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Reise

25 Jahre Disneyland Paris

Eine Welt wie aus Zuckerwatte

Prinzesschen, Schlösser und die Micky Maus - für manche Eltern ist die Kombi ein Graus. Im Disneyland bei Paris ist dies Programm, und zwar seit 25 Jahren. Lassen sich Kinder davon heute noch begeistern?

Andrea Warnecke / TMN
Mittwoch, 12.04.2017   14:20 Uhr

Die dreijährige Marlene kreischt wie ein Teeniemädchen beim Anblick von Justin Bieber. Durch die Lobby des Hotels schreitet soeben ein 88 Jahre alter Herr. Eigentlich kein Herr, sondern eine Maus: Micky Maus.

"Der hat MIR gewunken, hast du gesehen?!" Marlene ist entzückt. Die Maus allerdings muss gleich weiter. Noch am Mittag wird sie die Gäste der großen Geburtstagsparty begrüßen. Nicht ihrer eigenen, sondern der des ersten und immer noch einzigen europäischen Disneylands. Vor 25 Jahren wurde der Freizeitpark in der Nähe von Paris eröffnet - am 12. April 1992.

Micky und seine Freunde wurden damals nicht allzu überschwänglich begrüßt. Viele Franzosen empfanden es als Affront, dass direkt neben ihrer traditionsreichen Hauptstadt ein amerikanischer Freizeitpark errichtet wurde.

Doch heute reihen sich jeden Morgen unzählige Europäer brav in die Schlangen ein. "Disneyland Paris besuchen täglich im Schnitt mehr Gäste als Eiffelturm und Louvre zusammen", sagt Catherine Frangeul von Disney, verantwortlich für den deutschen Markt. 320 Millionen waren es seit der Eröffnung.

Eine Erfolgsgeschichte ist der europäische Disney-Ableger dennoch nicht. Von den 25 Jahren schlossen nur sieben mit einem Gewinn ab, und im November 2016 musste Euro Disney das schlechteste Ergebnis seit 23 Jahren bekannt geben. Für die Walt Disney Company in den USA bleibt ihre Pariser Dependance das Schaufenster in Europa.

Kitschig oder nur gefühlvoll?

Und die Micky Maus? Auch 88 Jahre nach ihrer Erfindung lässt die Comicfigur mit den großen schwarzen Ohren offenbar nicht nur Marlenes Herz höher schlagen. Die kleinen Mädchen unter den Besuchern sind allerdings - zum Grauen mancher Eltern - noch auf ganz andere Figuren scharf: auf Prinzessinnen wie etwa Elsa und Anna aus "Die Eiskönigin".

Zum 25. Geburtstag des Parks lässt Showdirektorin Amanda Cahen Cinderella, Arielle, die dank der spektakulären Neuauflage von "Die Schöne und das Biest" gerade wieder sehr angesagte Belle und sechs andere Königstöchter noch einmal gemeinsam auftreten. 20 Minuten lang schweben sie über die Bühne vor der Kulisse des Dornröschenschlosses - übrigens inspiriert von König Ludwigs Kitschbehausung Neuschwanstein.

Ob das noch zeitgemäß ist? "Was sollte daran alt werden?", fragt Cahen lächelnd zurück. Es seien doch noch immer die gleichen Geschichten, behauptet sie, die die Menschen bewegten: Wie man über sich hinauswächst, nach der großen Liebe sucht - und nicht zuletzt, wo wahre Schönheit zu finden ist.

"Jedes Mädchen kann eine Prinzessin sein" heißt einer der Songs der Show dazu passend. Da auf Englisch und Französisch gesungen wird, hat Marlene das zwar nicht verstanden. Sie verkündet trotzdem, sie sei jetzt eine echte Prinzessin - und tanzt über den Platz vor dem bonbonfarbenen Märchenschloss.

Natürlich ist das alles wahnsinnig kitschig. Das sei aber genau der Zauber, den die Menschen hier suchen, sagt Cahen. Und wem der Prinzessinnenwalzer zu plüschig ist, der schaut eben Micky und seinen Freunden bei der Geburtstagsfeier "Happy Birthday Disneyland" zu. Oder besucht Luke Skywalker und Darth Vader im gerade wiedereröffneten 3D-Star-Wars-Simulator und kann in der Star-Wars-Academy lernen, wie das Laserschwert fachgerecht zu schwingen ist.

Stundenlang anstehen, wenige Minuten Vergnügen

Marlene krabbelt zurück in ihren Buggy - übrigens ein Muss auf dem riesigen Gelände. Wer den eigenen Wagen leichtsinnigerweise zu Hause hat stehen lassen, kann für stolze 20 Euro am Tag am Eingang einen leihen. Kann? Muss!

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Disneyland Paris: Die Maus und die Prinzessinnen

Mit den Kleinsten wühlt man sich dann am besten gleich ins Fantasyland ganz am Ende des Disneyland Parks durch. Hier ist alles noch ein bisschen bunter, die Häuser schnuckeliger, die Karussells kleiner. Alles wirkt wie eben gerade errichtet: eine blitzsaubere Welt wie aus Zuckerwatte.

In "It's a small world" schaukeln Große und Kleine in winzigen bunten Bötchen über eine Wasserstraße durch einen dunklen Tunnel. Rechts und links tauchen beleuchtete Puppeninstallationen auf. Über die bittere Tatsache, dass man nach einer halben Stunde Schlangestehen nur wenige Minuten im Boot verbringt und dann schon wieder aussteigen muss, tröstet die nächste Bootsfahrt durch die Welt der Märchen "Le Pays de Conte de Fées" vorerst hinweg.

Auf die eine oder andere Träne müssen Eltern trotzdem vorbereitet sein: Selbst am Dumbo-Karussell sind Wartezeiten von 45 Minuten keine Seltenheit. Kleinen Kindern ist das nur schwer vermittelbar.

An einigen Attraktionen können Besucher allerdings einen Fast Pass ziehen und dann zu einer festgelegten Uhrzeit zurückkehren. Und mit einem VIP Fast Pass kommt man auch ohne feste Zeit schnell dran. Einen solchen bekommt aber nur, wer bestimmte Zimmer in einem der Disney-Hotels gebucht hat. Davon gibt es gleich mehrere auf dem 1945 Hektar großen Areal. "Wer dort eincheckt, hat noch einen weiteren Vorteil: Er darf zwei Stunden vor allen anderen in die Parks", erklärt Catherine Frangeul.

Zauber des Disney-Kosmos

Der eigentliche Freizeitpark ist in zwei Teile geteilt: Disneyland Park und die Studios. Dazwischen liegt eine kleine, frei zugängliche Shoppingmeile mit Fast-Food-Restaurants, einem Showtheater und einem Kino. Für die Parks gibt es sowohl Einzeltickets als auch Kombiangebote, mit denen man Zutritt zu beiden Teilen hat.

Wer nur für einen Tag kommt und kleine Kinder dabei hat, kann überlegen, nur den Disneyland Park zu besuchen. Schon der ist an einem Tag kaum zu bewältigen. Der "Tower of Terror" allerdings befindet sich in den Studios. Wer den berüchtigten Aufzug nehmen will, der im freien Fall in die Tiefe saust, braucht also Zutritt zu den Studios. Für kleine Kinder ist das naturgemäß nichts.

Im Park neigt sich der Tag mittlerweile dem Ende zu. Vor dem tiefschwarzen Himmel erhebt sich das hell erleuchtete Dornröschenschloss. Es dient in den kommenden Minuten als riesige Leinwand für Filmschnipsel der vergangenen 25 Disney-Jahre: Eine gigantisch große Arielle schippert noch einmal mit ihrem Prinzen über den See, Löwe Simba tollt mit seiner Nala durch den Dschungel, und Emma Watson tanzt als Belle mit dem Biest zu Madame Pottines Gesang.

Und während kleine Mädchen wie Marlene gespannt auf den Auftritt der Eiskönigin Elsa warten, schwelgt so mancher Erwachsene mit leicht verklärtem Blick in der eigenen Kindheit. So ganz entziehen können sie sich dem Zauber nicht. Warum auch?

Teresa Nauber, dpa

insgesamt 5 Beiträge
mazzmazz 12.04.2017
1. Natürlich!
Meine Kinder haben es geliebt. Meine Frau hat es geliebt. Und mir hat gefallen, dass die 3 sich so gefreut haben. Mehr muss man da nicht hinein interpretieren.
Meine Kinder haben es geliebt. Meine Frau hat es geliebt. Und mir hat gefallen, dass die 3 sich so gefreut haben. Mehr muss man da nicht hinein interpretieren.
hegoat 12.04.2017
2. Wenn es nicht so teuer wäre...
Ein Tagesticket für eine Person über 11 Jahre kostet zwischen 80 und 100 Euro, für die Kleinfamilie ist man zuzüglich Essen, Trinken, etc. schnell 500 Euro am Tag los. Und an einen Tag schafft man bei den üblichen Wartezeiten [...]
Ein Tagesticket für eine Person über 11 Jahre kostet zwischen 80 und 100 Euro, für die Kleinfamilie ist man zuzüglich Essen, Trinken, etc. schnell 500 Euro am Tag los. Und an einen Tag schafft man bei den üblichen Wartezeiten max. 6-7 Attraktionen.
erkelenzer 12.04.2017
3. Euro Itchy & Scratchy Land
...und seit ca. 20 Jahren muss ich immer an die Abschlussszene einer Simpsons Folge denken, wenn ich "Euro Disneyland Paris" höre. Einfach mal bei Youtube nach der Überschrift suchen.
...und seit ca. 20 Jahren muss ich immer an die Abschlussszene einer Simpsons Folge denken, wenn ich "Euro Disneyland Paris" höre. Einfach mal bei Youtube nach der Überschrift suchen.
Chefcook 12.04.2017
4. Der Geschenkeladen braucht mehr Bort-Namensschilder!
@erkelenzer: Sämtliche Bort-Namensschiler sind ausverkauft!
@erkelenzer: Sämtliche Bort-Namensschiler sind ausverkauft!
mama_arbeitet 12.04.2017
5. voll, aber keine Gewinne?
Seltsam, wenn der Park immer voll ist und man stundenlang ansteht - warum sind nur wenige Jahre gewinnträchtig gewesen? Ich selbst war ca. 1993 da und habe recht gute Erinnerungen dran.
Seltsam, wenn der Park immer voll ist und man stundenlang ansteht - warum sind nur wenige Jahre gewinnträchtig gewesen? Ich selbst war ca. 1993 da und habe recht gute Erinnerungen dran.

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