08.06.2012
Public Viewing zur EM
Hier feuert Deutschland seine Nationalelf an
Gemeinsam beim Elfmeter zittern, gemeinsam über Schiris schimpfen, gemeinsam über Tore jubeln. Im Rudel macht Fußballgucken am meisten Spaß. Seit Tagen befasst sich die Nation damit, Pläne für den EM-Auftakt am Wochenende zu schmieden. Bei welchem Public Viewing ist die Stimmung am besten? Wo hat man einen guten Blick auf Schweinsteiger, Lahm und Löw? Um wie viel Uhr muss man alles stehen und liegen lassen, um einen strategisch günstig gelegenen Platz zwischen Bar und Leinwand zu ergattern?
Während bei vielen Public Viewings nur eines zählt - das Runde muss ins Eckige -, kann man sich bei anderen Veranstaltungen auch selber aktiv betätigen, vor dem Spiel noch einen Strandspaziergang machen oder beim Sightseeing die Stadt erkunden.
Wer das Wochenende nicht nur dem Fußball widmen möchte, sondern EM-Gucken mit einem Sommerausflug kombinieren will, findet hier ein paar Anregungen.
Berlin-Charlottenburg: Kletterparcours und Kickerpartie
Erst selber aktiv sein, dann zurücklehnen und den Fußballstars im Fernsehen zugucken - so sieht das Programm im Waldhochseilgarten Jungfernheide aus. Der angrenzende Biergarten am historischen Wasserturm in Berlin-Charlottenburg überträgt alle EM-Spiele auf einer Großleinwand. Das Public Viewing ist kostenlos; wer sich im Klettergarten durch die Bäume schwingen will, zahlt Eintritt. Neun verschiedene Parcours mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden stehen für Erwachsene und Jugendliche zur Auswahl, für Kinder drei.
Ostseeinsel Usedom: Großleinwand im Wasser
Fußballgucken mit Meerblick: Den wohl spektakulärsten Public-Viewing-Ort hat sich das ZDF ausgesucht. Der Fernsehsender baute seine Großleinwand in der Ostsee auf. Nur rund fünf Kilometer von der polnischen Grenze entfernt, an der Seebrücke von Heringsdorf, können bis zu tausend Zuschauer die EM-Spiele vom Strand aus verfolgen. Vor dem Spiel bietet sich eine Radtour über die Insel an, man kann ins polnische Swinemünde fahren - oder von der Promenade aus die restaurierten Fassaden der Kaiserbäder bestaunen.
Leipzig: Fangesänge am hundertjährigen Musikpavillon
Normalerweise bespielen professionelle Jazz-Saxofonisten, Evergreen-Bands oder Akustik-Gitarristen den vor genau 100 Jahren eröffneten Leipziger Musikpavillon. Während der Fußballeuropameisterschaft jedoch werden hier eher die Gesänge heiserer Fans ertönen. Denn vom Auftaktspiel bis zum Finale überträgt der Biergarten im Clarapark alle Partien live. Bei Ur-Krostitzer und Bratwurst können Fans die Kicker auf einer großen Leinwand bejubeln.
Bergheim: Torjubel im Schlosshof
Gut 30 Kilometer westlich von Köln befindet sich das im 16. Jahrhundert erbaute Schloss Paffendorf. Die Brasserie im Innenhof richtet Public-Viewing-Veranstaltungen zu allen EM-Spielen aus. Zwischen alten Mauern, umgeben von Wassergräben und einem herrschaftlichen Schlosspark, können hier bis zu 1500 Fußballfans ihre Teams vor einer fünf Meter großen Leinwand anfeuern. Der Eintritt ist kostenlos, für die Deutschlandspiele müssen allerdings wegen des begrenzten Platzes Tickets vor Ort abgeholt werden (jeweils an dem Abend nach einem Deutschlandspiel).
Hamburg: Straßenfußball am Katharinenfleet
Die größte durchgängige EM-Party Deutschlands findet zwar auf dem Heiligengeistfeld auf St. Pauli statt. Wer nach dem Fußballgucken aber nicht ganz so viel Trubel möchte und der wilden Partystimmung auf der Reeperbahn einen nächtlichen Spaziergang durch die Speicherstadt vorzieht, der sollte lieber zur "EM im Fleet" kommen. Unter freiem Himmel werden bei einer Veranstaltung neben der Kirche St. Katharinen alle Vorrundenspiele mit deutscher Beteiligung gezeigt und ab dem Viertelfinale ausgewählte Partien. Bei einem Straßenfußballturnier und am Tischkicker können Fans ihr eigenes Talent beweisen.
Flensburg: Plopp für Poldi und Co.
EM-Gucken in Deutschlands nördlichster Brauerei: Bier gehört zum Fußball dazu - da liegt es nahe, ein Public Viewing an der Quelle zu veranstalten. Auf dem Gelände der Flensburger Brauerei ist Platz für 4000 Fans, gezeigt werden alle Spiele mit deutscher Beteiligung. Wer noch nie in Flensburg war, sollte sich vorm Fußballgucken die historischen Kaufmannshäuser ansehen sowie die ehemaligen Speicher, in denen heute teils Lokale untergebracht sind. Der Hafen hat zwar längst seine wirtschaftliche Bedeutung verloren, maritimes Flair versprüht die Stadt aber immer noch.
München: Mitfiebern im Biergarten
Ob im Hirschgarten, im Hofbräukeller oder am Chinesischen Turm - München-Besucher können sich sicher sein, dass zum EM-Auftakt genügend Bier kalt steht. Beim Champions-League-Finale im Mai hat sich die Stadt schon einmal auf eine große Fußballparty vorbereitet. Die fiel wegen der Niederlage der Bayern zwar leider aus - aber dass die Münchner feiern können, ist unbestritten. Die besten Public-Viewing-Lokale der Stadt finden Sie hier.
Und jetzt sind Sie dran: Wohin geht's zum Public Viewing? Tragen Sie Fanfeste, Fußballkneipen, Biergärten und Großleinwände in die interaktive Reisekarte ein.
jus

