23.12.2012
Schwedens beste Abenteuer
Tobt euch mal richtig aus, Outdoor-Fans
Von Håkan Stenlund und Gabriel ArthurAbisko gehört zu den niederschlagärmsten Orten in Schweden. Das trockene Klima und der oft wolkenlose Himmel bieten beste Voraussetzungen für das Nordlicht-Spotting. Außerdem ist Abisko weit von sogenannter Lichtverschmutzung entfernt. Ein Sessellift transportiert die Besucher zur Aurora Sky Station hinauf, was dazu beigetragen hat, dass Horden internationaler Journalisten und Fotografen in den letzten Jahren in den kleinen Ort gekommen sind, um den besten Blick auf das Nordlicht zu erhaschen.
Die Aurora Sky Station wird vom schwedischen Touristenverband (STF) betrieben. Hier gibt es ein Café, eine kleine Ausstellung und einen Aussichtsplatz. Doch auch andere Plätze in und um Abisko eignen sich für die Beobachtung des bunten Lichtspiels. Auch einer der bekanntesten Nordlichtfotografen Schwedens, Peter Rosén, wohnt und arbeitet in Abisko.
Laxforsen - Schlittenfahrt mit Huskys
Schlittenhund in Laxforsen: Bei der Fütterung ist das Geheule groß
Laxforsen liegt direkt zwischen Jukkasjärvi und dem Flughafen Kiruna und ist für Touristen schnell erreichbar. Die lichten Wälder sind ideal für kurze Ausflüge oder lange Touren mit dem Hundeschlitten und auch weniger wetterempfindlich als das nahe Fjäll.
Tärnaby - Wo die Skiprofis zu Hause sind
Tärnaby: "Was soll man hier sonst tun außer Skifahren?"
Fjällvinden, der örtliche Skiclub, trägt schon seit 1928 zur Erfolgsgeschichte von Tärnaby bei. Bengt-Erik Grahn war der erste einer Reihe von außergewöhnlichen Abfahrtsläufern, die internationale Erfolge einheimsten. Der berühmteste Sohn des Ortes, Ingemar Stenmark, kann 86 Weltcupsiege auf sein Konto verbuchen - mehr als jeder andere.
Und Anja Pärson, ebenfalls gebürtig aus Tärnaby, hält den Rekord bei den Damen, was die Anzahl internationaler Titel angeht. Stig Strand, ein Kollege aus der Stenmark-Ära weiß genau, warum die Skirennläufer aus Tärnaby so erfolgreich sind: "Was sollte man denn hier auch sonst tun außer Skifahren?"
Sorsele - Das schwedische Angel-Mekka
See in Sorsele: Angeln als Sinn des Lebens
Doch Sorsele gehört zu den wenigen Orten in Schweden - und weltweit - an dem man nach 60 Minuten Autofahrt in eine beliebige Richtung fette Beute machen kann: amerikanischer Seesaibling, Lachs, Hecht, Forelle oder Äsche - diese Sorten gibt es hier in den Größenordnungen von zwei bis zwanzig Kilo. Den Benzinvorrat füllt man am besten bei Rolles Tankstelle an der Stationsgatan auf. Sorsele liegt etwa 250 Kilometer landeinwärts auf der Höhe von Luleå. Die besten Fische, einen Eisenwarenhandel und eine Tankstelle - was braucht man eigentlich mehr zum Leben?
Gafsele - Gespannte Hunde
Gafsele: Hundeschlitten sind hier ein gutes Transportmittel
Die meisten Trails führen durch den angrenzenden Wald westlich des Gafsele Sleddog Centers und werden mithilfe von Pistenraupen und Schneescootern präpariert. An den Hundeschlitten kommt man in Gafsele nicht vorbei. Der erste Verein wurde bereits 1996 gegründet und hat sowohl einheimische als auch zugezogene Mitglieder, die wegen der guten Bedingungen für Schlittenhunde aus anderen europäischen Ländern hierher gezogen sind. Will man über Nacht bleiben, ist die Jugendherberge Gafsele Lodge zu empfehlen.
Åre - Hauptstadt des Fjälls
Åre: Abenteuerliche Skitouren und steile Abhänge
Andere Tipps sind Schlittschuhlaufen auf dem Ånnsjön oder ein Familienausflug auf dem Skiwanderweg Jämtlandstriangeln. Åre bietet weder besonders extreme noch exotische Dinge, doch die Breite des Angebots und die Vielfalt an Aktivitäten machen den Ort zu einem wichtigen Outdoor-Zentrum in Norrland. Hier gibt es von allem ein bisschen.
Funäsdalen - 300 Kilometer Loipen
Funäsdalen: Die vielleicht schönsten Langlaufstrecken Schwedens
In dem kleinen lebendigen Dorf am Fuße des Funäsdalsberget kann es passieren, dass der Gewinner des Vasalaufes, Anders Blomquist, an einem vorbeispaziert. Will man verstehen, warum er in Funäsdalen trainiert, sollte man am Mittåkläppen ein paar Runden drehen. Von dort hat man eine einzigartige Aussicht über das Helagsmassiv, die Berge von Skars und andere Höhenzüge. Eine schönere Langlauftour muss erst noch erfunden werden.
Dala-Floda - Flussfahrt im Freestyle
Dala-Floda: Erst das Abenteuer, dann ins Öko-Lokal
Am Anfang war der Kanuslalom das Highlight in Dala-Floda, doch seit Mitte der neunziger Jahre dominiert das Freestyle-Paddeln den Ort. Das idyllische Dorf ist auch ohne Paddel einen Besuch wert. Rote Holzhäuser, Öko-Restaurants und die ruhige ländliche Atmosphäre laden zum Verweilen ein. Sogar die Hühner haben hier einen eigenen Zebrastreifen!
Ottenby - Erster Zwischenstopp auf der Vogelreise
Ottenby: Das Vogel-Mekka von Schweden
In dem kleinen Dorf Ottenby ist eine Vogelstation für Wissenschaftler und ein Besucherzentrum eingerichtet worden. Und südlich von Ottenby wohnt Schwedens bekanntester Vogelbeobachter Christian Cederroth in einem alten Leuchtturm. Über eine Million Vögel sind in diesem Vogel-Mekka schon beringt worden, und fast 400 verschiedene Vogelarten sind in den Beobachterjournalen vermerkt. Die Chance, hier sowohl Vögel als auch deren Beobachter zu treffen, ist daher ziemlich hoch.
Apelviken - Strand der abgehärteten Surfer
Die schwedische Surfsaison fängt dann an, wenn die Badegäste das Handtuch einpacken und den Stränden den Rücken kehren. Im Herbst, Winter und Frühjahr sind die Wellen am größten. In dicke Neoprenanzügen eingepackt, begibt sich die schwedische Surfelite nach Torö südlich von Stockholm oder nach Kåseberga in Schonen. Die meisten trifft man allerdings in Varbergan der Westküste. Seit dem großen Durchbruch des Windsurfens ist Varberg Schwedens Zentrum für alle Wassersportarten, für die ein Brett benötigt wird.
Der bekannteste Surfstrand ist Apelviken. Der ehemalige Badeort hat seine Zeit als beschauliches Dorf hinter sich und ist heute ein Stadtteil von Varberg. Doch gibt es hier immer noch Ferienhütten, einen Campingplatz und Hotels. Hier, wie auch in anderen strandnah gelegenen Teilen der Stadt lebt die Surfkultur, und viele der besten Surfer des Landes wohnen in Varberg. Wer mal zugucken will, sollte an einem stürmischen Januartag zum Strand in Apelviken gehen.