Lade Daten...
02.12.2012
Schrift:
-
+

Neue Billighotels

Schraubst du noch - oder schläfst du schon?

A-ja Resorts

Modernes Design trotz günstigem Preis: Mit diesem Versprechen an ihre Gäste sind schon einige Hotelketten erfolgreich durchgestartet. Bald mischen auch Ikea, Aja-Resorts und Travel24 mit. Die wichtigsten Konzepte im Budgetsegment.

Billigherbergen boomen - immer weniger Urlauber und Geschäftsreisende haben Lust, ein kleines Vermögen für ein Nachtquartier auszugeben, das sie nur ein paar Stunden nutzen. Vor allem in Großstädten locken Hotelketten mit genormtem Standard, modernem Design und günstigen Preisen. Nun soll die Budgetidee auch preisbewusste Strandurlauber und Wellness-Fans begeistern. Dies sind die wichtigsten Anbieter:

Travel 24: Reiseportal wird Hotelkette

"Budgethotels liegen im Trend. Die Gäste wollen Komfort, Ambiente und Kreativität an attraktiven Standorten zu bezahlbaren Preisen", stellt der aktuelle Branchenbericht des deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) fest. Diese Einschätzung teilt das Online-Reiseportal Travel 24, das in den Betrieb von Budget-Design-Hotels einsteigen will. Geplant sind mittelfristig bis zu 25 Hotels in deutschen Großstädten. Für die entsprechende Auslastung sollen nicht zuletzt die eigenen Buchungsseiten sorgen. Den Anfang werden 2013 Häuser in Köln und Leipzig machen.

A-ja-Resorts: Wellness günstiger

A-ja-Resorts wollen den Beweis antreten, dass auch ein Wellnessurlaub in der Budget-Variante erholsam ist. "Genau wie ein teures Hotel, nur günstig" - hinter der Idee eines "Volkshotels" steht Horst Rahe, Gründer der Aida-Kreuzfahrtreederei. Dazu entsteht direkt neben dem Fünfsternehotel Neptun in Warnemünde gerade ein neuer zehnstöckiger Bau. Zu Ostern soll das erste A-ja-Resort mit 233 Zimmern direkt an der Strandpromenade, mit einem 4000 Quadratmeter großen Seebad, einem Restaurant und zwei Bars eröffnen.

Das "Kingsize-Zimmer mit dem Wohngefühl einer Suite" inklusive Komfortbett, Fernseher und großer Regendusche kostet ab 39 Euro pro Person im Doppelzimmer. Extras - sogenannte A-ja Ups wie Halbpension, Besuch des Spa-Bereichs mit Pool, Sauna und Fitness - können nach Wunsch dazu gebucht werden. 2013/14 sollen vier weitere Resorts in Deutschland folgen.

Ikea Hotels: Das Billy unter den Herbergen

Das Billighotel-Segment erscheint auch der schwedischen Möbelkette Ikea viel versprechend: Die Schwestergesellschaft Inter Ikea will schon 2013 erste Budget-Design-Hotels in Deutschland eröffnen, bald sollen es hundert Hotels in ganz Europa werden. Wo genau das erste Ikea-Hotel eröffnen wird, steht noch nicht fest. Der Kolumnist Harald Schmidt kommentierte die Pläne schon mal mit der Frage: "Schraubst du noch - oder schläfst du schon?"

Smartline: Neckermann macht's möglich

Den smarten - sprich preisbewussten - Urlauber hat auch Neckermann-Reisen mit einem neuen Hotelkonzept im Blick. "Bunter Urlaub für wenig Geld" ist im kommenden Sommer in 22 Hotels in Griechenland, Spanien, Türkei, Ägypten und Bulgarien buchbar. Die Smartline-Hotels im Drei- und Viersternebereich bieten Basisausstattung, Lifestyle und ein gutes Preisniveau. Alle Häuser verfügen über ein Restaurant, einen Pool und liegen in Strandnähe, das maximale Preisniveau liegt - je nach Zielgebiet - zwischen 25 und 40 Euro pro Tag. Allen gemeinsam ist unter dem Motto "Colour me!" ein "unverwechselbares Design".

B&B Hotels: Bett und Parkplatz

Bereits 1998 eröffneten B&B Hotels ihr erstes Haus in Deutschland, mittlerweile gibt es 47, und zehn weitere sind in Planung. Das Konzept setzt auf "größtmöglichen Komfort" zu einem "vernünftigen Preis-Leistungsverhältnis" - also Luxus, der auf das Wesentliche reduziert ist. Ein Einzelzimmer kostet ab 36 Euro, ein Doppelzimmer ab 44 Euro, und ein Familienzimmer mit bis zu vier Betten ist ab 60 Euro buchbar. Wlan ist ebenso im Preis inklusive wie ein Pay-TV-Angebot mit 15 Kanälen und ein Parkplatz. Check-in ist rund um die Uhr an Automaten möglich, Frühstück kostet 7,50 Euro extra.

Motel One: Zimmer mit Regendusche

"Viel Design für wenig Geld" ist das Motto der Hotelkette Motel One. Ab 49 Euro pro Doppelzimmer und Nacht erwartet die Gäste ein Doppelbett, ein Flachbildfernseher, Wlan und ein in dunklem Granit gehaltenes Bad mit einer sogenannten Raindance-Dusche. Statt Rezeption, Bar und Frühstücksraum gibt es die "OneLounge". Dort ist für 7,50 Euro auch Frühstück erhältlich. Bis zum Jahresende wird die Zahl der Hotels in Deutschland, Österreich und Großbritannien auf 42 ansteigen, weitere Häuser - etwa in Rostock und an der Frankfurter Messe - sind in Planung. Bis 2014, so das Ziel, sollen es 60 Hotels mit 13.500 Zimmern sein.

Ibis Budget: Cocooning im Plastikzimmer

Auch bei Accor, der größten europäischen Hotelgesellschaft, weisen die günstigsten Vertriebsschienen die höchsten Zuwachsraten auf. Die bisherige Billigmarke Etap wurde im vergangenen Jahr in Ibis Budget umbenannt, dazu zählen 74 Häuser in Deutschland. Warme Farben, viel Licht und gute Matratzen sowie ein Flachbildfernseher und Wlan sollen eine angenehme Cocooning-Atmosphäre schaffen. Gut die Hälfte der Hotelzimmer präsentieren sich bereits in dem neuen Design - bis 2014 sind die Renovierungen abgeschlossen.

Ein Doppelzimmer - mit einem integrierten Etagenbett für Kinder ab sechs Jahren - kostet ab 29 Euro pro Nacht, ein Frühstück 7,50 Euro. Für den gleichen Preis kann man auch in einem der fünf deutschen Formule-1-Hotels einchecken, muss sich dabei aber mit anderen Gästen einen Waschraum teilen.

Holiday Inn Express: Drei Sterne und fünf Kopfkissen

Bei der Hotelgruppe Intercontinental soll der Glanz höherklassiger Hotels auf die Budget-Tochter Holiday Inn Express abfärben. Über 200 Hotels gibt es derzeit in Europa, knapp 40 weitere sind in Planung. Letzter Neuzugang in Deutschland ist das Holiday Inn Express in Augsburg, das Ende Oktober eröffnet hat. In den ansprechend eingerichteten Zimmern befindet sich neben Bad und Fernseher auch ein Wasserkocher, der Gast hat die Wahl zwischen fünf verschiedenen Kopfkissenvarianten. Das Frühstück ist im Übernachtungspreis ab 69 Euro pro Zimmer inbegriffen.

Easyhotels: Preisalarm in Orange

Parallelen zwischen dem Boom der Billigflieger und dem Hotelsektor offenbaren die Easyhotels: Dem Unternehmer Stelios Haji-Ioannou, dessen Low-Cost-Airline Easyjet von Großbritannien aus die Lüfte erobert hat, gehören 19 - in leuchtendem Firmenorange gehaltene - Hotels. Ähnlich wie bei den Flugtickets hängt der Preis von der Nachfrage ab. Eine Übernachtung in London ist ab 29 Pfund (etwa 36 Euro) buchbar, in Berlin ab 25 Euro und in Porto, Sofia und Budapest ab 19 Euro.

Sibylle von Kamptz/srt/abl

MEHR AUF SPIEGEL ONLINE

MEHR IM INTERNET

Verwandte Themen

Artikel

News verfolgen

Lassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Reise
Twitter RSS
alles zum Thema Hotels
RSS
Rubriken

© SPIEGEL ONLINE 2014 Alle Rechte vorbehalten