Schrift:
Ansicht Home:
Reise

Streik bei Billigflieger

Ryanair streicht 150 Flüge von und nach Deutschland

Schlechte Nachrichten für Ryanair-Passagiere: Am Mittwoch fallen wegen des Streiks von Piloten und Flugbegleitern viele Flüge aus.

DPA

Ryanair

Dienstag, 11.09.2018   14:52 Uhr

Wegen des angedrohten Streiks des Flugpersonals hat die Fluggesellschaft Ryanair für diesen Mittwoch 150 von 400 Flügen von und nach Deutschland gestrichen. Die betroffenen Kunden würden umgehend informiert und entschädigt, kündigte Ryanair-Marketingchef Kenny Jacobs in Frankfurt an. Das Unternehmen will Informationen zu Ausfällen per Mail und SMS verbreiten, hieß es. Kunden könnten zudem ihre Verbindungen kostenfrei auf die Tage Donnerstag bis Sonntag umbuchen.

Die Vereinigung Cockpit (VC) und Ver.di haben einen ganztägigen Streik an den elf deutschen Basen angekündigt. Dort sind rund 400 Piloten und 1000 Flugbegleiter beschäftigt. Erstmalig versuchen damit die Gewerkschaften der beiden Berufsgruppen gemeinsam, Verbesserungen für die Beschäftigten des größten Billigfliegers in Europa zu erzielen.

Für Ver.di ist es der erste Streik bei Ryanair. Die Gewerkschaft will weitere Streiks folgen lassen, wenn die irische Fluggesellschaft in den Tarifverhandlungen kein Entgegenkommen zeigt. "Das ist ein erster Warnstreik. Wie es weitergeht, hängt vom Verhandlungsverlauf ab", sagte Vorstandsmitglied Christine Behle am Dienstag in Berlin.

Die Gewerkschaften wollen mit dem Streik die Airline hart treffen. "Es wird für Ryanair am Mittwoch sehr schwierig, noch Flugzeuge aus Deutschland zu bewegen", sagte VC-Sprecher Markus Wahl. Man rechne aber damit, dass Ryanair Maschinen und Crews aus anderen Ländern kurzfristig nach Deutschland schicke, wie es bei einem ersten Warnstreik kurz vor Weihnachten geschehen war. Damals hatte Ryanair alle geplanten Flüge in die Luft bekommen.

Ryanair hält die auf die deutschen Basen beschränkten Streiks hingegen für ungerechtfertigt. Sprecher Robin Kiely forderte die deutschen Piloten auf, ihrer Arbeit nachzugehen. "Da wir bereits örtliche Verträge und eine verbesserte Bezahlung angeboten haben, gibt es keine Rechtfertigung für weitere Störungen", sagte er. VC habe ferner bei der Lufthansa-Tochter Eurowings längst niedrigere Gehälter akzeptiert, als sie nun bei Ryanair fordere.

Ryanair hat gegenüber den Gewerkschaften eine harte Linie deutlich gemacht. Das Unternehmen drohte mit einem Stellenabbau in Deutschland, sollte es weitere Pilotenstreiks geben.

