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Malediven

Auswärtiges Amt rät von Reisen nach Malé ab

Der Präsident der Malediven hat den Ausnahmezustand ausgerufen. Aufgrund von Unruhen empfiehlt das Auswärtige Amt daher, die Hauptstadt Malé zu meiden - dies gilt nicht für die Resortinseln.

DPA

Hauptstadt Malé unter dunklen Wolken

Dienstag, 06.02.2018   10:45 Uhr

Wegen eines Ausnahmezustands auf den Malediven rät das Auswärtige Amt von Reisen in die Hauptstadt Malé ab. "Aufgrund der nicht absehbaren Entwicklung der angespannten politischen Lage wird Reisenden empfohlen, die Medienberichterstattung zu verfolgen, besonders vorsichtig zu sein und von nicht notwendigen Reisen nach Malé derzeit abzusehen", heißt es auf der Website des Auswärtigen Amts. China und Indien rieten allgemein von Reisen in das Urlaubsparadies im Indischen Ozean ab.

Die Inselkette ist als Luxusurlaubsziel beliebt. Weil man in der Regel direkt vom Flughafen zu den Resorts fahren könne, sei ein Aufenthalt in der Hauptstadt nicht erforderlich, hieß es vom Auswärtigen Amt. Dort sei es allerdings auch schon zu Polizei- und Zollrazzien gekommen.

Reisende müssen allerdings laut der Reiseveranstalter kaum mit Einschränkungen rechnen. "Die Beeinträchtigungen beschränken sich auf die Hauptstadt Malé", sagt Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV). "Nur ganz wenige Gäste halten sich in der Regel in der Hauptstadt auf. Die allermeisten fahren oder fliegen nach der Landung direkt weiter in die Resorts auf den Inseln." Die Transfers per Boot oder Flugzeug fänden ohne Einschränkungen statt.

Ausflüge in die Hauptstadt seien allerdings abgesagt worden - etwa bei TUI. "Unsere Gäste befinden sich ausschließlich auf den Urlaubsinseln und bekommen von der Situation auf Malé nichts mit", sagte eine Sprecherin. DER Touristik hat ebenfalls Ausflüge nach Malé abgesagt. Die meisten Urlauber ziehe es aber in die Resorts und nicht in die Hauptstadt. Wer aber trotzdem eine Reise nach Malé gebucht hat, kann nach Angaben einer Sprecherin bei einer Anreise bis zum 20. Februar kostenlos umbuchen oder stornieren.

Die Gäste von Thomas Cook halten sich einer Sprecherin zufolge nicht in Malé auf. Der Reiseveranstalter bietet dorthin auch keine Ausflüge an. Bei der Reiseleitung könnten sich Gäste jederzeit über die aktuelle Lage informieren. Darüber hinaus soll es in den Resorts Aushänge mit Informationen des Auswärtigen Amtes geben.

15 Tage Ausnahmezustand

Der Präsident des südasiatischen Inselstaats, Abdulla Yameen, hatte am Montag wegen Unruhen in Malé einen Ausnahmezustand für 15 Tage ausgerufen. Dieser erlaubt es den Sicherheitskräften, strenger gegen Oppositionelle vorzugehen. Der langjährige Präsident Maumoon Abdul Gayoom, ein Halbbruder des derzeitigen Staatschefs, und zwei Richter des Obersten Gerichts wurden festgenommen.

Das Gericht hatte am vergangenen Donnerstag die Freilassung von acht inhaftierten Oppositionspolitikern und eine Wiederaufnahme der Verfahren gegen sie sowie den Ex-Präsidenten Mohamed Nasheed angeordnet. Dieser hatte nach seiner umstrittenen Verurteilung zu 13 Jahren Haft im Jahr 2016 Asyl in Großbritannien gewährt bekommen.

Das Gericht entschied zudem auf Wiedereinsetzung von zwölf Parlamentsabgeordneten - womit die Opposition die Mehrheit hätte. Die Regierung weigerte sich bislang, die Entscheidung umzusetzen.

abl/dpa

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