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Reise

Skipass-Preise in den Alpen

Wer früh bucht, fährt günstiger

Immer mehr Wintersportorte machen es wie Bahn und Airlines: Sie ändern die Preise mit der Nachfrage. Kurz entschlossene Urlauber müssen daher in der Hochsaison deutlich mehr für den Skipass zahlen.

DPA
Von Hans-Werner Rodrian
Mittwoch, 07.11.2018   04:52 Uhr

Wer seinen Skiurlaub plant, der muss künftig genauer hinsehen als bisher: Denn vor allem zahlreiche besonders teure Wintersportorte machen es neuerdings wie Ryanair oder die Bahn und bieten "dynamische Preise" an. Das heißt: Je mehr Gäste kommen, desto teurer wird es.

So lässt sich für flexible Skifahrer, die sich früh ihren Skipass sichern, durchaus manches Schnäppchen machen. Dagegen müssen alle, die in der Hochsaison den Skipass erst morgens an der Liftkasse kaufen, noch tiefer als bisher in die Tasche greifen. Das ergab eine Auswertung der Skiatlas-App Schneeundmehr, die Ende Oktober die Preise in den großen Skirevieren der Alpen für Sechstage-Pässe in der Hochsaison mit den Vorjahrestarifen verglichen hat.

Es gibt auch noch zahlreiche Gebiete, die weiter wie früher feste Skipasspreise aufrufen. Doch auch da haben die Bergbahnen ordentlich die Preise erhöht: Die fixen Skipass-Tarife wurden um zwei bis fünf Prozent angehoben. Einige Liftgesellschaften leisten sich sogar mehr als acht Prozent Aufschläge.

Schweiz: Zermatt-Gebiete an der Spitze

Gehörig durcheinander gerüttelt wurde das Preis-Ranking der teuersten Skigebiete in den Alpen. Die führt zwar weiterhin der Zweiländer-Skipass Zermatt-Aostatal an. Sechs Tage kosten in dieser Saison 408 Euro (Vorjahr: 406 Euro). Betrachtet man aber die reinen Ortsskigebiete, so findet sich der Skipass von Zermatt mit 297 Euro aktuell gerade noch unter den teuersten zehn. Neuer Spitzenreiter ist Flims-Laax, wo derzeit 347 Euro für den Sechstage-Pass in der Hochsaison verlangt werden, gefolgt von Saas-Fee (321 Euro) und Chamonix (315 Euro).

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Das alles sind freilich Momentaufnahmen, da bis auf Chamonix alle genannten Gebiete mit ihren Skipass-Preisen "floaten". Besonders auffällig wird das beim viertteuersten Skigroßraum, der Jungfrau-Region. Die verlangt für ihren Sechstage-Pass laut Preisliste 312 Euro, online gibt es ihn aber aktuell für 250 Euro.

Frankreich: Fixe Preise und hohe Familienrabatte

Bislang noch mit Fixpreisen operieren die großen französischen Skigebiete. Prompt landen Chamonix, die Trois Vallées und Les Arcs/La Plagne neu in den Top Ten der teuersten Skipass-Gebiete der Alpen. Immerhin offeriert Les Arcs/La Plagne deutliche Rabatte für Sechstage-Pässe, wenn man zu zweit oder zu dritt bucht. Eine gemeinsam antretende vierköpfige Familie fährt sogar komplett zum Kinderpreis. Ähnlich in den Trois Vallées: Dort zahlt man allein 306 Euro für den Sechstage-Skipass, in der vierköpfigen Familie sind es "nur" noch 245 Euro.

Österreich: Drei Prozent mehr

Ganz klassisch verfahren die großen österreichischen Skireviere: Sie schlagen seit Jahren Jahr für Jahr etwa drei Prozent auf den Skipass-Preis auf. Der teuerste Skipass der Alpenrepublik wird traditionell in Ischgl ausgegeben. Dort berechnet man mittlerweile 298,50 Euro für den Sechstage-Pass; wer den Skipass in der Nebensaison (im Ischgl-Sprech: "Ski Classic") und mit Gästekarte kauft, kann allerdings bis zu 70 Euro sparen.

Fast ebenso teuer wie Ischgl sind mittlerweile die Skihänge im Ötztal (293,50 Euro) und am Arlberg (289 Euro). Damit zieht der Arlberg gleich mit dem Skipass von St. Moritz, der vergangenes Jahr noch 38 Euro teurer war, jetzt aber "dynamisiert": Je näher der Urlaub rückt, umso teurer wird es. Aktuell sogar 45 Euro günstiger als im Vorjahr sind die Quatre Vallées mit dem Hauptort Verbier, die Skipass-Preise dort floaten ebenfalls mit der Nachfrage.

Deutschland: Teurer mit Schneekanone

Auch Deutschlands Skipässe sind mittlerweile preislich auf Gipfelniveau. Garmisch Partenkirchens "Top Snow Card" berechnet inklusive der Tiroler Zugspitzpisten für 216 Pistenkilometer 247 Euro - sieben mehr als im Vorjahr. 233 Euro (ebenfalls sieben mehr als im Vorjahr) verlangt Reit im Winkl im Verbund mit der österreichischen Steinplatte und diversen Nachbarrevieren für die 170 Kilometer des zur "Dreiländerfreizeitarena" aufgewerteten "Schneewinkel"-Skipasses. 8,50 Euro schlagen Oberstdorf und das benachbarte Kleinwalsertal für die gemeinsamen 128 Kilometer Abfahrten auf, der Sechstage-Pass kostet jetzt 236,50 Euro.

Längst ebenfalls beachtliche Preise berechnen kleinere deutsche Skigebiete, seit sie mit Schneekanonen hochgerüstet haben. Der Verbund "Alpen plus" mit Gebieten wie Lenggries, Wendelstein und Spitzingsee verlangt für sechs Tage Skifahren auf zusammen 160 Pistenkilometern in diesem Winter 195 Euro, das sind immerhin 8,3 Prozent Aufschlag. Feldberg im Schwarzwald verlangt sogar 208 Euro für den Sechstage.Pass - sechs mehr als im Vorjahr.

Preiswerter geht's in deutschen Miniskirevieren wie dem Pröller oberhalb von St. Englmar im Bayerischen Wald oder dem thüringischen Skiverbund aus den vier Gebieten Steinach, Heubach, Oberhof und Schmiedefeld. In beiden Regionen zahlt man noch unter 100 Euro für den Sechstage-Skipass und ist damit als Einsteiger ebenfalls gut bedient - falls genug Schnee liegt.

Autor Hans-Werner Rodrian ist Herausgeber der kostenlosen Skiatlas-App Schneeundmehr.

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