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Reise

BGH-Urteil

Kreuzfahrt-Kündigung wegen Aschewolke ist zulässig

Wer aus Gründen höherer Gewalt seine Reise nicht antreten kann, muss bei einer Kündigung keine Stornokosten zahlen. So hat der Bundesgerichtshof im Falle eines Kreuzfahrtgastes entschieden. Dessen Urlaubspläne machte der Vulkan Eyjafjallajökull zunichte.

Mittwoch, 19.12.2012   11:17 Uhr

Karlsruhe - Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Rechte von Individualurlaubern gestärkt, die gebuchte Reisen wegen höherer Gewalt nicht antreten konnten. Sie müssen keine Stornokosten bezahlen, wenn sie etwa eine Kreuzfahrt in Übersee wegen eines Flugverbots nicht rechtzeitig erreichen, wie der BGH in einem am Dienstag verkündeten Urteil entschied.

Hintergrund ist das im April 2010 über große Teile Europas verhängte Flugverbot, das eine von dem isländischen Vulkan Eyjafjallajökull ausgestoßenen Aschewolke verursacht hatte. Der Kläger hatte in einem Reisebüro für sich und seine Ehefrau eine Karibik-Kreuzfahrt gebucht und gesondert davon Flüge zum Ausgangshafen in Fort Lauderdale gekauft.

Wegen des Flugverbots, das die Aschewolke aus dem isländischen Vulkan ausgelöst hatte, konnte der Kläger das Schiff nicht erreichen. Er kündigte deshalb den Vertrag über die Kreuzfahrt einen Tag vor Beginn und sollte Stornogebühren von 90 Prozent des Reisepreises zahlen.

In solchen Fällen könne der Reisevertrag wegen "höherer Gewalt" ohne Stornogebühren gekündigt werden, urteilte der BGH. "Hier konnte die Kreuzfahrt als solche zwar durchgeführt werden, an ihr teilzunehmen war den Reisenden jedoch offensichtlich nicht möglich, zumindest aber erheblich erschwert."

BGH, Aktenzeichen X ZR 2/12

abl/AFP/dpa

insgesamt 3 Beiträge
philip2412 19.12.2012
1. optional
Da würd`mich doch mal interessieren,wie die anderen Kreuzfahrtteilnehmer an Bord gekommen sind ?
Da würd`mich doch mal interessieren,wie die anderen Kreuzfahrtteilnehmer an Bord gekommen sind ?
Hamberliner 20.12.2012
2.
Von ihrem jeweiligen Zuhause in den USA. Bis da reichte die Aschewolke doch nicht. Die Fahrt ging a) ab Fort Lauderdale und war b) als Karibikfahrt (ohne Kulturziele, noch nicht einmal Landgang?) eher für US-Amerikaner als [...]
Zitat von philip2412Da würd`mich doch mal interessieren,wie die anderen Kreuzfahrtteilnehmer an Bord gekommen sind ?
Von ihrem jeweiligen Zuhause in den USA. Bis da reichte die Aschewolke doch nicht. Die Fahrt ging a) ab Fort Lauderdale und war b) als Karibikfahrt (ohne Kulturziele, noch nicht einmal Landgang?) eher für US-Amerikaner als Europäer typisch.
JaguarCat 21.12.2012
3. Recht so!
Reiseunternehmen können auch ohne Stornokosten und Schadensersatz einen Reisevertrag kündigen, wenn sie diesen wegen höherer Gewalt (Streik, Aschewolken, Flughafen gesperrt etc. pp.) nicht erfüllen können. Das gilt dann im [...]
Reiseunternehmen können auch ohne Stornokosten und Schadensersatz einen Reisevertrag kündigen, wenn sie diesen wegen höherer Gewalt (Streik, Aschewolken, Flughafen gesperrt etc. pp.) nicht erfüllen können. Das gilt dann im Umkehrschluss auch für die Reiseteilnehmer. Jag

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