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Reise

Urlaubsplanung 2018

Wohin in alle Welt

Neues Jahr, neue Ziele: Reiseprofis verraten, welches Land Wanderer begeistert, welche Städte Familien glücklich machen und wo Radurlauber unbedingt Strecke machen sollten.

weltweitwandern.com
Von und
Dienstag, 26.12.2017   21:03 Uhr

Das Tolle am neuen Jahr: Jetzt liegt es wieder vor uns und wartet auf Entscheidungen: Was wird? Was soll, was soll lieber nicht mehr? Wovon wollen wir mehr im Leben, wovon weniger? Was genau stellen wir mit den nächsten 365 Tagen an? Zumindest für einige davon haben wir vorsatzwürdige Vorschläge gesammelt und Reiseexperten nach ihren Empfehlungen für 2018 befragt.

Die besten Reisetipps für Wanderer: Kirgisien, Kolumbien, Iran, Montenegro

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"Kirgisien hat es mir angetan, weil es eine wunderschöne Natur hat: mit Hochgebirgsseen, grünen Wiesen und Weiden mit Wildpferden vor Gletschern und Schneebergen - so wie man sich es für Nepal vorstellt, aber noch schöner. Im Tian-Shan-Gebirge kann man von Tages- und Drei-bis-vier-Tageswanderungen bis zu Extremtouren vieles machen. Kirgisien ist ein sehr sicheres und gastfreundliches Land, in dem der Transport für Individualtouristen aber nicht so leicht zu organisieren ist. In den letzten Jahren ist es ein Musterland für nachhaltigen Tourismus geworden.

Kolumbien wird seit einigen Jahren von Backpackern entdeckt. Nach der Befriedung der Terroristengruppen von links und rechts kann man das riesige Land jetzt sicher bereisen. Ganz in der Nähe der Acht-Millionen-Stadt Bogotá zum Beispiel bietet sich eine Wanderung im Chingaza-Nationalpark an: Über dem Páramo-Grasland kreisen Kondore, hier leben Pumas und Bergtapire. In einer viertägigen Wanderung lässt sich der über 5200 Meter hohe, von Gletschern bedeckte Gipfel de Nevado de Tolimas besteigen.

Mich begeistert auch Iran: sehr feinsinnige und gastfreundliche Menschen, tolle Natur und Kultur. Teheran ist fast wie Innsbruck - man kann mit dem Stadtbus an den Fuß der Berge und damit an den Ausgangspunkt von Hochgebirgstouren fahren.

Umweltfreundlicher ist es natürlich, nicht ins Flugzeug zu steigen: Montenegro zum Beispiel ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen und wunderschön zum Wandern: Hier gibt es Almen, Berge und die Adria. Auch dieses Land setzt auf nachhaltigen Naturtourismus."

Christian Hlade ist Geschäftsführer von Weltweitwandern. Der österreichische Wanderreiseveranstalter wurde bereits mit zahlreichen Preisen für Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit im Tourismus ausgezeichnet.

Die besten Ziele für Radfahrer: Flusstouren und Alpenüberquerungen

imago/Westend61

"Auch 2018 bleiben Fahrradtouren entlang der Flüsse im Trend: Sie führen relativ eben durch die Landschaft und ziehen die Radfahrer quasi mit - von der Quelle bis zur Mündung. Meine Tipps in Deutschland wären die Wege entlang von Mosel, Spree/Havel und Ilm. Größere Flüsse wie die Elbe oder die Weser könnte man auch mal flussaufwärts befahren, aufgrund des vorherrschenden Nordwestwindes wäre das auch kraftsparender. Immer beliebter wird der Ruhrtal-Radweg. Die Region tut viel und verknüpft Aktivitäten wie Wandern und Radfahren mit kulturellen Highlights. Viele Unterkünfte entlang der Strecke sind mit dem Bett-und-Bike-Siegel des ADFC für fahrradfreundliche Gastbetriebe ausgezeichnet.

Interessant bleiben die Alpenüberquerungen auf den Wegen Alpe Adria und Via Claudia, die gut ausgebaut und auch für normale Radtourenfahrer machbar sind. Neu aufgelegt wurde der Rhone-Radweg, der vom Genfer See in der Schweiz bis ans Mittelmeer führt. Mein persönlicher Tipp ist die Vélodyssée: Von Roscoff in der Bretagne über Nantes, Arcachon und Biarritz bis zur spanischen Grenze geht es 1200 Kilometer weit immer am Atlantik entlang. Der Weg ist hervorragend geführt und Teil des Fernradweges EuroVelo 1 von Norwegen bis Portugal."

Gabi Bangel ist Tourismusreferentin beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e.V. Der ADFC setzt sich für die Förderung des Radfahrens ein - sowohl als Freizeitaktivität als auch im Alltagsverkehr.