Im Video: Die Geschichte der Billigflieger

Foto: BBC

ele/dpa

insgesamt 13 Beiträge
raoul2 11.09.2018
1. Jeder Passagier ist doch selbst schuld,
wenn er bei dieser angeblich so billigen "Airline" bucht und dann eben entsprechend behandelt wird. Sich bei den Piloten oder Flugbegleitern wegen der Streiks beschweren zu wollen, ist dementsprechend daneben. Dadurch [...]
wenn er bei dieser angeblich so billigen "Airline" bucht und dann eben entsprechend behandelt wird. Sich bei den Piloten oder Flugbegleitern wegen der Streiks beschweren zu wollen, ist dementsprechend daneben. Dadurch wird sich nichts, wirklich gar nichts ändern. Erst wenn der MOL merkt, daß sich die Passagiere nicht mehr so behandeln lassen, wie er's gern hätte, gibt es eine Chance, daß sich die übelsten Auswüchse wieder ein klein wenig "zurückdrehen" lassen.
bcdb 11.09.2018
2.
Ein berechtigter und durchdachter Beitrag, der unser aller Zustimmung verdient. Nur. Geht es in dem Artikel nicht um einen Pilotenstreik und nicht um Passagerrrechte? Oder ist die Logik: Der Passagier soll sich nicht [...]
Zitat von raoul2wenn er bei dieser angeblich so billigen "Airline" bucht und dann eben entsprechend behandelt wird. Sich bei den Piloten oder Flugbegleitern wegen der Streiks beschweren zu wollen, ist dementsprechend daneben. Dadurch wird sich nichts, wirklich gar nichts ändern. Erst wenn der MOL merkt, daß sich die Passagiere nicht mehr so behandeln lassen, wie er's gern hätte, gibt es eine Chance, daß sich die übelsten Auswüchse wieder ein klein wenig "zurückdrehen" lassen.
Ein berechtigter und durchdachter Beitrag, der unser aller Zustimmung verdient. Nur. Geht es in dem Artikel nicht um einen Pilotenstreik und nicht um Passagerrrechte? Oder ist die Logik: Der Passagier soll sich nicht über Flugausfälle einer Billigairline beschweren, weil diese die Piloten so mies behandelt und diese daher streiken? Das ist nicht so schlüssig.
kalim.karemi 11.09.2018
3. erleuchten Sie uns
wie sehen die Bedingungen denn aus? Was verdient ein Cpt, first officer, Kabinenpersonal bei Ryanair?
Zitat von raoul2wenn er bei dieser angeblich so billigen "Airline" bucht und dann eben entsprechend behandelt wird. Sich bei den Piloten oder Flugbegleitern wegen der Streiks beschweren zu wollen, ist dementsprechend daneben. Dadurch wird sich nichts, wirklich gar nichts ändern. Erst wenn der MOL merkt, daß sich die Passagiere nicht mehr so behandeln lassen, wie er's gern hätte, gibt es eine Chance, daß sich die übelsten Auswüchse wieder ein klein wenig "zurückdrehen" lassen.
wie sehen die Bedingungen denn aus? Was verdient ein Cpt, first officer, Kabinenpersonal bei Ryanair?
canario2018 11.09.2018
4. Stellenabbau?
Wie stellt Ryanair sich denn den Stellenabbau vor, wo doch die Personalstruktur bzw. personelle Besetzung eh "auf Kante genäht" ist? Leere Drohungen, denen VC und Verdi getrost entgegensehen können.
Wie stellt Ryanair sich denn den Stellenabbau vor, wo doch die Personalstruktur bzw. personelle Besetzung eh "auf Kante genäht" ist? Leere Drohungen, denen VC und Verdi getrost entgegensehen können.
28zwei27 11.09.2018
5.
Sie haben also mehr Wissen? Dann könnten Sie doch sicher über die Arbeitsbedingungen informieren? - Durchschnittliche Arbeitszeiten / Monat - Maximale Arbeitszeit / Tag - Anzahl der Umläufe / Tag - Max. Anzahl der [...]
Zitat von raoul2wenn er bei dieser angeblich so billigen "Airline" bucht und dann eben entsprechend behandelt wird. Sich bei den Piloten oder Flugbegleitern wegen der Streiks beschweren zu wollen, ist dementsprechend daneben. Dadurch wird sich nichts, wirklich gar nichts ändern. Erst wenn der MOL merkt, daß sich die Passagiere nicht mehr so behandeln lassen, wie er's gern hätte, gibt es eine Chance, daß sich die übelsten Auswüchse wieder ein klein wenig "zurückdrehen" lassen.
Sie haben also mehr Wissen? Dann könnten Sie doch sicher über die Arbeitsbedingungen informieren? - Durchschnittliche Arbeitszeiten / Monat - Maximale Arbeitszeit / Tag - Anzahl der Umläufe / Tag - Max. Anzahl der Arbeitstage bevor wie viele Tage arbeitsfrei sind? - Gehaltgruppierungen (Anzahl / Erläuterung der Abstufungen und Bezahlung jeweils) - Zulagen - Sonstige Vergütungen, Zuschüsse o.a. Wenn Sie dann bitte auch noch die Vergleichwerte (z.B. DLH oder BAW) geben könnten? Danke, Fachleute sind wirklich eine Bereicherung für dieses Forum!

Verwandte Artikel

Fotostrecke

Verrückte Flugreisen

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP