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Reise

Herbstreiseziel

Eine kulinarische Radtour durch Kopenhagen

Nirgendwo ist es im Herbst so gemütlich und aufregend zugleich wie in Kopenhagen. Auch bei kaltem Wetter lässt sich die Stadt am besten auf dem Fahrrad erkunden - wenn man die schönsten Orte zum Aufwärmen kennt.

Martin Heiberg / Copenhagen Media Center
Von
Sonntag, 04.11.2018   07:24 Uhr

Ein Tag in Kopenhagen beginnt im Idealfall mit dem Duft von Zimtkringeln. Kleine Bäckereien bieten die Köstlichkeit überall in der Stadt an. Am gemütlichsten ist es jedoch in Meyers Bageri in der Jægersborggade, wo sich die Kanelsnurrer zwischen süß gefüllten Mohnbrötchen und kräftigem Roggenbrot in der Auslage stapeln. Nur wenige Meter weiter werden im The Coffee Collective herausragend gute, frisch geröstete Kaffeespezialitäten serviert.

Die meisten Wege im Stadtteil Nørrebro sind nicht weit. Das Gebiet nordwestlich der Kopenhagener Seen ist mit seinem Mix aus Studenten, Künstlern und Einwanderern seit einigen Jahren das hippe Zentrum der Stadt. Auf dem Friedhof Assistens Kirkegård lässt es sich gemütlich spazieren, in den Cafés und Shops zwischen Blågårdsgade und Elmgade fließt die Zeit so langsam dahin wie der Espresso aus den Siebträgermaschinen. Vermutlich waren es Orte wie diese, die den Reiseführer "Lonely Planet" bewogen haben, die dänische Hauptstadt zum spannendsten Reiseziel 2019 zu erklären.

Büro Jantzen / Copenhagen Media Center

Nørrebro

Bevor der Kontostand zu niedrig oder der Koffeinpegel zu hoch ist, geht es für weitere Erkundungen auf das Fahrrad. Denn auf keine andere Art lernt man Kopenhagen so gut kennen. Das Fahrrad ist hier fester Bestandteil des Alltags und ein wichtiger Faktor für die Lebensqualität der Stadt. Auf breiten Wegen erreicht man jeden Winkel der Stadt sicher und bequem, ohne auf das Auto oder den öffentlichen Nahverkehr angewiesen zu sein.

Beim Design stilprägend

Über die Dronning Louises Bro geht es in die Innenstadt. Mittags lässt es sich auf der Brücke noch bequem fahren, erst im Feierabendverkehr wird es kuschelig. Tausende Radfahrer überqueren hier Lenker an Lenker die Seen, auf den Bürgersteigen sitzen die Menschen auf Bänken und beobachten das Spektakel. Unser Weg führt uns quer durch die Innenstadt und Christianshavn auf die Halbinsel Refshaleøen.

In den vergangenen Jahren haben die Kopenhagener diesen ehemaligen Industriestandort im Hafen neu entdeckt. Im Sommer sitzen sie mit einem Drink auf dem Steg vor dem La Banchina, im Winter bei Heißgetränken drinnen vor der großen Fensterfront. Wer auf dem Sattel durchgefroren ist, kann am Tresen nach einem Saunabesuch fragen. Ein paar Meter weiter hat sich mit dem Reffen ein großer Street-Food-Markt mit regelmäßigen künstlerischen Events etabliert.

Fotostrecke

Kopenhagen: Alles ganz natürlich

Schon von Refshaleøen aus lässt sich das Amager Bakke erspähen, eine Müllverbrennungsanlage, auf deren Dach sich eine 1500 Meter lange Skipiste befindet. Entworfen wurde sie vom Architekten Bjarke Ingels, der in der Stadt zahlreiche innovative Projekte wie das 8 House und den Superkilen Park umgesetzt und sich damit auch international einen Namen gemacht hat. Radelt man zurück in die Stadt, säumen den Hafen weitere spektakuläre Bauten wie das Opernhaus von Architekt Henning Larsen, das Royal Danish Playhouse und die königliche Bibliothek.

