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Reise

Neuer Highspeed-Zug in Saudi-Arabien

Von Mekka nach Medina in zwei Stunden

Für Millionen Pilger verkürzt sich die Reisezeit: Der neue "Al Haramain"-Hochgeschwindigkeitszug pendelt jetzt regelmäßig zwischen Mekka und Medina. Für die Strecke durch die Wüste braucht er nur zwei Stunden.

AFP
Donnerstag, 11.10.2018   16:50 Uhr

Vor gut zwei Wochen weihte König Salman die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke in Dschidda formal ein, jetzt hat der "Al Haramain"-Schnellzug den regulären Verkehr zwischen den für Muslime heiligen Städten Mekka und Medina aufgenommen. Zwei Züge mit jeweils 417 Passagieren starteten an diesem Donnerstag in den beiden Städten, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA meldete.

Der Hochgeschwindigkeitszug benötigt für die rund 450 Kilometer lange Strecke durch die Wüste etwa zwei Stunden. Dabei soll er eine Geschwindigkeit von mehr als 300 km/h erreichen können. Vor allem zur Haddsch soll die Strecke die Fahrt zwischen Mekka und Medina für Millionen Pilger erleichtern, die bisher fünf Stunden für die Strecke benötigten.

An fünf Bahnhöfen soll der Haramain-Zug stoppen: Mekka, Dschidda, King Abdulaziz International Airport, King Abdullah Economic City und Medina.

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Saudi-Arabien: In zwei Stunden von Mekka nach Medina

Eigentlich sollte die Strecke schon Jahre früher fertig sein. Doch immer wieder gab es Probleme: Sandstürme begruben Gleise und zerstörten Oberleitungen, ein Bahnhof wurde wegen eines Konkurses erst in letzter Minute gebaut. Wie die "Neue Zürcher Zeitung" berichtet, soll der Zug anfangs auch nur mit 200 km/h unterwegs sein. Arabische Medien berichten, dass der Zug zunächst achtmal am Tag in beide Richtungen fahren soll, ab Anfang 2019 dann zwölfmal am Tag - allerdings nur von Donnerstag bis Sonntag.

Gebaut wurde die milliardenteure Strecke von einem spanisch-saudischen Konsortium. Auch die Deutsche Bahn war beteiligt. Die Konzerntochter DB International übernahm 2013 die Planprüfung, Bauüberwachung und Kontrolle der Fahrzeugproduktion. Es handelte sich um den größten Einzelauftrag, den DB International bis dahin erhalten hatte.

Bei der Strecke handelt es sich um eines des größten Verkehrsprojekte der Region - die Gesamtkosten beliefen sich letztlich auf rund sieben Milliarden Euro. Unter der Leitung von Kronprinz Mohammed bin Salman bemüht sich das islamisch-konservative Königreich in einem ehrgeizigen Programm darum, seine Wirtschaft unabhängiger vom Öl zu machen. Der Pilgertourismus ist eine wichtige Einnahmequelle der Landes.

Vor acht Jahren hatte Saudia-Arabien in Mekka eine Metro eröffnet. Schon damit sollte die Pilgerfahrt erleichtert werden.

abl/dpa

insgesamt 27 Beiträge
bollocks1 11.10.2018
1.
>>>>Auch die Deutsche Bahn war beteiligt. Die Konzerntochter DB International übernahm 2013 die Planprüfung, Bauüberwachung und Kontrolle der Fahrzeugproduktion.
>>>>Auch die Deutsche Bahn war beteiligt. Die Konzerntochter DB International übernahm 2013 die Planprüfung, Bauüberwachung und Kontrolle der Fahrzeugproduktion.
ein-berliner 11.10.2018
2. Top
Da kann die Bundesbahn etwas über Klimaanlagen lernen.
Da kann die Bundesbahn etwas über Klimaanlagen lernen.
wo_st 11.10.2018
3. Klimaanlage
Hätte ich nicht bedacht, daß die Züge ja Klimaanlagen haben und durch die DB Technik Überwachung wohl selten funktioniert.
Hätte ich nicht bedacht, daß die Züge ja Klimaanlagen haben und durch die DB Technik Überwachung wohl selten funktioniert.
bluebill 11.10.2018
4. Alles klar.
Danke, Deutsche Bahn. Wenn ich das nächste Mal von Mekka nach Medina fahre, freue ich mich. Leider muss ich bis dahin immer von einer deutschen Kleinstadt in eine andere, und das dauert mit der Bahn vier Stunden, auch wenn es nur [...]
Danke, Deutsche Bahn. Wenn ich das nächste Mal von Mekka nach Medina fahre, freue ich mich. Leider muss ich bis dahin immer von einer deutschen Kleinstadt in eine andere, und das dauert mit der Bahn vier Stunden, auch wenn es nur etwas mehr als 100 Kilometer sind.
ein-berliner 11.10.2018
5. Erstaunlich
Nur rund 7 Milliarden für diese Technik? In Berlin gibt es dafür nur eine never endig story eines Provinzflughafen dauerhaft ohne Flieger.
Nur rund 7 Milliarden für diese Technik? In Berlin gibt es dafür nur eine never endig story eines Provinzflughafen dauerhaft ohne Flieger.

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