Die besten Städte für Familien: Venedig und Lissabon

imago

"Es ist noch nicht lange her, da wären Eltern mit kleinen Kindern zurückgeschreckt: Eine Städtereise mit der Familie? Viel zu anstrengend! Diese Einstellung hat sich grundlegend geändert. Eltern trauen sich inzwischen reisemäßig mehr und merken: Städtereisen funktionieren prima - wenn man Ziel und Unterkunft klug wählt.

Unser Tipp für Familien mit Babys und Kleinkindern: Venedig im Frühjahr und Herbst. Das Stadtzentrum ist autofrei und sehr eben, man kommt mit dem Kinderwagen gut zurecht, und es gibt fußläufig jede Menge zu erkunden. Kinder lieben die Fahrten mit den Vaporetti, den öffentlichen Wasserbussen, und das Herumtoben auf einer Piazza ersetzt jeden Spielplatz. Der Campo Santa Maria Formosa, eingerahmt von venezianischen Palästen, ist einer der schönsten Plätze der Stadt, aber viel ruhiger als die Piazza San Marco. Dort sind auch die Einheimischen gerne.

Für Familien mit Kindern ab Schulalter ist Lissabon ein tolles Ziel. Zwar ist die Stadt groß, aber das Stadtzentrum ist sehr kompakt, sodass man hier keine langen Wege zurücklegen muss, um viel zu sehen. Kinder lieben das Castelo de Sao Jorge, die alte Burganlage, und die Bildgeschichten, die die vielen Azulejo-Kacheln an den Häusern erzählen. Das stadtgeschichtliche Museum "Memórias da Cidade" ist sehr empfehlenswert. Die Ausstellung ist interaktiv und kindgerecht aufbereitet. Für die kleinen Ohren gibt es spannende Audioguides. Zum Herumrennen ist der botanische Garten super. Per Regionalzug kann man von Lissabon aus einige sehr schöne Tagesausflüge unternehmen. Zum Beispiel nach Sintra zum Castelo dos Mouros oder ans Meer ins charmante Cascais."

Claudia Castagna und Thomas Baier sind Länderexperten beim Eltern-Kind-Reiseveranstalter Vamos, einem Spezialisten für Familienreisen.

Das beste Reiseziel für Geheimnisentdecker: Japan

REUTERS

In unserem Wohnzimmer hängt eine Fotografie aus Japan des Schweizer Fotografen Andri Pol, der viel dort unterwegs ist. Das Foto zeigt eine Steilküste mit dunkelgrünen pinienartigen Bäumen und Flutbrechern aus Beton, die wie große Stücke Würfelzucker am Strand liegen. Immer wenn wir diese Fotografie betrachten, denken wir an unser Versprechen, eines Tages dorthin zu reisen. Vielleicht ist es ja schon nächstes Jahr soweit. Auch wenn alle bisher erschienen Ausgaben von 'Il Paradiso' in Europa spielten, träumen wir schon lange davon, ein Japan-Heft zu machen. Von Berlin aus gesehen, steckt das Land voller Geheimnisse. Und sicherlich würde es viele Anläufe brauchen, um es nur annähernd zu verstehen. Es würde uns nicht nur in die großen Städte wie Tokio oder Kyoto ziehen. Am liebsten würden wir Japan mit dem Zug bereisen und dabei Geschichten aus der Provinz mit nach Hause bringen. Eine Gegend, die uns von vielen Freunden empfohlen wurde, sind die Inseln im Süden Japans. Allen voran Okinawa. Das Klima ist subtropisch, die Strände sind weiß und die Bewohner sollen bezaubernd sein. Nirgendwo werden die Menschen so alt wie auf der Insel der Hundertjährigen. Wahrscheinlich wäre es eher ein Gefühl, das man zu diesem Land entwickeln kann, wenn man nicht seine Sprache spricht."

Zusammen mit ihrem Mann verantwortet Johanna Lühr das kleine, feine Reisemagazin "Il Paradiso". Die bisherigen Ausgaben sind zu Italien, Frankreich, Griechenland, Schweden und Portugal erschienen.

insgesamt 18 Beiträge
#9vegalta 27.12.2017
1. Japan
Wunderschön. Relativ einfach zu navigieren mit etwas Vorplanung und Englischkenntnissen. Ich habe eine 14-tägige Reise mit Frau und Kind (10 Jahre) problemlos gemeistert (ein klein wenig japanisch konnte ich, war aber nicht [...]
Wunderschön. Relativ einfach zu navigieren mit etwas Vorplanung und Englischkenntnissen. Ich habe eine 14-tägige Reise mit Frau und Kind (10 Jahre) problemlos gemeistert (ein klein wenig japanisch konnte ich, war aber nicht nötig). Wir haben öffentliche Verkehrsmittel (Bus, Nahverkehrszug, Shinkansen) verwendet (Kobe, Kyoto, Osaka) haben die "japanischen Alpen" in Takayama erkundet und sind per Shinkasen nach Kanazawa gereist. Wir haben immer gut gegessen und das zumeist nicht in den von den üblichen Reiseführern empfohlenen Restaurants (Napa in Kobe sollte man mitnehmen). Mit japanischer SIM-Karte, einer pre-paid Nahverkehrskarte, detailierten Fahrplänen (über einen französischen Anbieter bezogen) und einer Grundsätzlichen Idee was wir ansehen wollten (auf den Spuren des "Young Samurai") hatten eine Menge Spass. Und bei unserem Besuch in Kobe hatten wir bei dem Spiel INAC Leonessa vs Beleza meinen Star der Nadeshiko (Japan's Frauen Fußball Nationalmannschaft) Aya Sameshima getroffen. Jederzeit wieder.
112211 27.12.2017
2. Trend 2018
Kirgisien und Iran, vielleicht auch Kolumbien, ok, das sind vielleicht die besonderen, hier erwähnten Reiseziele. Aber Radtouren an den Flüssen, so reizvoll sie sind, können nicht gerade als Reisetrend 2018 herhalten. Wer sich [...]
Kirgisien und Iran, vielleicht auch Kolumbien, ok, das sind vielleicht die besonderen, hier erwähnten Reiseziele. Aber Radtouren an den Flüssen, so reizvoll sie sind, können nicht gerade als Reisetrend 2018 herhalten. Wer sich entlang der Flüsse auf den Fahrradwegen bewegt, wird nur begrenzt vorfinden: Ruhe & Gelassenheit sowie Neuentdeckungen.
hevopi 27.12.2017
3. Ich vermisse Thailand,
das heute sehr günstig über die Eurowings von Köln-Bonn zu erreichen ist. Man sollte die ersten 3 Nächte in Bangkok verbringen (Ziele: Wat Arun, Chinatown usw.) und dann für Wandertouren in den Norden fliegen (Chiang-Mai, [...]
das heute sehr günstig über die Eurowings von Köln-Bonn zu erreichen ist. Man sollte die ersten 3 Nächte in Bangkok verbringen (Ziele: Wat Arun, Chinatown usw.) und dann für Wandertouren in den Norden fliegen (Chiang-Mai, dort kann man schöne trecking-touren buchen), dann mit dem Bus nach Chiang Rai, Ausflüge nach Mai Sai und Thaton. Zum Abschluß kann man noch nach Phuket fliegen, dort wunderschöne Strände entdecken und auch tolle Bootstouren unternehmen.
taste-of-ink 27.12.2017
4. Familientrip nach Venedig?
Dann aber bitte ausreichend Proviant für den Ausflug mitnehmen, denn in Venedig kann allein eine Flasche Wasser schon mal 20 Euro kosten (nein, nicht auf dem Markusplatz)! Da ist das Urlaubsbudget für viele Familien schnell [...]
Dann aber bitte ausreichend Proviant für den Ausflug mitnehmen, denn in Venedig kann allein eine Flasche Wasser schon mal 20 Euro kosten (nein, nicht auf dem Markusplatz)! Da ist das Urlaubsbudget für viele Familien schnell aufgebraucht.
mc_os 27.12.2017
5.
Im Artikel ging es um die Trends 2018. Thailand war bis Ende des letzten Jahrtausends "in" und hatte durch die dt. Touristen dann auch seinen schlechten Ruf bekommen. Aber Sie haben Recht, für Billigflüge und [...]
Zitat von hevopidas heute sehr günstig über die Eurowings von Köln-Bonn zu erreichen ist. Man sollte die ersten 3 Nächte in Bangkok verbringen (Ziele: Wat Arun, Chinatown usw.) und dann für Wandertouren in den Norden fliegen (Chiang-Mai, dort kann man schöne trecking-touren buchen), dann mit dem Bus nach Chiang Rai, Ausflüge nach Mai Sai und Thaton. Zum Abschluß kann man noch nach Phuket fliegen, dort wunderschöne Strände entdecken und auch tolle Bootstouren unternehmen.
Im Artikel ging es um die Trends 2018. Thailand war bis Ende des letzten Jahrtausends "in" und hatte durch die dt. Touristen dann auch seinen schlechten Ruf bekommen. Aber Sie haben Recht, für Billigflüge und einen Urlaub mit Minimal-Bud*get scheint Thailand eine Alternative - wenn man das mitreisende Publikum erträgt ...
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