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Reise

Syrienkonflikt

Airlines ändern Flugrouten aus Sicherheitsgründen

Nach der Drohung von US-Präsident Trump, Syrien anzugreifen, ändern mehrere internationale Airlines ihre Flugrouten. Viele überfliegen die Region bereits seit Längerem nicht mehr.

AFP

Middle East Airlines

Donnerstag, 12.04.2018   14:51 Uhr

Angesichts der derzeitigen Spannungen im Nahen Osten haben mehrere Airlines in der Region ihre Flugrouten vorübergehend geändert. Air France modifizierte die Flugpläne für Reiseziele in der Nähe Syriens, darunter die Städte Beirut und Tel Aviv, wie die französische Fluglinie mitteilte.

Der Grund ist die aktuelle Zuspitzung des Konflikts: US-Präsident Donald Trump hatte als Vergeltung für den mutmaßlichen Giftgaseinsatz auf die Stadt Duma in der Rebellenregion Ost-Ghuta auf Twitter einen Raketenangriff auf Syrien angekündigt. Russland reagierte vorerst zurückhaltend auf die Drohung. Uno-Generalsekretär António Guterres zeigte sich tief beunruhigt und richtete einen eindringlichen Appell an den Sicherheitsrat.

Die Luftraumüberwachung Eurocontrol hatte alle Airlines auf mögliche Probleme im östlichen Mittelmeer hingewiesen. Die Behörde warnte am Dienstag, dass es "innerhalb der nächsten 72 Stunden" im Luftraum über Syrien zu Raketeneinsätzen kommen könne.

Auch die libanesische Middle East Airlines änderte ihre Flugrouten zunächst bis Freitagabend. Besonders bei Verbindungen in die Golfregion werden nach Angaben eines Sprechers Verspätungen von 30 bis 40 Minuten erwartet. Die Flugzeuge würden Nordsyrien meiden und stattdessen eine Route über die Sinai-Halbinsel in Ägypten nehmen. Danach werde die Lage neu bewertet, teilte die Fluggesellschaft mit.

Kuwait Airways strich von Donnerstag an bis auf Weiteres alle Flüge zwischen Kuwait-Stadt und der libanesischen Hauptstadt Beirut.

Die Lufthansa-Gruppe erklärte, der betreffende Luftraum im östlichen Mittelmeer werde durch ihre Airlines als "Vorsichtsmaßnahme" bereits seit Längerem nicht überflogen. Die Fluggesellschaft stehe "in engem Austausch mit den Behörden", hieß es.

kry/dpa/AFP

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