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Reise

Easyjet in Deutschland

Hoffnung auf günstigere Flüge

Lufthansa und Eurowings haben Konkurrenz bekommen: Easyjet startet am Sonntag ihre innerdeutschen Linienflüge ab Berlin-Tegel. Die Briten haben Maschinen und Start- und Landerecht von Air Berlin übernommen.

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Easyjet-Maschine in München

Freitag, 05.01.2018   16:53 Uhr

Um 10.30 Uhr hob das Flugzeug mit der Flugnummer EZY5569 ab: Der erste Start einer Easyjet-Maschine vom Flughafen Berlin-Tegel war zugleich der erste innerdeutsche Flug der Airline und brachte die Passagiere nach München.

Nach dem feierlichen Erstflug am Freitag geht Easyjet an diesem Sonntag mit 15 Flugzeugen und 19 Strecken ab Tegel regulär an den Start, wie Deutschlandchef Thomas Haagensen ankündigte. Die Easyjet-Maschinen hoben bislang von Schönefeld ab.

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Easyjet-Erstflug ab Berlin-Tegel

Von Tegel aus bietet Easyjet Flüge in insgesamt vier deutsche Städte an: neben München auch nach Düsseldorf, Frankfurt am Main und Stuttgart. Bis zu achtmal täglich will Easyjet diese Strecken bedienen. Mit Zielen wie Wien, Zürich, Kopenhagen und Stockholm will die Fluglinie nach Worten von Haagensen verstärkt Geschäftsreisende ansprechen will.

Die anderen Flüge gehen nach Budapest, Fuerteventura, Helsinki, Paris, Rom, Sizilien, Madrid, Mallorca, Mailand, Paphos in Zypern und Tel Aviv. Zum Ende der Sommersaison sollen es dann mehr als 40 Strecken sein. "In einem Jahr werden wir voraussichtlich 15 Millionen Passagiere in Berlin haben", sagte Haagensen. Das wären dreimal so viele wie 2016.

Damit bekommen der Marktführer Lufthansa und seine Billigflugtochter Eurowings mehr Wettbewerb, und Flugreisende können innerhalb Deutschlands wieder auf günstigere Ticketpreise hoffen. Mitte Dezember hatte Easyjet die in Tegel stationierten 25 Maschinen der insolventen Air Berlin übernommen einschließlich der wichtigen Start- und Landerechte.

Rund tausend neue Easyjet-Mitarbeiter in Berlin

Lufthansa und Eurowings waren für gestiegene Preise auf Inlandsstrecken nach der Pleite von Air Berlin kritisiert worden. Der deutsche Marktführer hatte das zurückgewiesen mit dem Argument, das computergestützte Preisfindungssystem nicht geändert zu haben. Das Bundeskartellamt prüft dennoch die Preisgestaltung. Es gehe darum festzustellen, ob Lufthansa "ihre neue Macht missbraucht und die Preise unangemessen heraufsetzt" habe, hatte Kartellamtspräsident Andreas Mundt Ende Dezember der "Süddeutschen Zeitung" gesagt.

Der Berliner Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup erklärte, mit der Expansion nach Tegel baue Easyjet seine "starke Stellung in Berlin aus". Im ZDF-"Morgenmagazin" sagte er zudem, damit bringe der Billigflieger wieder Konkurrenz auf Strecken vor allem in Deutschland. Mit Easyjet komme eine sehr wettbewerbsstarke Fluggesellschaft nach Tegel, das sei für die Kunden eine "sehr gute Nachricht", sagte Lütke Daldrup mit Blick auf mögliche Preissenkungen für Tickets.

Er begrüßte Easyjet in Tegel, nachdem die Briten seit 2004 bereits in Schönefeld aktiv sind. Bis zur geplanten Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg (BER) werde Tegel "noch wertvolle Dienste leisten", sagte Lütke Daldrup. Mit seiner Infrastruktur sei aber nur der BER in der Lage, mehr Langstreckenverkehr für den Luftfahrtstandort Berlin zu entwickeln.

"Wir freuen uns darauf, alle unsere Aktivitäten in Berlin am Flughafen Berlin-Brandenburg zusammenzulegen, sobald der Flughafen im Oktober 2020 eröffnet", sagte Haagensen mit Blick auf das geplante Eröffnungsdatum des BER. Berlin werde dann die zweitgrößte Basis von Easyjet sein. In Tegel will Easyjet bis September auch rund tausend neue Mitarbeiter einstellen, vorzugsweise ehemalige Angestellte von Air Berlin. Das Unternehmen werden dann bis zu 1700 Menschen in Deutschland beschäftigen.

Easyjet vermeldete mit 81,6 Millionen beförderten Passagieren im gesamten Jahr 2017 einen neuen Rekord. Der Anstieg der Passagierzahlen betrug damit 9,6 Prozent, wie das Unternehmen mitteilte. Die Auslastung lag bei 93 Prozent - das war ein Anstieg von 1,6 Prozent. Für 2018 strebt Easyjet das Ziel von 90 Millionen Passagieren an, das wäre ein neuer Rekord.

Mehr Verbindungen ab Berlin bei Eurowings

Auch Eurowings baut ihr Angebot im größeren der beiden Hauptstadtflughäfen aus. Vom 18. Januar an bietet die Gesellschaft Flüge ab Tegel nach München an. In Europa kommen Helsinki, Kopenhagen, Göteborg, Stockholm, Budapest, Krakau, Lanzarote, Fuerteventura, Teneriffa, Gran Canaria, Alicante, Málaga, Mailand und Funchal auf Madeira hinzu. Insgesamt sind das 15 Ziele.

Die Air-Berlin-Pleite hatte 2017 das langjährige Wachstum in Tegel gestoppt. Die Betreiber zählten dort 20,5 Millionen Passagiere, 3,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Dank Schönefeld gab es an den beiden Berliner Flughäfen zusammen mehr als 33,3 Millionen Passagiere, ein kleines Plus von 1,3 Prozent. Die letzte Air-Berlin-Maschine war am 27. Oktober 2017 von München kommend in Tegel gelandet.

dpa/AFP/Reuters/abl

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