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Offizielle Registrierungsnummer

Paris verschärft Auflagen für Airbnb

Durch Airbnb ist der Wohnungsmarkt in Paris noch angespannter als sowieso schon. Nun will die Stadt gegen ein Ausufern der Kommerzialisierung ankämpfen: Vermieter müssen ihre Wohnungen registrieren.

AFP

Paris

Donnerstag, 30.11.2017   10:35 Uhr

Die Stadt Paris verschärft die Auflagen für Wohnungen, die über die Internet-Plattform Airbnb angeboten werden. Ab Freitag müssen solche Unterkünfte eine offizielle Registrierungsnummer tragen. Die Stadt hofft dadurch auf ein transparenteres Angebot.

Der stellvertretende Bürgermeister der französischen Hauptstadt, Ian Brossat, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Umwandlung von Wohnungen in Unterkünfte für Touristen oder Geschäftsreisende bereite der Stadt zunehmend Sorgen. In den vergangenen fünf Jahren seien dem ohnehin angespannten Pariser Mietmarkt dadurch schätzungsweise 20.000 Wohnungen entzogen worden. "Wir wollen diesen Aderlass stoppen", betonte Brossat.

Daneben schreibt die Stadt den Vermietern auch vor, ihre Wohnungen maximal 120 Tage pro Jahr als Unterkunft für Touristen anzubieten. Paris ist einer der Hauptmärkte für die US-Plattform Airbnb weltweit. Insgesamt werden in der französischen Hauptstadt rund 65.000 Unterkünfte angeboten.

Im vergangenen Jahr wehrte sich Paris bereits mit strikten Auflagen gegen die Entwicklung von Airbnb und Co.: Frankreichs Nationalversammlung beschloss, dass Vermittlungsportale Einnahmen ihrer Internetkundschaft direkt dem Fiskus melden müssen. Davor galt für die Portale lediglich die Auflage, die Touristensteuer zu zahlen.

Auch Berlin kämpft gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum. Dort ist es seit Mai 2016 verboten, die eigene Wohnung ohne Sondererlaubnis gegen Geld als Ferienwohnung anzubieten. Einzelne Zimmer dürfen dagegen auch weiter über Vermittlungsportale wie Wimdu oder Airbnb vermietet werden.

Auch die Urlaubsmetropolen Amsterdam und Barcelona haben jeweils Maßnahmen ergriffen, um den Boom der Privatunterkünfte zu begrenzen - mit Meldepflichten für die Vermieter und teilweise hohen Strafen.

kry/AFP

insgesamt 1 Beitrag
Egbert.Quirl 01.12.2017
1. Teile & SPARE ?
Ein sehr vernünftiger Schritt in die richtige Richtung. Ende 2016 waren in Paris insgesamt 78.000 Unterkunftsmöglich- keiten bei Airbnb registriert, damit war Paris weltweit die wichtigste Stadt für unsere Platin-Teiler, es [...]
Ein sehr vernünftiger Schritt in die richtige Richtung. Ende 2016 waren in Paris insgesamt 78.000 Unterkunftsmöglich- keiten bei Airbnb registriert, damit war Paris weltweit die wichtigste Stadt für unsere Platin-Teiler, es wird Zeit dies Entwicklung klar zu steuern, sonst sind die Bewohner bald nur noch Statisten im Tourismus-Themenpark. Airbnb kooperiert an andere Stelle schon, wenn sie ernsthaft in die Schranken gewiesen werden. Allerdings gehen die "Steuer- deals" zumeist sehr geräuscharm über die Bühne.

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