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Reise

Guide Michelin für Frankreich

Drei Sterne für den "Bauern-Koch"

Marc Veyrat gilt als Enfant terrible der französischen Spitzenküche. Nun bekommt der Querdenker erneut den höchsten Gourmet-Orden - für regionale Küche auf Wildkräuterbasis.

REUTERS
Montag, 05.02.2018   20:56 Uhr

Der Restaurantführer Guide Michelin hat dem bekannten Spitzenkoch Marc Veyrat aus den Savoyer Alpen drei Sterne verliehen. Auch Christophe Bacquié aus dem südfranzösischen Le Castellet erreichte den Gipfel der Kochkunst, teilte Michelin am Montag in Boulogne-Billancourt bei Paris mit.

Der 67-Jährige Veyrat setzt in seinem Restaurant Maison des Bois bei Manigod in den französischen Alpen auf natürliche Produkte und regionale Wildkräuter. Er bezeichnet sich selbst als "bäuerlichen Koch". In einer kurzen Ansprache warnte Veyrat davor, dass die Alltagsernährung in Gefahr sei. "Denken wir an unsere Kinder und Enkel", rief er den versammelten Branchenvertretern zu.

Es tragen nun 28 Edellokale im klassischen Feinschmeckerland Frankreich und Monaco die Michelin-Top-Note. Die Branche ist in Bewegung: "Küchenrebell" Sébastien Bras aus dem Zentralmassiv hatte in einem spektakulären Schritt auf seine Spitzenbewertung verzichtet, um einem Dauerdruck in seinem Restaurant Le Suquet in Laguiole zu entgehen. Michelin hatte dem chef die Sterne-Rückgabe zugestanden und dies schon eine Woche vor der Präsentation des neues Führers 2018 öffentlich gemacht.

621 Sterne-Restaurants in Frankreich

Veyrat, der als Markenzeichen einen breitrandigen schwarzen Hut trägt, hatte bereits mit zwei früheren Lokalen jeweils drei Sterne errungen; zuletzt stand sein Haus Maison des Bois mit zwei Sternen im "Guide Rouge". Auch Bacquiés Luxusrestaurant im Hôtel du Castellet unweit der Rennstrecke Paul Ricard hatte bereits zwei Sterne. Auf der Karte stehen unter anderem Fischspezialitäten und Meeresfrüchte.

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Guide Michelin 2018: Sterneregen für die Spitzenköche

Patin der diesjährigen Vergabe war die Starköchin Anne-Sophie Pic aus dem südfranzösischen Valence. Sie gehört als einzige Frau zur exklusiven Drei-Sterne-Runde.

Bei der Vergabe der Sterne wurde der im vergangenen Monat im Alter von 91 Jahren gestorbene Gastronomiepapst Paul Bocuse mit einer stehenden Ovation geehrt. Das Stammrestaurant der Küchenlegende in der Nähe von Lyon trägt seit 1965 ununterbrochen drei Sterne.

"Er (Bocuse) hinterlässt ein riesiges Erbe", resümierte Claire Dorland-Clauzel, die im Exekutivausschuss von Michelin sitzt. Das Unternehmen ist vor allem als Reifenhersteller bekannt. Den "Guide Rouge" mit Hotel- und Restaurantbewertungen gibt es seit Firmenangaben seit 117 Jahren.

Zusammen hat Frankreich nun 621 Sterne-Restaurants. Die Gruppe der Zwei-Sterne-Häuser hat jetzt mit fünf Neuzugängen 85 Mitglieder. Einen Stern tragen 508 Restaurants.

abl/dpa

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