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Deutsche Bahn

Mehr Verspätungen wegen fehlender Fernzüge

Die Deutsche Bahn hat ein Pünktlichkeitsproblem - und das hat einem Bericht zufolge immer häufiger mit fehlenden oder defekten Fernzügen zu tun.

DPA

Anzeigetafel der Deutschen Bahn (Symbolbild)

Mittwoch, 11.07.2018   11:00 Uhr

Verspätungen bei der Deutschen Bahn sind laut einem Zeitungsbericht immer häufiger auf fehlende oder defekte Fernzüge zurückzuführen. Wie die "Rheinische Post" unter Berufung auf eine Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion berichtete, lässt sich ein größer werdender Teil der Verspätungsminuten im Fernverkehr mit Störungen an Fahrzeugen und Lokomotiven erklären.

Demnach führte die Bahn in den ersten vier Monaten des Jahres knapp zwölf Prozent aller Verspätungen auf Störungen an den Fahrzeugen zurück. Im vergangenen Jahr seien es nur knapp elf Prozent und im Jahr 2015 erst neun Prozent gewesen.

Auf Materialermüdung oder schlicht fehlende Züge deute auch eine weitere Zahl hin, berichtete die Zeitung weiter. Knapp drei Prozent aller Verspätungen in den ersten Monaten 2018 erkläre die Bahn damit, dass Züge nicht rechtzeitig hätten bereitgestellt werden können. Im Vorjahr waren es demnach 2,3 Prozent und 2012 lediglich 0,8 Prozent.

SPIEGEL ONLINE; Quelle: Deutsche Bahn AG

Deutlich senken konnte die Bahn hingegen die Verspätungen aufgrund von Baustellen und Störungen im Bahnnetz. Aus der Antwort des Ministeriums geht hervor, dass Baustellen in den ersten vier Monaten 2018 nur noch vier Prozent aller Verspätungen verursachten - im Vorjahr waren es noch 5,2 Prozent. Auch das Warten auf Anschlusszüge löste zuletzt weniger Verspätungen aus als in den Jahren zuvor.

Die Pünktlichkeitsquote aller Züge lag in den ersten vier Monaten 2018 mit 78,6 Prozent nur geringfügig über der Quote von 2017 (78,5 Prozent). "Es ist gut, dass die Störungen im Bahnnetz zurückgehen. Das heißt aber leider noch nicht, dass die Verspätungen abnehmen", sagte Grünen-Verkehrspolitiker Matthias Gastel der Zeitung. Die Bahn müsse nun dringend neue Züge beschaffen und die Wartung verbessern. "Sonst wird das Ziel, 80 Prozent der Fernzüge pünktlich zu fahren, nicht mehr zu schaffen sein."

