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17.01.2013
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Alptraum Dreamliner

Deutsche Passagiere von Pannen-Boeing kaum betroffen

AP/The Huntsville Times

Die Dreamliner von Boeing müssen am Boden bleiben. Doch deutsche Passagiere brauchen sich darüber kaum Gedanken machen. Wer jedoch von den Flugausfällen betroffen ist, hat Pech gehabt - ein Recht auf Ausgleichszahlungen gibt es nicht.

Frankfurt am Main - Aus der Traum vom Flug mit dem Dreamliner: Passagiere, die einen Flug mit Boeings modernstem Jet gebucht hatten, müssen erst mal mit einer anderen Maschine vorlieb nehmen. Als Reaktion auf eine Pannenserie sprachen mehrere Luftfahrtbehörden ein Flugverbot für den "Traumflieger" aus. Passagiere aus Deutschland betrifft der Ausfall kaum.

Die japanische All Nippon Airways muss zwar 24 Flüge am Freitag streichen - allerdings alle innerhalb Japans. Mit dem Dreamliner war nur eine Europa-Verbindung täglich geplant, und zwar von Frankfurt am Main nach Tokio. Die Strecke übernehme jetzt eine andere Maschine, sagte ein Sprecher der Airline. An der Abflugzeit oder dem bereits ausgedruckten Ticket ändere sich nichts. "Die Passagiere müssen sich nur damit abfinden, dass sie nicht mit der allerneuesten Businessausstattung fliegen."

Japan Airlines und die US-Fluggesellschaft United Airlines setzen nach Angaben der Sprecher keine Dreamliner auf Strecken von und nach Europa ein. Die polnische Fluglinie Lot fliegt die Strecken Warschau-Chicago und Warschau-Peking mit dem Pannen-Jet. Auf der Strecke in die USA setzt das Unternehmen einem Sprecher zufolge eine andere Maschine ein, wobei sich die Flugzeit nicht ändert. Passagiere nach China würden auf andere Flüge umgebucht. Air India setzt den Flieger auf den Strecken von Neu-Delhi nach Frankfurt und Paris ein. Beide Verbindungen werden für die Zeit des Flugverbots mit anderen Maschinen bedient.

Sollten Passagiere wegen des Dreamliner-Ausfalls deutlich später als geplant an ihr Ziel kommen, steht ihnen keine Entschädigung zu. Die EU-Fluggastrechte-Verordnung sieht generell zwar eine Ausgleichszahlung für Verspätungen von mehr als drei Stunden vor. Doch in diesem Fall greift die Regel nicht, weil die Airlines nicht schuld an der Misere sind.

Darauf weist die Reiserechtlerin Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg hin. Komme es wegen des Dreamliner-Ausfalls zu Verspätungen von mehr als zwei Stunden, müsse sich die Airline um die Betreuung der Wartenden kümmern. Sie bekommen Getränke, Essensgutscheine und im Notfall ein Hotelzimmer.

dkr/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
1. Ausgleichszahlungen
eigene_meinung 17.01.2013
Hier irrt die Reiserechtlerin (oder wird sie von den Airlines gesponsort?). Es geht bei den Ausgleichszahlungen nicht um Schuld oder Unschuld der Airlines, sondern darum, ob ein außergewöhnlicher Umstand vorliegt. [...]
Zitat von sysopAP/The Huntsville TimesDie Dreamliner von Boeing müssen am Boden bleiben. Doch deutsche Passagiere brauchen sich darüber kaum Gedanken machen. Wer jedoch von den Flugausfällen betroffen ist, hat Pech gehabt - ein Recht auf Ausgleichszahlungen gibt es nicht. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/dreamliner-boeing-787-deutsche-passagiere-kaum-betroffen-a-878177.html
Hier irrt die Reiserechtlerin (oder wird sie von den Airlines gesponsort?). Es geht bei den Ausgleichszahlungen nicht um Schuld oder Unschuld der Airlines, sondern darum, ob ein außergewöhnlicher Umstand vorliegt. Technische Mängel werden jedoch nach geltendender Rechtsprechung in der Regel nicht als außergewöhnlicher Umstand anerkannt.
2.
Hans58 18.01.2013
Die Dame hat im Grundsatz recht. EU-Richtlinie:http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2004:046:0001:0007:de:PDF BGH Urteile vom 21.08.2012, X ZR 138/11 u X ZR 146/11 Und wenn die technischen Mängel [...]
Zitat von eigene_meinungHier irrt die Reiserechtlerin (oder wird sie von den Airlines gesponsort?). Es geht bei den Ausgleichszahlungen nicht um Schuld oder Unschuld der Airlines, sondern darum, ob ein außergewöhnlicher Umstand vorliegt. Technische Mängel werden jedoch nach geltendender Rechtsprechung in der Regel nicht als außergewöhnlicher Umstand anerkannt.
Die Dame hat im Grundsatz recht. EU-Richtlinie:http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2004:046:0001:0007:de:PDF BGH Urteile vom 21.08.2012, X ZR 138/11 u X ZR 146/11 Und wenn die technischen Mängel darauf zurück zu führen sind, dass die Airline versagt hat, dann ist eine Ausgleichszahlung fällig. Für den vorliegenden Fall ist allerdings festzustellen, dass die technischen Probleme dem Hersteller und nicht der Airline anzulasten sind, Ausgleichszahlungen damit hinfällig. Anzumerken ist außerdem, dass diese Zahlungen nur dann zu leisten sind, wenn Start- oder Ziel-Flughafen in Europa liegen. Ein deutscher Passagier, der von Tokio nach New York fliegt hat Pech, wenn die Maschine zig Stunden Verspätung hat oder ausfällt. Zum Thema: Dass deutsche Passagiere kaum betroffen sind, liegt auf der Hand, wenn man sich die Fluggesellschaften betrachtet, die den "Dramaliner" einsetzen. In Europa hat lediglich die LOT zwei dieser Maschinen und eine steht jetzt "nutzlos" in Chicago am Boden.
3. optional
grzz 19.01.2013
Hmmm, soweit ich weiss, setzt doch Qatar Air den Dreamliner für die Strecke München - Doha ein. Etwas Eigenrecherche wäre gelegentlich doch nett...
Hmmm, soweit ich weiss, setzt doch Qatar Air den Dreamliner für die Strecke München - Doha ein. Etwas Eigenrecherche wäre gelegentlich doch nett...
4.
Hans58 19.01.2013
Ja, ja, soweit ich weiß und Eigenrecherche!!! Wüssten Sie es oder hätten Sie Eigenrecherche durchgeführt, hätten Sie locker und leicht herausfinden können, dass der erste Flug am 1. Februar 2013 vorgesehen ist [...]
Zitat von grzzHmmm, soweit ich weiss, setzt doch Qatar Air den Dreamliner für die Strecke München - Doha ein. Etwas Eigenrecherche wäre gelegentlich doch nett...
Ja, ja, soweit ich weiß und Eigenrecherche!!! Wüssten Sie es oder hätten Sie Eigenrecherche durchgeführt, hätten Sie locker und leicht herausfinden können, dass der erste Flug am 1. Februar 2013 vorgesehen ist (vermutlich muss man die Vergangenheitsform nun wählen, "war")

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