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06.12.2012
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Deutsche Bahn im Advent

Preise rauf, Pünktlichkeit runter

DPA

Fahrkartenautomat: Die Bahn erhöht wieder mal die Preise

Zum zweiten Advent beschert die Deutsche Bahn ihren Kunden eine Preiserhöhung um weit mehr als zwei Prozent. Kritiker bezweifeln die Begründung der gestiegenen Stromkosten und klagen über geringe Zuverlässigkeit.

Berlin - Am zweiten Advent ist es wieder soweit: Die Deutsche Bahn wechselt ihren Fahrplan und zugleich erhöht sie die Preise - wie fast in jedem Jahr. Das ärgert die Fahrgäste, und Verbraucherschützer halten die Ticketpreise zumindest für überzogen. Zumal sich das Angebot für die Kunden an diesem Sonntag kaum verbessert, wenn das Staatsunternehmen im Durchschnitt 2,8 Prozent mehr für seine Fahrscheine verlangt. Die Bahn rechtfertigt das mit gestiegenen Stromkosten, legt ihre Kalkulation aber nicht offen.

Bahn-Kritiker Anton Hofreiter von den Grünen weist auf Vorteile des Großkunden bei der Strombeschaffung hin. Die Bahn profitiere seit Monaten von sinkenden Strompreisen. "Sie freut sich darüber, dass der Großhandelspreis sinkt, und gegenüber den Kunden begründet sie die steigenden Ticketpreise mit steigenden Strompreisen", schimpft der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses in der ZDF-Sendung "Frontal 21".

Feststeht, dass sich Bahnfahren nach einem Umbau des Preissystems seit Ende 2003 um rund 35 Prozent verteuert hat, während die Verbraucherpreise - laut Index des Statistischen Bundesamts - insgesamt nur um 16,3 Prozent stiegen. Umgerechnet sind das pro Jahr im Durchschnitt 3,4 Prozent Preisaufschlag für Bahntickets im Vergleich zu 1,7 Prozent Teuerungsrate. Die Deutsche Bahn macht eine andere Rechnung auf: Ihr Preisniveau sei 2003 um 12 Prozent gesenkt worden. Wenn man das berücksichtige, liege sie mit ihren Anhebungen nicht über der Inflationsrate.

Ohne Extraticket zum Startbahnhof

"Die Qualität ist nicht so, als dass man eine Preiserhöhung rechtfertigen könnte", sagt Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn. Er meint damit vor allem die vielen Zugverspätungen, die auch die jüngste Statistik der Bahn belegt. Demnach waren im Oktober 27,4 Prozent der Fernzüge mit Verspätung unterwegs. Im März lag diese Quote noch bei 14,4 Prozent.

"Solange die Bahn das nicht im Griff hat, kann sie nicht mehr Geld verlangen", moniert Naumann. Sie solle wie zuletzt lieber noch mehr Fahrgäste gewinnen und so die Einnahmen erhöhen. Im ersten Halbjahr ist die Fahrgastzahl um vier Prozent gestiegen.

Der höchste Preis für eine Strecke im ICE steigt am Sonntag von 135 auf 139 Euro. Das betrifft etwa die Fahrt von Hamburg nach München. Die Strecke Stuttgart-München verteuert sich um einen Euro von 54 auf 55 Euro. BahnCards kosten durchschnittlich 2,4 Prozent mehr.

Die BahnCard 25 gibt es dann für 60 Euro (bisher 59 Euro), die BahnCard 50 für 247 Euro (bisher 240 Euro). Neu: In 120 deutschen Städten können BahnCard-Inhaber mit dem öffentlichen Nahverkehr ohne Extraticket zum Startbahnhof fahren. Bislang war das nur am Zielort möglich.

Vom 9. Dezember an will die Bahn freitags und sonntags ein paar Züge mehr einsetzen. Davon sollen Wochenendpendler auf stark genutzten Verbindungen profitieren, etwa auf der Strecke Hamburg-Köln oder Köln-Hannover-Berlin. "Kleine punktuelle Entlastungen", sagt Naumann dazu. Auf der Intercity-Linie Stuttgart-Köln-Hamburg setzt die Bahn die ersten von 770 Wagen ein, die bis 2014 eine neue Inneneinrichtung bekommen. Das ist kein Zufall: Seit Ende Juli pendelt der Bahnkonkurrent HKX zwischen Köln und Hamburg.

Kaum Ersatz im Winternotfall

Nicht eingesetzt werden können acht nagelneue ICE von Siemens. Sie sind bei Testfahrten durchgefallen, die Software für die Zugsteuerung erwies sich als mangelhaft. Der Bahn fehlt deshalb im Fernverkehr eine Winterreserve. Sollten bei Schnee und Eis viele Züge ausfallen, hat sie kaum Ersatz.

Im Schienennetz gibt es ab Sonntag zwei wesentliche Verbesserungen. Der Katzenbergtunnel südlich von Freiburg im Breisgau wird den grenzüberschreitenden Güterverkehr mit der Schweiz beschleunigen. Und zwischen Hildesheim und Braunschweig verschwindet ein 34 Kilometer langes eingleisiges Nadelöhr.

Bernd Röder/dpa/abl

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insgesamt 27 Beiträge
1. Fehler in der Überschrift
Ex-Kölner 06.12.2012
Das heißt nicht Deutsche Bahn - das heißt Saftladen...
Das heißt nicht Deutsche Bahn - das heißt Saftladen...
2. Die Bahn soll...
blickpol 06.12.2012
Die Bahn soll dies, die Bahn müsste das.... Sie tut es aber nicht und dahinter stehen Menschen, die es nicht tun. Was nützt mir als Bahnkunde die fromme Wissenschaft der noch offenen Möglichkeiten, wenn auf der anderen Seite [...]
Die Bahn soll dies, die Bahn müsste das.... Sie tut es aber nicht und dahinter stehen Menschen, die es nicht tun. Was nützt mir als Bahnkunde die fromme Wissenschaft der noch offenen Möglichkeiten, wenn auf der anderen Seite nur Habgierige stehen, denen es völlig egal ist, ob Mutti zu Weihnachten besucht werden kann oder der studierende Enkel ohnehin seine letzten Kröten zu sparen versucht hat und nicht weiß, fährt überhaupt ein Zug? Egal, das Ticket ist wieder teurer geworden, Ersatz gibt´s dann auch nicht. Wir alle haben diese Habgier gezüchtet und dieses Gehabe vom überrascht sein: Im Winter fällt der Bahn auf, dass es kalt werden könnte, was die Züge am fahren hindern soll und im Sommer kommt auf einmal die Hitze! Na sowas, wie kann das denn passieren? Auf den Schreck erst mal die Preise erhöhen! Ich würde hoffen wollen, dass der absolute Tiefpunkt bei der Bahn erreicht ist, aber leider hat sie noch ein paar Möglichkeiten. Das geht doch nur mit Menschen, die auf die Bahn angewiesen sind und solange es die gibt und die angeblichen Ökos, die in diesem Fall nicht nur unökologisch, sondern auch egoistisch sind, solange wird Big Boss hinter der Bahn sein Verhalten nie ändern. Verabredet euch doch mal per Internet, dass einen Monat lang niemand ein Ticket kauft und verklagt die Bahn wegen Körperverletzung, wenn sie euch aus dem Zug wirft, ich bin sicher, dann wird mal laut nachgedacht, ob es auch anders gehen kann.
3. Politik schaut zu
rainer_daeschler 06.12.2012
Die Bahn, ein Staatsunternehmen, das inzwischen heruntergewirtschaftet wurde. Die Politik versteckt sich dahinter, dass die Bahn seit 1994 eine Aktiengesellschaft sei. Dabei entsendet der Bund 3 Aufsichtsräte und stellt die [...]
Die Bahn, ein Staatsunternehmen, das inzwischen heruntergewirtschaftet wurde. Die Politik versteckt sich dahinter, dass die Bahn seit 1994 eine Aktiengesellschaft sei. Dabei entsendet der Bund 3 Aufsichtsräte und stellt die Hauptversammlung alleine. Wann wird die Politik merken, dass sie hier verantwortlich ist?
4. pssst!
angst+money 06.12.2012
Das passiert immer wenn man sagt "schlimmer kann es eigentlich nicht mehr werden"
Das passiert immer wenn man sagt "schlimmer kann es eigentlich nicht mehr werden"
5.
Zündkerze 06.12.2012
Die Bahn kann doch ihre Preise erhöhen wie, wann und warum sie will. Eine Begründung ist doch nur Zugabe. Was soll also dieser Artikel und ein Forum dazu ? Soll der SPON doch mal Vorschläge machen was er besser machen [...]
Zitat von sysop<div class="spClearfix"><span class="sysopImage"><img src="http://cdn2.spiegel.de/images/image-434625-thumb-xquy.jpg" /><span class="spCredit">DPA</span></span><span id="sysopText">Zum zweiten Advent beschert die Deutsche Bahn ihren Kunden eine Preiserhöhung um weit über zwei Prozent. Kritiker bezweifeln die Begründung der gestiegenen Stromkosten und klagen über geringe Zuverlässigkeit. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/preiserhoehung-bei-der-bahn-a-871359.html</span></div>
Die Bahn kann doch ihre Preise erhöhen wie, wann und warum sie will. Eine Begründung ist doch nur Zugabe. Was soll also dieser Artikel und ein Forum dazu ? Soll der SPON doch mal Vorschläge machen was er besser machen würde. Ich würde lieber mal einen Artikel lesen wollen warum (Billig)Fluglinien vom Steuerzahler subventioniert werden, auch von denen die nicht fliegen.

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