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Sauftourismus

Mallorcas Polizei für Alkoholverbot am Flughafen

Deutsche Neonazis und betrunkene Briten - die Polizei auf Mallorca hat im Sommer alle Hände voll zu tun. Ihr großer Wunsch: Fluglinien und der Flughafen sollten keinen Alkohol mehr ausschenken.

DPA
Montag, 19.06.2017   17:05 Uhr

Die Polizei auf Mallorca hat in der Urlaubs-Hauptsaison viel zu tun. Betrunkene Briten rennen nackt über die Strandpromenade von Palmanova, Rechtsradikale aus Deutschland skandieren laut "Ausländer raus!", belästigen Frauen und rollen Reichsbürgerflaggen aus.

Teil des Problems ist der Airport der Hauptstadt Palma. Zumindest dort wünscht sich die Polizei ein Alkoholverkaufsverbot sowie in den Flugzeugen, die Mallorca ansteuern, wie das "Mallorca Magazin" berichtet. Im Flughafen seien erst kürzlich zwei Beamte verletzt worden.

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Urlauber-Boom: Voll, voller, Mallorca

"Dass es im Terminal Braustuben so groß wie Biergärten gibt, das kann nicht angehen", zitierte das Blatt Chema Mansó, den Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft SPP. Zudem schenkten die Airlines auch dann noch Alkohol aus, wenn Reisende offensichtlich bereits betrunken seien, sagte Mansó weiter.

Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass der Airport der Forderung nachkommt. "Leider stehen bei vielen Fluggesellschaften und beim Flughafenbetreiber Aena wirtschaftliche Interessen im Vordergrund", klagte die Gewerkschaft.

Der beliebten Urlaubsinsel steht ein Rekordansturm in diesem Sommer bevor: Die Zahl der Passagiere auf dem Flughafen von Palma kletterte schon in den ersten fünf Monaten von 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,7 Prozent auf 7,7 Millionen.

Seit April gebe es einen regelrechten Run auf die Zimmer, berichtete die "Mallorca Zeitung", bis einschließlich November seien bereits jetzt zahlreiche Hotels ausgebucht. Eine Nebensaison im klassischen Sinne scheine es in diesem Jahr nicht zu geben. Noch nie sei die Auslastung so komplett, das Preisniveau so hoch und die Saison so lang gewesen, hieß es.

Für die Hochsaison im Juli und August seien sogar 92 Prozent der Hotels komplett ausgebucht. Die restlichen Zimmer würden zu Höchstpreisen angeboten. Bereits seit Anfang Juni sei kaum noch ein Bett unter 200 Euro zu finden. Derzeit gebe es nur noch in etwa 120 der rund 700 geöffneten Hotels "das ein oder andere Zimmer", so die Zeitung.

Mallorca will Low-Cost- und Sauf-Tourismus verbannen

Vor allem immer mehr Deutsche stürmen die Insel - und auch die Zahl problematischer Besucher wächst. Vor Kurzem gab es im Ballermann-Kultlokal "Bierkönig" Ärger mit 15 deutschen Neonazis. Spanische Behörden nahmen danach Ermittlungen wegen "Verletzung der Grundrechte" auf. Am vergangenen Freitag verschreckten Deutsche in einem Hotel die Gäste, indem sie am Pool rechtsradikale Lieder hörten.

Dies sind keine Einzelfälle: "Neonazi-Touristen gehören an der Playa zum Straßenbild", sagt Francisco Marín, Chef des Hotelierverbandes der Playa. Die Vorkommnisse im "Bierkönig" seien "ein stückweit Normalität", behauptete auch der stellvertretende Chefredakteur der "Mallorca Zeitung", Frank Feldmeier, in einem Leitartikel. Spätestens im Juni beginne die Eskalation an Malles berühmtester Partymeile, so Feldmeier. Dort seien "in der Regel pro Sommer ein bis zwei rechtsradikale Vorfälle zu verzeichnen".

Die Linken, die sowohl in der Hauptstadt als auch in der Autonomen Gemeinschaft der Balearen seit 2015 das Sagen haben, wollen nicht nur Rechtsradikale, sondern auch Low-Cost- und Sauf-Tourismus verbannen. Was man will, sind betuchtere Besucher, die sich gut benehmen und auf der Insel mehr Geld ausgeben. Dazu wurden unter anderem der Bau von Nobelhotels gefördert und Strandkioske modernisiert.

Die legendäre Bude "Ballermann 6" präsentiert sich zum Beispiel seit dem Frühjahr als moderner, schicker "Beach Club". Am Ballermann stehen seit 2016 auffällige Verbotsschilder, die das Saufen und auch das Grölen auf offener Straße untersagen. Bei Zuwiderhandlungen werden Geldbußen von 1500 bis 3000 Euro fällig.

abl/dpa

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Reiseziel Mallorca

Einreiseinfos und Zeitzonen
Mallorca liegt in der mitteleuropäischen Zeitzone (MEZ). Es gibt somit keinen Zeitunterschied zu Deutschland.
Beste Reisezeit
Mit seinen knapp 300 Sonnentagen im Jahr bietet Mallorca eine lange Reisesaison. Wer einsame Strände und Wildblumen erleben möchte, sollte Mallorca im März und April besuchen. Angenehm warm ist das Wasser allerdings erst ab Mitte Mai. Die angenehmste Reisezeit ist wohl der Juni: Das Wetter ist schön, und das Meer lädt zum Baden.

Im Juli und August ist es mit durchschnittlich 29 Grad Celsius sehr heiß auf Mallorca, außerdem sind die Strände und Cafés überfüllt. Im September kühlt es ab, es besteht aber auch die Gefahr von Regenschauern und Stürmen.

Für Wanderer und Radfahrer empfiehlt sich neben dem Frühjahr besonders der Herbst als Reisezeit. Im Oktober ist die Luft mild, und das Wasser hat noch bis in den November hinein Badetemperatur. Individualisten sollten Mallorca im Dezember besuchen, um noch ein paar schöne Sonnentage ohne Vorweihnachtsstress zu genießen.
Highlights
Nicht nur für Party-Touristen lohnt sich ein Abstecher nach Palma, der größten Stadt Mallorcas. Neben einem lebendigen Nachtleben bietet die Stadt viele Sehenswürdigkeiten wie etwa die "Kathedrale des Lichts" - eines der imposantesten Bauwerke Spaniens.

Eine sehr hübsches Stadtchen ist Valldemossa, berühmt für sein ehemaliges Kloster, indem schon Frédéric Chopin mit seiner Geliebten George Sand wohnte.

Im Südwesten zeigt die Insel ihre stille Seite. Ausgehend vom Badeort Sant Elm können Wanderer hier entlang der Küste mit Blick auf die Dracheninsel bis zur Klosteranlage Sa Trapa aufsteigen.

Individualreisende lieben das ländliche Inselinnere. Wer den 543 Meter hohen Tafelberg Puig de Randa erklimmt, wird belohnt: mit einem weiten Ausblick und mit dem Licor Randa, einen Kräuterlikör, den es nur dort oben gibt.

Den Sonnenaufgang beobachtet man am besten in den frühen Morgenstunden am Cap de Formentor, einer ganz im Norden gelegenen felsigen Landzunge.
Festivals und Veranstaltungen
Das wichtigste Fest der Insel ist Ostern. Die Karwoche - "Semana Santa" - wird in praktisch allen Gemeinden mit farbenfrohen Prozessionen gefeiert.

Wer es blutrünstig mag, sollte das Kostümfest der Bewohner von Sóller besuchen. Jedes Jahr im Mai spielen sie ihren Sieg gegen die maurischen und türkischen Piraten 1561 mit Säbeln und viel Kampfgeschrei nach.

Ein besonderer Tipp ist auch das "Torrent de Pareis", ein mallorquinisches Konzert, das immer im Juli an der Mündung der Wildwasserschlucht Torrent de Pareis stattfindet, wenn diese von der Hitze ausgetrocknet ist.
Reiseinfos
Viele Informationen rund um Gastronomie, Sport und Einkaufen bietet die Internetseite des Tourismusportals der Balearen www.illesbalears.es. Schön übersichtlich ist auch die kommerzielle Internetseite www.mallorca.de. Für Kulturliebhaber empfiehlt sich die offizielle Kulturseite der Balearen www.balearsculturaltour.es.
Anreise und Transport
Mallorca ist so ein beliebtes Reiseziel, dass es von den meisten Fluggesellschaften angeboten wird. Der Flug bis zum internationalen Flughafen Son Sant Joan dauert circa zwei bis drei Stunden, je nach Abflugort. Alternativ ist aber auch die nicht ganz billige Anreise mit dem Schiff möglich. Von Barcelona dauert die Überfahrt nach Palma je nach Fähre vier oder acht Stunden. Für Urlauber ohne eigenes Auto ist immer ein Platz auf der Fähre der Gesellschaft Trasmediterránea www.trasmediterranea.es frei. Wer mit dem Auto übersetzt, sollte jedoch vorab buchen.

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