stärker als die eigenen Fähigkeiten. Am Mont Blanc in Frankreich waren am Donnerstag neun Bergsteiger umgekommen, darunter drei Deutsche.
"Kein Mensch muss auf den Mont Blanc", sagte Fuchs. "Es kann auch der Brocken im Harz sein - man muss wissen, wo man leistungsmäßig steht und was man sich zutraut." Im Reisebüro könne man Expeditionen auf den Mount Everest und zum Nord- oder Südpol buchen, nicht aber die für solche Touren notwendigen Fähigkeiten. "Diese Rechnung geht eben nicht auf."
Niemand sei gegen Unfälle im Alpinbereich gefeit. Dort gebe es immer Restrisiken, die aber häufig kleingeredet würden. "Dieses Bagatellisieren von Gefahren, das ist völlig unangebracht. Für den aktuellen Fall am Mont-Blanc-Massiv könne er aber keine Rückschlüsse ziehen, ob die Bergsteiger fahrlässig gehandelt hätten. Es deute eher auf ein Unglück hin, sagte er.
dpa