Überhaupt steht dänisches Design derzeit weltweit hoch im Kurs. Wer sich in den letzten Jahren neu eingerichtet hat, wird das spätestens dann bemerkt haben. Warum also nicht direkt an der Quelle auf Schatzsuche gehen? In Kopenhagens Innenstadt gibt es eine Vielzahl von Läden, die von Accessoires bis zu Möbeln alles im skandinavischen Design anbieten. Im Stillleben und im Hay House lässt es sich herrlich stöbern.

Falafel statt Zimtkringel

Nach so viel Sightseeing schon wieder hungrig? Dann geht es weiter nach Kødbyen, in den Meatpacking District. Hier reiht sich Café an Burgerladen an Michelin-Restaurant. Einen guten Kaffee gibt es in der Prolog Coffee Bar, wem schon nach stärkeren Getränken zumute ist, der steuert direkt das H15 an.

Kødbyens Fiskebar / Copenhagen Media Center

Kødbyen

Ein großer Teil der Gastronomie ist, entsprechend der Geschichte des Orts, auf Fleisch spezialisiert. Aber auch Vegetarier essen hervorragend. Wer möchte, läutet hier oder in den zahlreichen Bars wie dem Paté Paté im angrenzenden Viertel Vesterbro fließend die Nacht ein.

Oder es geht zum Verdauen zurück auf das Rad und nach Nørrebro. Ein paar Fahrradminuten entfernt lockt die Ravnsborggade mit ihren zahlreichen Bars. Det Ny Scala, Bevar's oder Kind of Blue - die Auswahl an angesagten und gleichzeitig gemütlichen Läden ist groß. Hier gibt es auch für den nächtlichen Heißhunger an jeder Ecke Falafel im Brot. Das gehört genauso zu Kopenhagen wie der Zimtkringel am Morgen.