kry/AFP

insgesamt 6 Beiträge
marty_gi 11.07.2018
1. Granini
Wunschwert 80%? Das kriegen die nie hin, auch wenn es andernorts eher Werte um 90% gibt. Denn wenn man will, schafft man das auch. Bei der Bahn habe ich immer haeufiger das Gefuehl, die wollen ja eigentlich nicht. Und dann [...]
Wunschwert 80%? Das kriegen die nie hin, auch wenn es andernorts eher Werte um 90% gibt. Denn wenn man will, schafft man das auch. Bei der Bahn habe ich immer haeufiger das Gefuehl, die wollen ja eigentlich nicht. Und dann verkaufen sie auch noch Mogelpackungen - so viel zum Thema "fehlende Fernverkehrszuege". Da werden auf einer IC-Strecke in Zukunft alte ICE-Waggons eingesetzt, weil die "uebrig" seien, da man ja neue ICE-bekaeme. Und die alten IC-Wagen schon so alt seien. Die Fahrzeit wird sich dadurch nicht wirklich aendern, an der Strecke hat man ja nichts gemacht. Der Komfort steigt lediglich auf heute uebliches Niveau fuer den Fernverkehr (Steckdosen!!!) - die IC-Express Idee wird damit verraten und das Konzept voellig verwaessert. Der Kunde muss fuer die eigentlich gleiche Leistung wie frueher dann aber mehr zahlen - und der Bahn fehlen angeblich funktionierende Zuege fuer den Fernverkehr.... Komisch das....
cheiron 11.07.2018
2. Prozente
Wir lesen hier, dass der prozentuale Anteil an den Gesamt-Verspätungsminuten, der von defekten Fahrzeugen verursacht wurde, gestiegen ist. Gleichzeitig sei aber (erfreulicherweise?) der Anteil durch Baustellen und Netzstörungen [...]
Wir lesen hier, dass der prozentuale Anteil an den Gesamt-Verspätungsminuten, der von defekten Fahrzeugen verursacht wurde, gestiegen ist. Gleichzeitig sei aber (erfreulicherweise?) der Anteil durch Baustellen und Netzstörungen zurückgegangen. Das nun aber – ei der Daus – ist das mathematische Geheimnis relativer Zahlen: vermehrt sich der eine Teil, muss zwangsweise der andere (die anderen) kleiner werden. Denn mehr als 100 geht nicht. Interessant wäre es schon, das Ministerium hätte die absoluten Fallzahlen publiziert. Auch wenn der Anteil der Baustellen als Ursache jetzt geringer ist - trotzdem könnten in Wirklichkeit mehr Verspätungsminuten durch sie verursacht worden sein (gibt's da nicht eine Initiative von Bund und DB für mehr Instandhaltungen?). Wir wissen es nicht. Schon die DDR konnte wunderbar mit relativen Zahlen (Prozenten) Propaganda machen und verschwieg die absoluten. Aus gutem Grund.
modemhamster 11.07.2018
3. Hat Pofalla
das Problem schon für beendet erklärt? Wenn bei der Bahn nicht immer nur auf der Resterampe verramschte Altlasten aus Berlin deponiert würden, sondern mal ein faäiger Manager, dann würde das auch besser.
das Problem schon für beendet erklärt? Wenn bei der Bahn nicht immer nur auf der Resterampe verramschte Altlasten aus Berlin deponiert würden, sondern mal ein faäiger Manager, dann würde das auch besser.
agreatwaytofly 11.07.2018
4. Zu spät und überfüllt...
Ich kann meinem Vorredner nur Recht geben. Was qualifiziert einen Herrn Profalla eigentlich zu einer so komplexen Aufgabe? - Das Ergebnis erlebt man jeden Tag auf dem Bahnsteig. Ich finde es peinlich und beschämend für [...]
Ich kann meinem Vorredner nur Recht geben. Was qualifiziert einen Herrn Profalla eigentlich zu einer so komplexen Aufgabe? - Das Ergebnis erlebt man jeden Tag auf dem Bahnsteig. Ich finde es peinlich und beschämend für Deutschland, was die Bahn da jeden Tag abliefert. Gleichzeitig ist aber auch die Politik gefragt: Es kann nicht sein, dass Planfeststellungsverfahren zig Jahre dauern, ehe mal ein Schotterbett gefüllt werden darf - siehe RRX in NRW. Vielleicht kommen unsere Enkel noch in den Genuss einer Fahrt.
giostamm11 11.07.2018
5. 80% der Fernzüge ?
und der Rest? Ich bin kürzlich in der Schweiz mit dem ICE Interlaken-Ostbahnhof Berlin von Olten nach Basel gefahren. Zum Glück dauert das nur 20 min. Ein ICE auf einer internationalen Strecke. Komplett veraltet, versifft, [...]
und der Rest? Ich bin kürzlich in der Schweiz mit dem ICE Interlaken-Ostbahnhof Berlin von Olten nach Basel gefahren. Zum Glück dauert das nur 20 min. Ein ICE auf einer internationalen Strecke. Komplett veraltet, versifft, schmutzig, klapprig. Nur der Schein eines Möchtegern HG. Vorgestern mit dem Freccie1000 von Bologna nach Mailand mit 300 kmh. Ich rate jedem genau das zu tun um zu sehen wie hoffnungslos katastrophal die DB ist. Abfesehen von tiefstem Standard, würde die SBB nach deutschen Normen gemessen, 99% aller REISEN, inklusive Umsteigen wären pünktlich. Nach schweizer Standards (3 min über die gesamte Reise) schafft die SBB 87%. Ich möchte die DB nach schweizer Standards messen. Schon heute gilt die DB als die unpünktlichste aller schweizer Nachbarsstaaten. Dazu noch teuer, schmutzig und langsam. Geht nach Italien und lernt was Fernzüge heisst, was Komfort heisst, was schnelle Reisezeit heisst. Das sind Welten

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