23.07.2012
Almbachklamm bis Zammer Lochputz
Die schönsten Schluchten der Alpen
Der Sprung in einen Bergsee verhilft verschwitzten Wanderern gerne mal zu einer angenehmeren Körpertemperatur. Abkühlungen gibt es aber nicht nur beim Baden, sondern auch in Klammen, die überall in den Alpen zu finden sind. Viele der tief ins Gestein geschnittenen Schluchten sind auf Pfaden und Steigen gefahrlos zu erkunden.
Wer für seinen Aktivurlaub in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch Anregungen sucht, sollte prüfen, ob eine dieser Schluchten auf der Route liegt. Keine dabei? Dann hilft nur eins: Schnell einen Abstecher einplanen!
Allgäuer Alpen: Breitachklamm
Bis zu 100 Meter tief hat sich die aus dem Kleinwalsertal kommende Breitach in den Schrattenkalk geschnitten und damit eine der eindrucksvollsten Klammen der Bayerischen Alpen geschaffen. Entsprechend aufregend ist die Wanderung durch die mehr als einen Kilometer lange Schlucht, durch die seit 1905 eine Steiganlage führt. Kühn verläuft der gesicherte, aber gut begehbare Weg entlang der Felswände, während einige Meter weiter das glasklare Wasser talwärts rauscht.
Am oberen Ende der Schlucht folgt man dem Weg zum Zwingsteg und erreicht nach kurzem Anstieg eine Hochfläche mit der Sesselalpe. Bei Tiefenbach informiert ein naturkundliches Informationszentrum über Entstehung und Ökologie der Breitachklamm - samt naturgetreuem Modell der Klamm.
Berchtesgadener Alpen: Wimbachklamm
So deutlich wie hier sieht man selten, wie die Erosion an den Bergen nagt. Zwischen Watzmann und dem nicht minder beeindruckenden Hochkalter versteckt sich das Wimbachtal mit seinem mehr als 300 Meter mächtigen und rund neun Kilometer langen Schuttstrom aus Dolomitgestein. Das schäumende Wasser des Wimbachs sucht sich seinen Weg durch die Berge, leuchtend grüne Moospolster sorgen für Farbe, es tropft von oben und spritzt von unten. Gut 200 Meter lang ist das Kernstück der Klamm, dann wird es mit einem Mal ruhig, aus der Schlucht tritt man hinaus in ein weites Tal. Über einen Forstweg wandert man wieder zurück zur Wimbachbrücke bei Ramsau.
Berchtesgadener Alpen: Almbachklamm
Familien mit Kindern brauchen hier etwas Geduld. Denn gleich nach dem Parkplatz bei Marktschellenberg müssen sie erste eine Kugelmühle bestaunen, die würfelförmige Marmorbrocken in Marmorkugeln verwandelt. Dahinter geht es hinein in die Klamm. Anfangs plätschert der Bach munter in seinem Bett, links und rechts ragen teils mit Gras bewachsene Felswände auf. Sobald sich das Tal verengt, stürzt der Bach in kleinen Kaskaden über Stufen in tiefgrüne Gumpen, während der Steig über Leitern und Stege direkt an der Felswand entlang führt und in luftiger Höhe mehrmals die Schlucht überquert. Nachdem man den 114 Meter hohen Sulzer Wasserfall erreicht hat, geht es über Ettenberg zurück, wo müde Wanderer der Wallfahrtskirche einen Besuch abstatten - oder im Biergarten einkehren können.
Wetterstein: Partnachklamm
Zu Fuß oder ganz bequem mit der Pferdekutsche geht es vom Olympia-Skistadion in Garmisch-Partenkirchen in die Wildenau, wo Restaurants und Souvenirläden auf die vielen Partnachklamm-Besucher warten. Gleich dahinter verengt sich das Tal zu einer 700 Meter langen und bis zu 80 Meter tiefen Schlucht. Im Gegensatz zur benachbarten Höllentalklamm, in der das Wasser mit lautem Getöse talwärts rauscht, fließt das Wasser in der Partnachklamm fast schon gemächlich durch die Schlucht.
Bereits 1912 wurde der erste gesicherte Steig gebaut. Nachdem 1991 ein Felssturz Teile verschüttete, sprengte man einen 108 Meter langen Tunnel durch den Fels, um die gefährdete Zone zu umgehen. Allerdings ist der Weg nicht allzu breit, so dass es bei jährlich rund 200.000 Besuchern schon mal eng werden kann.