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Reise

Strecke Hamburg - Berlin

700 ICE-Passagiere sitzen nach Kollision im Dunkeln

Nachdem ein ICE in eine defekte Oberleitung gefahren ist, musste in dem Zug der Strom abgeschaltet werden. Auf der Strecke zwischen Hamburg und Berlin kam es zu Verspätungen.

DPA

Ein ICE der Deutschen Bahn (Archivbild)

Freitag, 05.10.2018   23:12 Uhr

Ein Oberleitungsschaden hat in Norddeutschland für Chaos im Zugverkehr gesorgt. Der ICE 690 war zwischen den Bahnhöfen Hagenow-Land und Pritzier in Mecklenburg-Vorpommern in herabhängende Teile einer Oberleitung gefahren, woraufhin der Zug liegenblieb. Nach Bahnangaben musste der Strom im ICE abgestellt werden.

Der Fernverkehr auf der Strecke Berlin-Hamburg wurde in beiden Richtungen über Uelzen umgeleitet, Reisende sollten laut Deutscher Bahn mit Verspätungen von etwa einer Stunde rechnen. Auch die Strecke Hamburg-Schwerin-Rostock war betroffen.

Währenddessen saßen die rund 700 Menschen in dem havarierten ICE drei Stunden fest. Draußen war es bereits dunkel. "Das Licht fiel aus, die Toiletten liefen voll", sagte ein Passagier der "Bild"-Zeitung. Bahn-Angestellte hätten Wasser verteilt, das habe aber nicht gereicht. Eine andere Mitreisende berichtete der Deutschen Presse-Agentur, eine Frau habe Platzangst im Dunkeln bekommen. Zu einer Massenpanik sei es aber nicht gekommen. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

Kurz nach 20 Uhr konnten die Passagiere dann offenbar in einen Ersatz-ICE umsteigen - und ihre Fahrt Richtung Hamburg fortsetzen.

kko/dpa

insgesamt 45 Beiträge
murrle01 06.10.2018
1. Es gibt keinen technischen Grund....
nach einem Oberleitungsschaden im Zug das Licht auszuschalten! Alle Wagen haben eine Bordbatterie, welche für eine Weile zumindest für das Licht ausreicht. Das Bordbistro sollte allerdings vom Verbrauch ausgeschaltet werden. [...]
nach einem Oberleitungsschaden im Zug das Licht auszuschalten! Alle Wagen haben eine Bordbatterie, welche für eine Weile zumindest für das Licht ausreicht. Das Bordbistro sollte allerdings vom Verbrauch ausgeschaltet werden. Mir als ehemaliger ICE Lokf. und davor Elektriker in der Fahrleitungsunterhaltung, erschließt sich nicht welchen Grund es dafür geben sollte. Bei einer defekten Fahrleitung die den Boden oder den Zug berührt, gibt es eine Auslösung im Unterwerk, wo dann eine geringe Prüfspannung eingespeist wird, um festzustellen, ob der Kurzschluss noch vorliegt. Danach wird der betreffende Streckenabschnitt ausgeschaltet. Desweiteren ist mir nicht klar, warum der Zug innerhalb der Störstelle zum Stehen gekommen ist, wenn er nicht gerade Schrittgeschwindigkeit fuhr. Lokführer sind angehalten in so einem Fall den eigenen Stromabnehmer zu senken, um weiteren Schaden zu vermeiden, aber den Zug ausrollen und die Gefahrenstelle hinter sich zu lassen. Ist das nun Unvermögen, schlechte Ausbildung, das es nach Störungen immer wieder unnötige Schwierigkeiten und größere Verspätungen gibt?
Instin 06.10.2018
2. Dunkel?
Kein Notstrom, keine Batterien, keine Aggregate. Wer baut so einen Zug?
Kein Notstrom, keine Batterien, keine Aggregate. Wer baut so einen Zug?
spon-facebook-10000239462 06.10.2018
3. In so einem Fall...
Hätte ich eigentlich in so einem Fall das Recht, den defekten Zug zu verlassen und mich selbst auf den Weg machen? Ist es nicht Freiheitsentzug, wenn der Zug liegen bleibt und man stundenlang eingesperrt ist? Wer kennt sich da [...]
Hätte ich eigentlich in so einem Fall das Recht, den defekten Zug zu verlassen und mich selbst auf den Weg machen? Ist es nicht Freiheitsentzug, wenn der Zug liegen bleibt und man stundenlang eingesperrt ist? Wer kennt sich da aus?
Stäffelesrutscher 06.10.2018
4. Ein ganz Schlauer
Selbstverständlich haben Sie das Recht, sich mit 15.000 Volt umzubringen. Sie dürfen sich auch von einer Autobahnbrücke stürzen oder sich einen Stein um die Füße binden und in den nächsten See gehen. Alternativ [...]
Zitat von spon-facebook-10000239462Hätte ich eigentlich in so einem Fall das Recht, den defekten Zug zu verlassen und mich selbst auf den Weg machen? Ist es nicht Freiheitsentzug, wenn der Zug liegen bleibt und man stundenlang eingesperrt ist? Wer kennt sich da aus?
Selbstverständlich haben Sie das Recht, sich mit 15.000 Volt umzubringen. Sie dürfen sich auch von einer Autobahnbrücke stürzen oder sich einen Stein um die Füße binden und in den nächsten See gehen. Alternativ dürfen Sie auch nachdenken, bevor Sie auf solche Ideen kommen und sie auch noch verbreiten.
AndreasLaeuen 06.10.2018
5. Muss ja nicht alles stimmen...
... was da in dem Artikel steht. Die Batterien haben in der Regel Saft für drei Stunden Licht. Nicht die volle Beleuchtung - aber eine ausreichende Beleuchtung für eine sichere Orientierung im Zug. Irgendwann sind die Battereien [...]
... was da in dem Artikel steht. Die Batterien haben in der Regel Saft für drei Stunden Licht. Nicht die volle Beleuchtung - aber eine ausreichende Beleuchtung für eine sichere Orientierung im Zug. Irgendwann sind die Battereien aber erschöpft und evtl. ist dieser Zustand vom Autor mit "Abschalten" vertauscht worden? Im Pkw ist das auch nicht anders. Wenn der liegen bleibt ist man ebenfalls auf die Batterie angewiesen. Wer weiß, was in der Berichterstattung sonst noch hinzugedichtet wurde.
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