Video: Sommer in Dänemark - Von Fischen und Fashion

Foto: NDR

Mitarbeit: Matthias Sperling

insgesamt 5 Beiträge
Interzoni 04.11.2018
1. Vorbild
Schöner Bericht, kann ich nur bestätigen. Kopenhagen macht vor, dass alternative Verkehrskonzepte möglich sind. Ein wahres Fahrradparadies, und weil die Radler zufrieden sind und nicht minutenlang an Ampeln warten müssen, [...]
Schöner Bericht, kann ich nur bestätigen. Kopenhagen macht vor, dass alternative Verkehrskonzepte möglich sind. Ein wahres Fahrradparadies, und weil die Radler zufrieden sind und nicht minutenlang an Ampeln warten müssen, halten sich alle an die Regeln - geht doch! Was fehlt im Artikel: Christiania, das sollte man schon mitnehmen bei einem Besuch.
JürgenZ 04.11.2018
2. No.2
Besondere Erwähnung sollte noch das No.2 erfahren. Gut mit dem Rad zu erreichen. 4-Gänge-Mittagstisch 150,- € für zwei Personen inklusive Wein, Wasser, Kaffee. Auf bestem Sternenieveau gekocht aber ohne den vornehmen [...]
Besondere Erwähnung sollte noch das No.2 erfahren. Gut mit dem Rad zu erreichen. 4-Gänge-Mittagstisch 150,- € für zwei Personen inklusive Wein, Wasser, Kaffee. Auf bestem Sternenieveau gekocht aber ohne den vornehmen Schnickschnack.
pj-hh1 04.11.2018
3.
Zu Beitrag Nr. 1 Wir waren gerade da, die Radfahrer halten sich tatsächlich an die Regeln, weil es unheimlich viele sind, und man offenbar nicht negativ auffallen will. Wenn die ersten 5 an der Ampel bei rot halten, drängelt [...]
Zu Beitrag Nr. 1 Wir waren gerade da, die Radfahrer halten sich tatsächlich an die Regeln, weil es unheimlich viele sind, und man offenbar nicht negativ auffallen will. Wenn die ersten 5 an der Ampel bei rot halten, drängelt man sich nicht vorbei, die sind halt auch sehr höflich, die Dänen. Wenn Radfahrer aber alleine unterwegs sind, ist es kaum anders, als hier: Kreuz und quer über Fußwege, Radwege und Straßen, Ampelfarben sind eher Empfehlungen und auch dort fährt man, wo es vor Fußgängern eigentlich nicht geht. Nur etwas weniger Aggro als bspw. In Amsterdam. Diese ewige „gebt den Radfahrern, was sie wollen, dann halten sie sich auch an die Regeln“ ist ein frommer Wunsch, mehr nicht...
CPH 05.11.2018
4. Achtung! Touristen auf Rädern!!!
Ich wohne in Kopenhagen und erlebe jeden Tag, wie Touristenmassen auf Leihrädern durch die Stadt fahren, viele mehr schlecht als recht... Wer zuhause nicht radelt, sollte sich gut überlegen in einer Großstadt wieder damit [...]
Ich wohne in Kopenhagen und erlebe jeden Tag, wie Touristenmassen auf Leihrädern durch die Stadt fahren, viele mehr schlecht als recht... Wer zuhause nicht radelt, sollte sich gut überlegen in einer Großstadt wieder damit anzufangen. Der Rad-Verkehr ist hier zügig und schnell. Touristen, die ein Selfie schießen, während sie über die Cykelbro eiern, sind eine Gefahr für sich und andere. Kopenhagen ist keine Märchenwelt, sondern eine ganz normale und schöne Stadt. Es wäre gut, wenn Touristen dies mehr respektieren ( in private Hinterhöfe fahren und Fotos machen ist auch so ne Sache...) Zu Kommentar Nr 3...der Kommentar könnte so zu verstehen sein, dass eine Stadt erstmal den Autofahrern gehört und dann anderen....das ist ein sehr altmodischer Gedanke ... Im übrigen glaube ich kaum, dass der Autor auch nur in der Nahe von Kopenhagen war. Der Artikel erscheint abgeschrieben aus Blogs, Instastories etc...
mag-the-one 05.11.2018
5. Sehe ich auch so...
... klingt ganz danach....Ich wohne zwar nicht in Kopenhagen, bin aber seit Jahren oft in der Stadt und kenne die einschlägigen schönen Ecken und Restaurants - nichts davon findet sich im Artikel. Kanelsnurrer gehören [...]
Zitat von CPHIch wohne in Kopenhagen und erlebe jeden Tag, wie Touristenmassen auf Leihrädern durch die Stadt fahren, viele mehr schlecht als recht... Wer zuhause nicht radelt, sollte sich gut überlegen in einer Großstadt wieder damit anzufangen. Der Rad-Verkehr ist hier zügig und schnell. Touristen, die ein Selfie schießen, während sie über die Cykelbro eiern, sind eine Gefahr für sich und andere. Kopenhagen ist keine Märchenwelt, sondern eine ganz normale und schöne Stadt. Es wäre gut, wenn Touristen dies mehr respektieren ( in private Hinterhöfe fahren und Fotos machen ist auch so ne Sache...) Zu Kommentar Nr 3...der Kommentar könnte so zu verstehen sein, dass eine Stadt erstmal den Autofahrern gehört und dann anderen....das ist ein sehr altmodischer Gedanke ... Im übrigen glaube ich kaum, dass der Autor auch nur in der Nahe von Kopenhagen war. Der Artikel erscheint abgeschrieben aus Blogs, Instastories etc...
... klingt ganz danach....Ich wohne zwar nicht in Kopenhagen, bin aber seit Jahren oft in der Stadt und kenne die einschlägigen schönen Ecken und Restaurants - nichts davon findet sich im Artikel. Kanelsnurrer gehören übrigens eher nach Schweden als nach Dänemark. Die klassischen Smörrebröd (sind kulinarische Kunstwerke - keine belegten Brote) gibt es auch nur in ausgewählten Gasthäusern und sie kosten nicht die Welt. Falafel ? Echt jetzt? ;-)

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