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29.11.2012
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Ökostrom

Bahnfahren soll grüner werden

Von
dapd

Intercity-Express: CO2-Abgabe auf freiwilliger Basis

Ab April 2013 will die Bahn den Einsatz von Ökostrom für den Betrieb seiner Fernzüge verdreifachen. Konzernchef Grube lobt das als Fortschritt für die Reisenden. Was er nicht erwähnt: Der Personenfernverkehr macht nur einen kleinen Teil aller Zugfahrten aus.

Es ist eine Sternstunde für die Rechenkünstler bei der Deutschen Bahn. Ab April, so versprechen sie ihren Stammkunden, würden Vielfahrer zu 100 Prozent mit regenerativen Energien unterwegs sein. Null CO2 für die Reise von Hamburg nach München, von Stuttgart nach Berlin oder von Köln nach Dresden - schöne neue Welt.

Die Zuspitzung der Marketingstrategen beschreibt tatsächlich einen deutlichen Fortschritt, wenn er auch in der Gesamtschau nicht so spektakulär wirkt wie angekündigt. Ab April 2013 soll der Einsatz von Ökostrom im Bereich Personenfernverkehr verdreifacht werden, wie SPIEGEL ONLINE aus Kreisen des Aufsichtsrats erfuhr. Die zusätzlichen Kosten will die Bahn selbst übernehmen - zumindest für die rund fünf Millionen Bahncardbesitzer und Geschäftskunden sollen die Preise stabil bleiben. Bahnkunden ohne Bahncard können für einen Euro Aufschlag ein so genanntes Umwelt-Plus-Ticket buchen.

Die Bahn macht damit einen großen Schritt auf dem Weg zum komplett mit erneuerbaren Energien betriebenen Fernverkehr. Schon im April werden die CO2-Emissionen in diesem Bereich von 42 Gramm auf dann nur noch 14 Gramm je Personenkilometer sinken. Laut Bahn sinken die Emissionen pro Fahrgast dann 50 Prozent unter die vergleichbaren Werte beim Fernbus (30 Gramm). Verglichen mit dem Auto (136 Gramm) oder dem Flugzeug (180 Gramm) sieht die Bilanz sogar noch erheblich günstiger aus. Die Berechnung werde von einer unabhängigen Prüforganisation überprüft.

Bahn hinkt hinterher

In der Gesamtschau relativiert sich die Rechnung jedoch. Denn der Personenfernverkehr macht nur einen kleineren Teil der Gesamtfahrleistung aller Züge aus. Rund 22 Prozent der Energie geht für die Beförderung der Passagiere auf der Langstrecke drauf. 45 Prozent entfallen auf den Nahverkehr und die restlichen 33 Prozent auf den Gütertransport. Insgesamt bezieht die Bahn lediglich rund 22 Prozent ihres Verbrauchs aus regenerativen Energien - dabei hat der grüne Strom deutschlandweit inzwischen einen Anteil von gut 25 Prozent.

Oliver Krischer von den Grünen hält denn auch besonderes Lob für wenig angebracht. "Die Bahn sollte den Ökoenergieanteil auch für den Nah- und Güterverkehr entsprechend erhöhen", sagt der Energieexperte. "Alles andere wäre nur ein PR-Gag, um im Fernverkehr mehr Fahrgäste zu gewinnen."

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 13 Beiträge
1. Aw:
Moxie 29.11.2012
Dem Strom seine Züge, dem Betrieb seine oder dem Bahn seine?
Zitat von sysopAb April 2013 will die Bahn den Einsatz von Ökostrom für den Betrieb seiner Fernzüge verdreifachen. Die Bahn will Anteil von Ökostrom für ICE verdreifachen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/reise/deutschland/die-bahn-will-anteil-von-oekostrom-fuer-ice-verdreifachen-a-869986.html)
Dem Strom seine Züge, dem Betrieb seine oder dem Bahn seine?
2.
querulant_99 29.11.2012
Kann mir irgendein Experte mal erklären wie die Bahn das technische Kunststück fertig bringt, dass auf ein und derselben Strecke, ein ICE, ein Regionalzug und ein Güterzug, die hintereinander herfahren, abhängig vom Zugtyp [...]
Zitat von sysopAb April 2013 will die Bahn den Einsatz von Ökostrom für den Betrieb seiner Fernzüge verdreifachen. Konzernchef Grube lobt das als Fortschritt für die Reisenden. Was er nicht erwähnt: Der Personenfernverkehr macht nur einen kleinen Teil aller Zugfahrten aus.
Kann mir irgendein Experte mal erklären wie die Bahn das technische Kunststück fertig bringt, dass auf ein und derselben Strecke, ein ICE, ein Regionalzug und ein Güterzug, die hintereinander herfahren, abhängig vom Zugtyp Ökostrom, Kohlestrom oder Atomstrom aus der Oberleitung zapft?
3. Na klar ...
westerwäller 29.11.2012
... die ersten Elektronen bekommt der ICE, die zweiten der Regionalzug und die dritten der Güterzug ... Ganz einfach und wird mit der EEHW (Elektrische Elektronen Herkunfts Weiche) durchgeführt ...
Zitat von querulant_99Kann mir irgendein Experte mal erklären wie die Bahn das technische Kunststück fertig bringt, dass auf ein und derselben Strecke, ein ICE, ein Regionalzug und ein Güterzug, die hintereinander herfahren, abhängig vom Zugtyp Ökostrom, Kohlestrom oder Atomstrom aus der Oberleitung zapft?
... die ersten Elektronen bekommt der ICE, die zweiten der Regionalzug und die dritten der Güterzug ... Ganz einfach und wird mit der EEHW (Elektrische Elektronen Herkunfts Weiche) durchgeführt ...
4. Völliger Unsinn
u.loose 29.11.2012
Ökostrom ist das nur, weil man uralte Wasserkraft mit ins EEG gebracht hat. Wirklich ÖKO wären die wohl nur, wenn die mit Wind und PV Strom fahren würden... Lohnt aber wohl nicht, man will ja auch bei Flaute und Nachts fahren.
Ökostrom ist das nur, weil man uralte Wasserkraft mit ins EEG gebracht hat. Wirklich ÖKO wären die wohl nur, wenn die mit Wind und PV Strom fahren würden... Lohnt aber wohl nicht, man will ja auch bei Flaute und Nachts fahren.
5. Also ...
westerwäller 29.11.2012
1. Das Bahnfahren wird n.J. teurer... 2. Die Bahn begründet das zeitgemäß mit Ökostromkosten ... 3. Die gehobenen ICE-Kunden müssen nicht draufzahlen ... Das ist dann ÖKO. Haben wir sogar schon schlechter gelesen ...
1. Das Bahnfahren wird n.J. teurer... 2. Die Bahn begründet das zeitgemäß mit Ökostromkosten ... 3. Die gehobenen ICE-Kunden müssen nicht draufzahlen ... Das ist dann ÖKO. Haben wir sogar schon schlechter gelesen ...

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