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London

Flughafen Heathrow nimmt Betrieb nach Drohnensichtung wieder auf

An Europas größtem Flughafen London-Heathrow hat eine Drohnensichtung den Flugverkehr gestört. Der Betreiber stoppte zunächst alle Starts. Inzwischen wurde die Flüge wieder aufgenommen.

Dienstag, 08.01.2019   19:05 Uhr

Eine Drohnensichtung nahe des Londoner Flughafens Heathrow hat den Flugbetrieb unterbrochen. Der Flughafenbetreiber stoppte am Abend für rund eine Stunde alle Starts. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, hieß es. Der Betrieb wurde wenig später wieder aufgenommen.

Die Polizei sei eingeschaltet worden, um jedwede Gefährdung der Sicherheit auszuschließen, hatte der Flughafen über Twitter mitgeteilt. Heathrow ist der größte Flughafen Europas.

Bereits vor Weihnachten hatten Drohnen den Flugverkehr am Airport Gatwick für mehrere Tage lahmgelegt. Rund 1000 Flüge fielen aus, rund 140.000 Passagiere waren betroffen. Zwei Personen wurden festgenommen, wenig später aber wieder auf freien Fuß gesetzt.

Aus dem Vorfall in Gatwick hatte die Regierung Konsequenzen gezogen. So sollen der Polizei mehr Befugnisse zur Landung, Beschlagnahmung und Suche von Drohnen übertragen werden, teilte das Verkehrsministerium in London mit. Darüber hinaus werde die Regierung an einem erweiterten Einsatz von Technologien arbeiten, durch die Drohnen an Orten wie Flughäfen oder Gefängnissen entdeckt und abgewehrt werden können.

Drohnen-Besitzer sollen sich künftig registrieren

Zudem sollen die Sperrzonen um Airports, in denen das Fliegen von Drohnen verboten ist, auf einen Radius von ungefähr fünf Kilometern ausgedehnt werden. Ab November 2019 sollen Drohnen-Besitzer zudem gesetzlich verpflichtet sein, sich zu registrieren. Polizisten dürften Anwesen durchsuchen und Drohnen beschlagnahmen - inklusive der elektronischen Daten, die in ihnen gespeichert sind.

Auch die Flughäfen Heathrow und Gatwick reagierten auf den Vorfall. Sie kündigten bereits vergangene Woche Investitionen in Technologie zur Abwehr von Drohnen an. Sie würden mehrere Millionen Pfund für eine Ausrüstung ausgeben, wie sie das Militär in den Weihnachtstagen zur Verfügung gestellt habe.

sen/AFP/Reuters/dpa

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Die wichtigsten Drohnentypen

"MQ-1 Predator"
Die "MQ-1 Predator" war im Jahr 1995 die erste Drohne, die bei der US-Luftwaffe zum Einsatz kam.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: rund 4.5 Millionen Dollar
Bewaffnung: zwei Luft-Boden-Raketen "AGM-114 Hellfire"
Maße: 8,23 m lang, 14,84 m Flügelspannweite
Reichweite: 3704 km
Flughöhe: max. 7620 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"MQ-9 Reaper"
Die "MQ-9 Reaper"(früher "Predator B") basiert technisch gesehen auf der "MQ-1 Predator". Sie ist aber für den Angriff optimiert, da sie die zehnfache Waffenlast im Vergleich zum Ursprungsmodell befördern kann. Eingesetzt wird sie von der US-Marine und Luftwaffe.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: 10,5 Millionen Dollar
Bewaffnung: bis zu 1361 kg
(z.B. Raketen der Typen "AGM-114 Hellfire" und "AIM-9 Sidewinder" oder Bomben der Typen "GBU-12 Paveway II" und "GBU-38 DAM")
Maße: 10,97 m lang, 20,12 m Flügelspannweite
Reichweite: 5926 km
Flughöhe: max. 15.400 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"RQ-7 Shadow 200"
Die "RQ-7 Shadow 200" dient bei der US Army und dem US Marine Corps zur Aufklärung. Sie ist seit 2003 im Einsatz und kann keine Ziele angreifen.

Hersteller: AAI Corporation
Stückpreis: 275.000 Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 3,4 m lang, 3,9 m Flügelspannweite
Reichweite: 125 km
Flughöhe: max. 4600 m
Steuerung: autonom, mit GPS
"RQ-4 Global Hawk" / "Euro Hawk"
Die "RQ-7 Global Hawk" wird als Langstrecken-Aufklärungsdrohne eingesetzt. Sie existiert in zwei Versionen. Die spätere (RQ-4B) wurde auch von der Bundeswehr als "Euro Hawk" eingeführt, ausgestattet mit Sensoren der deutschen EADS. Die Drohne ist wesentlich größer als "Predator", "Reaper" und "Shadow" und mit einem Strahltriebwerk ausgestattet.

Hersteller: Northrop Grumman
Stückpreis: 35 Millionen Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 13,53 m lang, 35,42 m Flügelspannweite (RQ-4A) bzw. 14,50 m lang, 39,89 m Flügelspannweite (RQ-4B)
Reichweite: 25.000 km (RQ-4A) bzw. 22.780 km (RQ-4B)
Flughöhe: max. 19.800 m
Steuerung: autonom, mit GPS

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