Schrift:
Ansicht Home:
Reise

Gesperrter Luftraum

Generalstreik legt Flugverkehr in Belgien lahm

Keine Starts und Landungen in Belgien: Ein Generalstreik legt den Flugverkehr im ganzen Land lahm. Der Ausstand hat auch Folgen für die kommenden Tage.

AP

Passagiere am Brüsseler Flughafen

Mittwoch, 13.02.2019   10:57 Uhr

Wegen eines landesweiten Generalstreiks dürfen in Belgien am Mittwoch keine Flugzeuge starten oder landen. Es könne nicht garantiert werden, dass genügend Personal zur Verfügung stehe, um die Sicherheit zu gewährleisten, teilte der belgische Flugsicherungs- und Verkehrsdienstleister Skeyes mit. Die Flugaufsicht ist für den Luftraum über Belgien bis in einer Höhe von rund 7500 Metern zuständig.

Die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines hatte bereits am Freitag mitgeteilt, am heutigen Mittwoch alle 222 Flüge zu streichen. Am Flughafen Brüssel sollten 591 Passagier- und Frachtflüge ausfallen. Davon seien rund 60.000 Reisende betroffen, erklärte der Flughafen.

Das wirkte sich auch auf andere Airports aus. So wurden in Frankfurt 16 Verbindungen von und nach Brüssel gestrichen, wie eine Sprecherin des Betreibers Fraport erklärte. Auch in Amsterdam kam es nach Angaben der europäischen Flugsicherung Eurocontrol zu Verspätungen.

Luftraum bis 7500 Meter Höhe gesperrt

Die Fluggesellschaft TUIfly verlegte ihre von und nach Belgien geplanten Flüge an Flughäfen in Frankreich und den Niederlanden. Passagiere kommen mit dem Bus ans Ziel. Trotzdem verirrten sich einige Menschen an den Brüsseler Flughafen. Die Tageszeitung "De Standaard" berichtet von etwa 20 TUI-Passagieren, die irrtümlich zum Flughafen gekommen seien.

Nicht betroffen vom aktuellen Flugverbot über Belgien sind Flüge, die den belgischen Luftraum in mehr als 7500 Metern Höhe überqueren. Deren Route wird von europäischen europäischen Flugsicherung Eurocontrol überwacht, deren Fluglotsen sich nicht an dem nationalen Ausstand beteiligen.

Mehrere Gewerkschaften haben zum Streik aufgerufen, um sich unter anderem für Lohn- und Rentenerhöhungen in allen Branchen stark zu machen. Der landesweite Streik gilt auch als politischer Protest gegen die Regierung vor der Parlamentswahl. Auch Fluglotsen sind in den Ausstand getreten.

Um 22 Uhr soll der Flugverkehr wieder aufgenommen werden. Dann dürfte es umso voller werden: "Wir erwarten viele Passagiere, weil die Fluggesellschaften ihre Flüge umbuchen mussten", sagte Flughafensprecherin Nathalie Pierard der Tageszeitung "De Standaard". Bis Freitag sollten Passagiere besonders frühzeitig am Flughafen erscheinen.

Was Bahn-Reisende wissen müssen

Auch der Bahnverkehr ist betroffen. "Es wird heftige Störungen in unserem Netz geben", twitterten zum Beispiel die Brüsseler Verkehrsbetriebe. Besonders auf lokaler Ebene kommt es zu Ausfällen und Verspätungen.

Anbieter von nationalen und internationalen Verbindungen bemühen sich, zumindest zu den wichtigsten Zeiten Fahrten anzubieten. Die belgische Bahngesellschaft hofft, die Hälfte aller Fahrten durchführen zu können. Die Verbindungen zwischen den großen Städten - besonders zu den Stoßzeiten am Morgen und Abend - sollen weitgehend störungsfrei stattfinden. Zu anderen Zeiten werde es aber Einschränkungen geben.

Internationale Zugverbindungen wie ICE und TGV sind weniger betroffen. Nur eine Thalys-Fahrt sei storniert worden. Anders bei dem Verkehrsunternehmen Eurostar, dessen Züge durch den Kanaltunnel zwischen Großbritannien und Frankreich fahren: Bis Donnerstagnachmittag werden dessen Züge wohl von Verspätungen oder Streichung betroffen sein.

sth/dpa

Sagen Sie Ihre Meinung!

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP