Schrift:
Ansicht Home:
Reise

Urlaubstipps 2019

Auf in alle Welt

Koffer auf, neues Reisejahr rein: Profis erzählen, wo man Kulturschätze fast für sich alleine hat, Familien Abenteuer erleben, Radfahrer touren und Globetrotter sich selbst finden können.

Getty Images/ Aurora Open
Von
Donnerstag, 27.12.2018   05:41 Uhr

Für Familien mit Fernweh: Nordwesten der USA, Costa Rica, Slowenien

Getty Images

Costa Rica

Mein Tipp für ein Familienabenteuer ist ein Roadtrip im Camper durch den Nordwesten der Vereinigten Staaten. Auf der Route liegen großartige Städte wie Portland, mit einer spektakulären Food-Szene, oder Seattle. Mittelgroße US-Städte wie diese beiden begeistern uns inzwischen oft mehr als die Megacitys. Alles ist extrem familienfreundlich, es gibt tolle Museen, Übernachtungsmöglichkeiten und Spielplätze. Stadterkundungen funktionieren mit gemieteten Lastenrädern auch mit Kleinkindern prima. In Oregon und Washington State reihen sich entlang des Highway No. 1 spektakuläre Strände. Meine Favoriten: der Bullards Beach State Park und der Cape Lookout State Park. Der Stadtstrand von Seattle im Golden Gardens Park ist auch sehr schön. Der Olympic National Park nahe der kanadischen Grenze ist ein beinahe mystischer Ort.

Auch super: Costa Rica. Das Land ist überschaubar und dennoch mit Dschungel, Bergen, Pazifik- und Karibikküste sehr vielseitig. Wir waren drei Wochen lang mit einem gemieteten Jeep unterwegs, das hat gut funktioniert. Unsere Lieblingsorte: Samara und Santa Teresa an der Pazifikküste, Monteverde im Landesinneren mit den Nebelwäldern und der Vulkan-Arenal-Nationalpark. Planungstipp: Nach San José fliegen und vom zweiten internationalen Flughafen in Liberia wieder abfliegen - so muss man nach einer Rundreise nicht erst wieder zurück in die Hauptstadt.

Einer unserer neuen Lieblingsorte in Europa ist das Länderdreieck Slowenien-Österreich-Italien. Ein Urlaubstag dort sieht so aus: morgens im Millstädter See in Kärnten baden, nachmittags in Slowenien durch die Karl-May-Landschaft im Triglav-Nationalpark in den Julischen Alpen wandern, abends im italienischen Städtchen Tarvis Pizza essen. Ziemlich perfekt!

Christine Weißenborn ist Autorin und Co-Herausgeberin des Reisebuchs Tiny Adventures - Unterwegs mit Sack und Minipack. Zusammen mit Sarah Neuendorf und Serena Hatfield betreibt die dreifache Mutter den Blog Gretas Freunde.

Für Kulturreisende: Sudan und Sibirien

Getty Images/ iStockphoto

Nach sehr schwierigen Jahren erlebt Ägypten ein touristisches Revival. Wer die Kulturschätze am Nil liebt, sollte aber nicht nur Kairo, Luxor oder Abu Simbel auf der Agenda haben, sondern weiter Richtung Süden reisen: durch das historische Nubien bis in den Sudan - ein fantastisches, noch ziemlich unentdecktes Land. Pyramidenfelder wie in der antiken Stadt Meroe sind menschenleer; im Wüstenwadi Sebu finden sich prähistorische Zeichnungen von Rindern, Ziegen- und Schafen; der Blick über die Stromschnellen des dritten Nilkataraktes ist unvergesslich. Weiteres Highlight: der rote Berg Dschebel Barkal - der nubische Olymp. Natürlich darf man im Sudan nicht den gewohnten Komfort erwarten, dafür erlebt man neben all den Kulturschätzen auch den lebendigen Dorfalltag der Nachkommen der Nubier.

Zugegeben: Den Sommerurlaub ausgerechnet in Sibirien zu verbringen, ist vielleicht keine naheliegende Idee, dafür aber eine sehr lohnende. Irkutsk, die Weite der Landschaft am Baikalsee, die Insel Olchon, Ulan-Ude, die Hauptstadt der burjatischen Republik und das Tor nach Asien - Russland ist überhaupt als Reiseland im Kommen. In Moskau hat sich in den letzten Jahren viel getan, St. Petersburg ist ein Klassiker - Sibirien ist aber noch einmal etwas ganz anderes. Die beste Reisezeit für Sibirien ist zwischen Juni und August.

Jörg Meltzer ist beim Reiseveranstalter Studiosus Gebietsleiter u.a. für die Arabische Welt, Ostafrika und Russland.

Für Radfahrer: Lahntal-Radweg, Emmentaler-Route, Ostfriesland

imago/ blickwinkel

Auch im kommenden Jahr bleiben Touren entlang von Flüssen sehr beliebt. Dort sind die Strecken vielseitig und erlebnisreich. Meine Empfehlung ist der Lahntal-Radweg (Start: Netphen, Ziel: Lahnstein, Länge: ca. 240 Kilometer). Wer Lust auf einen "Fahrzeugwechsel" hat, kann zwischen Dietz und Laurenburg einige Höhenmeter mit dem Kanu umfahren. Außerdem sind die Städte entlang der Strecke - Marburg, Gießen und Wetzlar - sehr lohnende Stopps.

Für alle, die keinen reinen Urlaub im Sattel machen wollen, zwischendurch aber immer mal Radfahrtage einlegen möchten, sind Radregionen mit Themenrouten perfekt. Sie sind gut innerhalb eines Tages zu schaffen. Mir persönlich gefällt die Emmentaler-Route in der Radreise-Region "Schlosspark im Allgäu" sehr. Entlang des Radwegs liegen Hof- und Bergkäsereien, Sennereien mit Schaukäsereien - hungrig fährt hier niemand weiter.

Sehr gerne fahre ich auch in Ostfriesland: Die Radwege auf der Ammerlandroute sind verkehrsarm und steigungsfrei. Ostfriesland sieht auf diesem 168 Kilometer langen Rundkurs genauso idyllisch aus, wie man sich die Region vorstellt. Noch einmal ein Stück länger ist die Tour de Fries. Ab Wilhelmshaven geht's hier entlang der Küste und durch das Binnenland und wieder zurück.

Louise Böhler ist Tourismusreferentin beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e.V. Der ADFC setzt sich für die Förderung des Radfahrens ein - sowohl als Freizeitaktivität als auch im Alltagsverkehr.

Für Globetrotter, die anders reisen: Südtirol und Helsinki

imago/ Westend61

Dinge zu erleben, die lange nachwirken und einen innerlich verändern - danach sehnen sich immer mehr Menschen. Transformatives Reisen liegt im Trend. Ich freue mich daher aufs Waldbaden in Südtirol. Shinrin Yoku ist eine aus Japan stammende Praxis, dort wird die heilende Wirkung des Waldes schon seit Jahrzehnten erforscht. Beim Waldbaden taucht man nicht etwa ins Wasser eines Sees ein, sondern in die Natur. Alle Sinne sind wach, während man barfuß über weichen Moosboden läuft, die klare Luft und Stille genießt. Auf einmal nimmt man Kleinigkeiten wahr, für die man sonst eher keinen Blick hat: den krabbelnden Käfer, die Fäden eines Spinnennetzes. Eigentlich ist man "nur" im Wald gewesen - und doch fühlt man sich so erholt, als wäre man sehr weit weg gewesen.

Urbanes Kontrastprogramm und unbedingt eine Reise wert ist Helsinki. Die finnische Hauptstadt steht völlig unverdient im Schatten von Kopenhagen oder Stockholm - dabei entwickelt sich dort in den Küchen der Restaurants und designmäßig so viel. Die Stadt ist entspannt, und in der Natur ist man auch schnell. Mich beeindruckt, wie die Finnen das Thema Nachhaltigkeit vorantreiben.

Bernd Neff ist einer der Geschäftsführer des Berlin Travel Festivals, das sich mit neuen Perspektiven des Reisens beschäftigt und vom 8. bis 10. März 2019 stattfindet.

Für Jugendherbergsfans: Unter Hessens Himmel und am Wasser in Heilbronn

DJH-Landesverband Baden-Württemberg

Ganz neu ist unser Haus im baden-württembergischen Heilbronn - mitten auf dem Gelände der Bundesgartenschau (17. April bis 6. Oktober) am Neckar. Das Gelände wird sicher nicht nur Blumen- und Pflanzenliebhaber begeistern, sondern bietet auch tolle Tobemöglichkeiten für Kinder - wie den neuen Strandspielplatz am Nordufer des Karlssees oder die Kletterwand im Hafenpark. Für Jugendherbergsgäste ist der Eintritt frei.

Ein Riesenstockbett stellen wir für Himmelsgucker in Hessen auf. Bis zu acht Personen haben darin Platz. Ab Anfang Juni bauen wir es wechselweise auf dem Gelände der Jugendherbergen in Bad Hersfeld, Gersfeld, Helmarshausen und Hoherodskopf auf. In dem vier Meter langen und zwei Meter breiten Etagenbett können Familien oder kleine, vertraute Gruppen es sich gemütlich machen und den Sternenhimmel so lange angucken, bis ihnen die Augen zufallen. Im Übernachtungspreis (299 Euro pro Nacht) enthalten sind ein Teleskop, eine Feuerschale mit Ausrüstung zum Stockbrotbacken, eine Powerbank und: Frühstück am Bett.

Oliver Peters ist stellvertretender Hauptgeschäftsführer beim Deutschen Jugendherbergswerk in Detmold. Das DJH hat in Deutschland über 500 Häuser.

insgesamt 14 Beiträge
112211 27.12.2018
1. Ziele?
Millstätter See? Für Fotos taugt er etwas, aber Ruhe findet man dort nicht, ausgenommen das weniger verbaute Südufer. Alles in allem eine Enttäuschung für einen echten Urlaub. Eine kurze Pause ist dort das einzige, was ich [...]
Millstätter See? Für Fotos taugt er etwas, aber Ruhe findet man dort nicht, ausgenommen das weniger verbaute Südufer. Alles in allem eine Enttäuschung für einen echten Urlaub. Eine kurze Pause ist dort das einzige, was ich dort machen würde (und machte).
Watschn 27.12.2018
2. Geheimtipp ist der Tagliamento
Völlig unverbauter, naturbelassender, wilder u. breiter Fluss(lauf) in Friaul-Venetien; von der Quelle bis zur Adria-Mündung. Einzigartig in Europa, und nahe am herrlichen Predil-See, des Triglavs und der eindrücklichen [...]
Völlig unverbauter, naturbelassender, wilder u. breiter Fluss(lauf) in Friaul-Venetien; von der Quelle bis zur Adria-Mündung. Einzigartig in Europa, und nahe am herrlichen Predil-See, des Triglavs und der eindrücklichen bellunesischen Alpen/Dolomiten. Ideal Ende Juni/Anf. Juli und im Sept./ Oktober (ausserhalb der ital. Ferragosto).
thomas.kistler 27.12.2018
3. Waldbaden?
Ich hab mal gelernt: " Wanderer bleib auf den Wegen!"
Ich hab mal gelernt: " Wanderer bleib auf den Wegen!"
trolland_dump 27.12.2018
4. Immer
wieder schön,die „Geheimtipps von Profis“.Damit nach der Anpreisung im SPON( gerne mit Hinweisen auf das eigene Buch,Blog,Fototapete usw.) die letzten stillen Örtchen auch noch vom Massentourismus heimgesucht werden.Besuchen [...]
wieder schön,die „Geheimtipps von Profis“.Damit nach der Anpreisung im SPON( gerne mit Hinweisen auf das eigene Buch,Blog,Fototapete usw.) die letzten stillen Örtchen auch noch vom Massentourismus heimgesucht werden.Besuchen Sie Europa ( oder die Welt),solange sie noch steht.
k70-ingo 27.12.2018
5.
Ach was, SPON ist nicht Lonely Planet und zieht auch nicht die entsprechende Klientel an. Hier wird in den Kommentaren nur gestänkert, daß Reisen ganz doll pöhse ist, daß in Merkeldeutschland ach so viele Leute zu arm zum [...]
Zitat von trolland_dumpwieder schön,die „Geheimtipps von Profis“.Damit nach der Anpreisung im SPON( gerne mit Hinweisen auf das eigene Buch,Blog,Fototapete usw.) die letzten stillen Örtchen auch noch vom Massentourismus heimgesucht werden.Besuchen Sie Europa ( oder die Welt),solange sie noch steht.
Ach was, SPON ist nicht Lonely Planet und zieht auch nicht die entsprechende Klientel an. Hier wird in den Kommentaren nur gestänkert, daß Reisen ganz doll pöhse ist, daß in Merkeldeutschland ach so viele Leute zu arm zum Verreisen sind, die übliche moralinsaure Neidhammelei eben. Diese Nörgeleien werden auch hier wieder kommen, auch wenn holländische Radwanderwege und nordhessische Jugendherbergen vorgestellt werden.
Newsletter
Die schönsten Reiseziele: Nah und Fern

Verwandte Artikel

Mehr im Internet

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP