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Reise

Saisonstart

Die besten Mountainbike-Ziele im Frühling

Nach den ersten sonnigeren Tagen kribbelt es Mountainbikern in den Beinen. Ein klassisches Ziel zu Saisonbeginn ist der Gardasee - doch es gibt auch Alternativen.

Stefan Herbke / SRT
Dienstag, 25.04.2017   05:05 Uhr

Fast schon sommerliche Temperaturen, frisches Grün und der erste Veneziano: Auf den grandiosen Trails am Gardasee starten viele Mountainbiker traditionell in die Bike-Saison. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern, doch ein Blick auf die empfehlenswerten Alternativen in Bayern und Südtirol lohnt sich.

Gardasee: Erste Runde zur Saisoneröffnung

Keine Frage, der Gardasee steht bei Mountainbikern seit Jahren in der Beliebtheitsskala ganz weit oben. Wegen der spektakulären Trails mit Seeblick, aber auch, weil einige Strecken ganzjährig zu fahren sind und die Saison mit Sicherheit spätestens an Ostern startet. Traditioneller Auftakt ist das Bike-Festival (28. April bis 1. Mai) in Riva, bei dem 150 Aussteller ihre Neuheiten der Saison präsentieren.

Bei schon oft sommerlichen Temperaturen genießt man hier etwa nach einer Runde über die alte Ponalestraße hinauf ins Ledrotal im traumhaft gelegenen Belvedere seinen eisgekühlten Veneziano, die Südtiroler Aperol-Spritz-Variante. Und freut sich auf die legendären Trails am Monte Velo sowie die Bike-Klassiker Monte Altissimo und Tremalzo. Probleme macht da höchstens die noch mangelhafte Kondition nach dem langen Winter.

Weitere Informationen: Garda Trentino Azienda per il Turismo, Tel. 0039/0464/554444, www.gardatrentino.it

Vinschgau: 80 beschilderte Trails

Seit Wochen kein Regen, dafür Sonne pur und fast schon sommerliche Temperaturen deutlich über der 20-Grad-Marke, im Vinschgau läuft die Bike-Saison bereits auf Hochtouren.

Fotostrecke

Saisonstart für Mountainbiker: Coole Trails, flowige Downhills

Am Sonnenberg oberhalb von Schlanders genießt die Bike-Gemeinde die flowigen Passagen und engen Kehren des erst im Frühjahr 2015 gebauten Propain Trails. Das Bergauf geht ganz bequem mit dem Bikeshuttle - oder konditionell recht anstrengend auf einer steilen Straße. Der beliebte Trail ist, wie alle der mittlerweile über 80 Strecken im Vinschgau, nach einem einheitlichen Leitsystem beschildert, wobei die Schwierigkeitsangaben eher knapp bemessen sind.

Deutlich zeigt sich dies am traumhaft schönen Montesole Trail von St. Martin im Kofel hinunter nach Latsch, der in der Singletrail-Skala mit dem Schwierigkeitsgrad S2 (innerhalb einer Skala bis S5) bewertet wurde - durch Erosion und die vielen Biker sind einige Passagen aber deutlich schwieriger geworden.

Weitere Informationen: Gästeinformation Vinschgau, Laubengasse 11, 39020 Glurns, Italien, Tel. 0039/0473/620480,
www.vinschgau.net

Bozen: XXL-Downhill von den Stoanerne Mandln

Unten blühen die Apfelbäume, auf den höchsten Bergspitzen halten sich die letzten Schneereste und dazwischen finden Mountainbiker ein reiches Betätigungsfeld. In Jenesien, Oberbozen und am Mendelpass locken viele versteckte Trails, die mit Seilbahnhilfe von Bozen beziehungsweise Kaltern ganz bequem zu erreichen sind.

Mit Blick über Bozen und das Etschtal führen die teils recht steilen Trails durch Weinberge, hier und da laden Buschenschänken zur Einkehr ein. Im Auf und Ab führt etwa die Panoramatour durch die abwechslungsreiche Landschaft rund um Kaltern und den Kalterer See.

Wer Lust auf noch mehr Kulisse hat, der strampelt von Jenesien hinauf zu den Stoanernen Mandln. Die runde Kuppe mit ihren Steinmännern ist ein grandioser Aussichtsgipfel und Startpunkt für einen XXL-Downhill über Almwiesen und durch traumhafte Lärchenwälder, wobei auf die Biker einige sportliche, wurzelreiche Trails warten.

Weitere Informationen: Südtirol Information, Südtiroler Str. 60, 39100 Bozen, Italien, Tel. 0039/0471/999999, www.suedtirol.info

Bayerische Voralpen: Einfahren rund um den Tegernsee

Für viele ist der Tegernsee der Auftakt einer mehrtägigen Transalp, für andere dagegen der Start für kurzweilige Mountainbike-Touren in die angrenzenden Täler. Etwa zur Schwarzentennalm oder von Kreuth in das sanft ansteigende Tal der Langen Au. Die ideale Trainingsstrecke für den Start in die Bike-Saison führt an der beliebten Einkehrstation der Schwaiger Alm vorbei taleinwärts.

Stefan Herbke / SRT

Abfahrt durch das Tal der Langen Au

Etwas anstrengender wird es erst ab der wunderschön gelegenen Langenaualm, andererseits setzt man hier bereits zum Endspurt an. Kurz darauf erreicht man einen Sattel und damit den höchsten Punkt der Tour. Dennoch sollte man noch etwas weiterfahren, denn die inmitten ausgedehnter Almwiesen gelegene Bayralm (1040 Meter hoch gelegen) ist nur wenige Minuten entfernt - und ab Anfang Juni bewirtschaftet. Zum Finale wartet eine kilometerlange Abfahrt, die einfach nur Spaß macht.

Und wer mit seinem Bike einmal Grenzen ausloten möchte, der wechselt unterhalb der Langenaualm auf den "BaySF Bike Trail Langenau". Der schmale, mit Wurzeln gespickte Trail führt weitgehend parallel zur Straße durch den Wald und ist eine ideale Trainingsstrecke.

Weitere Informationen: Tegernseer Tal Tourismus, Hauptstr. 2, 83684 Tegernsee, Tel. 0049/8022/92738-0, www.tegernsee.com

Altmühltal: Paradies der einsamen Trails

Bei Kipfenberg befindet sich der geografische Mittelpunkt Bayerns, und der ist von allen Ecken des Freistaates gut zu erreichen. Für Mountainbiker ist die Region ein kleines Paradies, denn hier gibt es viele einsame Trails zu entdecken. Nach dem Motto "Wo es ein Tal gibt, da gibt es auch Berge" genießen die Mountainbiker das Bergauf-Bergab im sogenannten Flachland.

Obwohl etwa in der Gegend zwischen Kipfenberg, Beilngries und Dietfurt der Höhenunterschied zwischen Altmühltal und Hochfläche lediglich 150 Meter beträgt, kommen Biker im Laufe eines Bike-Tages auf Höhenmeterbilanzen wie in den Alpen. Und das schon ab März, während die Bike-Strecken in den Bergen noch tief verschneit sind. Noch mehr Biketrails findet man gleich um die Ecke in Neumarkt.

Weitere Informationen: Altmühlbike, Johannes Hundsdorfer, Eichstätter Str. 4, 92339 Beilngries, Tel. 0151/51227461, www.altmuehlbike.de

Sport & More, 92318 Neumarkt, Tel. 09181/320770, www.neumarkt-mtb.de

Stefan Herbke, srt

insgesamt 20 Beiträge
werratte.66 25.04.2017
1. Beliebte Gäste?
Servus Beinander! Zunächst möchte ich ein Lob an den Verfasser des Artikels loswerden. Ich kenne zwei der genannten Reviere (Vinschgau und Altmühltal) sehr gut und finde die jeweilige Beschreibung sehr treffend. Leider ist [...]
Servus Beinander! Zunächst möchte ich ein Lob an den Verfasser des Artikels loswerden. Ich kenne zwei der genannten Reviere (Vinschgau und Altmühltal) sehr gut und finde die jeweilige Beschreibung sehr treffend. Leider ist es so, dass man als Mountainbiker in Kipfenberg auf extrem unterschiedliche Akzeptanz bei den Einheimischen trifft. Auf der einen Seite, der Waldbesitzer, der einem am Traileinstieg voller Stolz verkündet, dass er den Bruch vom grade vergangenen Sturm schon weggeräumt hat und “sein“ Trail wieder fit ist. Vor zwei Wochen erst hatte ich dann ein Gespräch auf dem Parkplatz in Kipfenberg. Auf dem Parkplatz angekommen, bin ich nicht gleich zu meinem Auto durchgekommen, weil ein Reisebus aus Hamburg grade seine Ladung Hanseatinnen und Hanseaten ausgespuckt hat. Nachdem sich der fotografierende Menschenknäul weiterbewegt hatte, hab ich angefangen mich umzuziehen. Ich war so gut wie fertig, als mich eine ältere Dame die ihren Hund ausgeführt hat, darauf angesprrochen hat, wo ich denn Unterwegs gewesen bin. Ganz ruhig, nett und höflich. Ich hab ihr das dann ganz grob erklärt, worauf sie mich dann gefragt hat, ob mir bewusst sei, dass ich sehr viel kaputt mache. Da war mir schon klar woher der Wind pfeift, aber trotzdem hab ich sie gebeten mir das zu erklären. Sie hat dann gesagt, dass es in den Wegen viele Stellen gibt, die durch das befahren so abgerutscht sind, dass sie für Fußgänger, insbesondere ältere, nicht mehr passierbar sind. Es ist sei höchste Zeit dass sich was ändert, weil die Pflege der Wege nicht mehr zu bewältigen ist und ausserdem ist es ohnehin verboten diese Wege zu befahren. Ich hab ihr dann erklärt, dass sich auf den Wegen, die ich befahre, in den letzten Jahren nichts dahingehend verändert hat, dass man diese nicht mehr begehen kann und dass es Leute gibt, die auch für die Pflege der Wege verantwortlich sind und ganz klar sagen, dass die Wege ohne das befahren gar nicht frei zu halten wären und dass die Gesetzeslage in Bayern keine Sperrung zulässt. Hat sie alles an ihrem Argumtetationsgebilde abprallen lassen und hat mir dann noch erklärt, dass Wege unter 60cm Breite nicht befahren werden dürfen. Warum wir überhaupt da fahren müssen, wo es doch so viele andere Wege gibt... Ihr kommt nur her, fahrt alles kurz und klein und verschwindet wieder. Sogar noch ohne Geld dazulassen. Ich habe ihr dann noch gesagt, dass ich mit meinen Kumpels aus anderen Regionen hier auch schon gefahren bin und dass wir dann schon mehrfach beim Essen waren. Auch das hat sie geflissentlich als Unwahrheit abgekanzelt. Tja, so durfte ich erleben, wie es ist, mit jemanden zu Sprechen, der kein Interesse an Tatsachen hat und einem aus dieser Position heraus mit völlig wirren Vorwürfen zutextet. Ausgesprochen schade, aber wohl nicht zu ändern. Hilft also nur ignorieren und ggf. ein Angebot zu einer zielführenden Kooperation anzunehmen, so es denn kommen sollte... In diesem Sinne, ride on!
peter_freiburg 25.04.2017
2. Probleme herbeireden
Hm... unschöne Begegnung. Ich fahre seit über 20 Jahren aktiv und sehr viel Mountainbike (und Rennrad), hauptsächlich in den Bergen/Schwarzwald um Freiburg herum. Ich muss sagen, ich kann die Auseinandersetzungen mit [...]
Hm... unschöne Begegnung. Ich fahre seit über 20 Jahren aktiv und sehr viel Mountainbike (und Rennrad), hauptsächlich in den Bergen/Schwarzwald um Freiburg herum. Ich muss sagen, ich kann die Auseinandersetzungen mit Fußgängern (nicht Wanderer, die sind anscheinend toleranter) an einer Hand abzählen. Zum Glück... Komischerweise entstanden diese wenigen Situationen in völlig harmlosen Situationen, z.B. wenn mich jemand aus Prinzip auf einem schmalen Weg nicht kurz vorbeigelassen hat. Die überwältigende Mehrheit aller Begegnungen verläuft völlig unkritisch. Bestenfalls grüßt man sich und wünscht frohes Wandern/Biken, schlimmstenfalls wird man nicht zurückgegrüßt, aber das ist OK. Was mich an dem Thema stört ist, dass hier oft Probleme herbeigeredet werden, die es so nicht oder nur sehr vereinzelt gibt. Oder es wird ein völlig verzerrtes Bild von Bikern im Generellen erzeugt. Natürlich gibt es blöde Biker, die nicht vorausschauend den Trail fahren und im Hinterkopf haben, dass ein Wanderer da kommen könnte. Aber diese Biker sind in der Unterzahl. Biker sind auch keine homogene Masse. Es gibt Jungs, Mädchen, Rentner, Familien, Männer, Frauen etc.. Es gibt Freerider und gemütliche Tourenfahren. Der Wald ist so groß und weitläufig, da sollte auf beiden Seiten einfach Toleranz herrschen. Selbst der Deutsche Alpenverein e.V. sieht keine grundsätzlichen Probleme zwischen Bikern und Wanderern.
order66 25.04.2017
3. Schöner Artikel
Die einzigen die ein Problem mit Bikern haben, sind die Politiker und ein paar Wandervereine. Der Rest kommt ganz gut miteinander aus. Btw. der Lago ist unübertroffen....
Die einzigen die ein Problem mit Bikern haben, sind die Politiker und ein paar Wandervereine. Der Rest kommt ganz gut miteinander aus. Btw. der Lago ist unübertroffen....
cor 25.04.2017
4. @werratte.66
Eine sehr unschöne Begegnung. Ich habe diese in ähnlicher Form zwei mal erlebt und habe mich zwei mal auf eine Diskussion mit einem dieser "Wanderer höheren Alters" eingelassen. Auch mein Ergebnis war, dass diese [...]
Eine sehr unschöne Begegnung. Ich habe diese in ähnlicher Form zwei mal erlebt und habe mich zwei mal auf eine Diskussion mit einem dieser "Wanderer höheren Alters" eingelassen. Auch mein Ergebnis war, dass diese sämtliche Fakten ignorieren und grundsätzlich ihre Meinung nicht ändern. Ich habe daher entschlossen, solche Leute schlichtweg zu ignorieren und mich erst gar nicht mehr auf ein Gespräch einzulassen. Mein Resumee ist, dass diese Leute überhaupt gar kein Problem mit Mountainbikern haben, sondern vielmehr mit sich selbst, vermutlich aus schierer Langeweile. Das gilt sicher nicht für alle, aber für viele.
thorsten35037 25.04.2017
5.
Diese Quälgeister rauben Wanderern und anderen Menschen, die Entschleunigung suchen, den letzten Nerv. Es geht den Mountain-Bikern nicht um das Naturerlebnis, sondern nur darum, eine sportliche Anforderung zu absolvieren. [...]
Diese Quälgeister rauben Wanderern und anderen Menschen, die Entschleunigung suchen, den letzten Nerv. Es geht den Mountain-Bikern nicht um das Naturerlebnis, sondern nur darum, eine sportliche Anforderung zu absolvieren. Langsamere haben gefälligst Platz zu machen. Wenn es schon nicht anders geht, sollten spezielle Pisten ausgewiesen werden, auf denen sich diese Halbstarken austoben können. Besser und billiger wäre allerdings ein Sandsack.
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