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Reise

Neue Mehrtageswanderungen in den Alpen

Ein Hochvergnügen

Von Hütte zu Hütte, von Ort zu Ort: Mehrtageswanderungen sind beliebt. In Bayern, Österreich und Italien eröffnen in diesem Jahr viele neue Weitwanderwege. Die besten acht der Alpen im Überblick.

Stefan Leitner / TV Gesäuse
Samstag, 14.07.2018   07:21 Uhr

Keine Frage: Natürlich kann jeder gewiefte Wanderer mit GPS- und Kartenkenntnis wochen-, ja, monatelang durch die Alpen streifen. Doch um die schönsten Routen zu den beeindruckendsten Gipfeln zwischen Bayern und Südtirol zu finden, ist schon einiger Aufwand nötig. Einfacher machen es Weitwanderwege, für die Experten mit Ortskenntnis die bestmöglichen Routen ausgetüftelt haben.

Und noch etwas spricht für diese angeblich zahmere Variante: Zwar sollte eine Wanderkarte immer dabei sein, doch Schilder erleichtern die Orientierung ungemein. Und so folgen immer mehr Bergfans Routen wie dem Heilbronner oder dem Karwendel-Höhenweg. In diesem Jahr gibt es noch mehr Auswahl als zuvor: Rund ein Dutzend neuer Weitwanderrouten eröffnen - acht davon stellen wir hier vor:

2TälerTrail: Von Ost- nach Südtirol

Seit Frühjahr 2018 führt der 2TälerTrail Wanderer grenzüberschreitend und in mittlerer Hanglage auf dem "Balkon der Alpen" vom Osttiroler Defereggental ins Südtiroler Antholzertal. Früher zogen hier Bergbauern, Knappen, Kirchgänger und Schmuggler ihrer Wege, heute können Wanderer in sieben Tagesetappen die 90 Kilometer von Hopfgarten im Defereggental bis nach Rasen im Antholzertal zurücklegen.

Am Ende jeder Tagesetappe liegt ein Talort, wo je nach Wahl in einer Pension, einem Gasthof oder einem Hotel übernachtet werden kann. Auch Gepäcktransport kann organisiert werden.

"Hoch und Heilig": Pilgern abseits des Jakobswegs

Ein weiterer Osttiroler Weitwander-Debütant ist der 200-Kilometer-Bergpilgerweg "Hoch und Heilig", der am 1. Mai in Lavant eröffnet worden ist. Der Fokus liegt hierbei auf spirituellen Aspekten, schließlich ist jeder Etappenpunkt des von Lavant über Innichen, Sankt Jakob in Defereggen und Matrei in Osttirol bis nach Heiligenblut führenden Pilgerwegs ein religiös bedeutsamer Ort.

Pilger durchwandern alte Wallfahrtsorte, Bergdörfer und kommen an Kirchen und Kapellen vorbei. Aber eben nicht nur das. Der Weg führt auch Nichtpilger durch großartige Berglandschaften und zeigt die landschaftliche Vielfalt Osttirols, Oberkärntens und Südtirols.

"Lebensweg": Wandern und Wandeln

Der an Pfingsten eingeweihte "Lebensweg" im niederösterreichischen Waldviertel hat ebenfalls einen spirituellen Bezug. Auf 260 Kilometern sind Wanderer eingeladen, ihren eigenen Lebensweg zu überdenken - 14 Etappen haben jeweils einen Abschnitt des Lebens zum Thema: von "Liebe der Eltern - Zeugung" bis "Tod und danach - Grenzüberschreitung". 22 Gemeinden haben den Weg mitgestaltet und betreuen ihn.

Starkenberger Panoramaweg: Für Anfänger und Familien

Es muss nicht immer ein langer Weitwanderweg sein. In Tirol eröffnet im Sommer eine leichte Einstiegsroute - was sowohl die Länge als auch den Schwierigkeitsgrad anbelangt. Der 52 Kilometer lange, familienfreundliche Starkenberger Panoramaweg von der Fernpasshöhe bis zum Schloss Landeck sind in vier bis fünf Tagesetappen unterteilt - ohne besondere Schwierigkeiten in Höhenlagen zwischen 800 und 1200 Metern.

Versprochen werden viele wechselnde Eindrücke. Zum einen ist die Landschaft vielfältig: offene Panoramalagen, tiefe Schluchten, Seen, Dörfer. Zum anderen liegen am Weg Schlösser und Burgen.

Karwendel Höhenweg: Mehr davon

Die Karwendeldurchquerung von Scharnitz zum Achensee beziehungsweise nach Stans am Inn gehört seit Langem zu den Mehrtageswanderklassikern schlechthin. 2018 kommt eine Variante des Haupttreks dazu. Dabei geht es von Scharnitz nach Reith bei Seefeld und sechs Tage durch den Westteil des größten Naturparks Österreichs.

Das Besondere: Übernachtet wird im Gegensatz zu vielen anderen Weitwandertouren nicht im Tal, sondern auf Hütten. Insgesamt kommt die Hauptroute auf 63 Kilometer und 7000 Höhenmeter. Wem das zu wenig ist, der kann noch eine Reihe anspruchsvoller Abstecher und Gipfelbesteigungen integrieren.

Innsbruck Tourismus / Daniel Zangerl / SRT

Innsbruck Trek: 60 Kilometer Rundweg

Innsbruck Trek: Von der Altstadt bis zum Patscherkopfel

Seit Jahren ist Tirols Hauptstadt Innsbruck ein beliebtes Etappenziel etablierter Weitwanderwege wie etwa der Route München-Venedig. Auch der Tiroler Adlerweg führt von Etappe 12 bis 14 durch Innsbrucks Stadt- und Berggebiet. 2018 kommt eine völlig neue Runde dazu: der rund 60 Kilometer lange Innsbruck Trek.

Er startet mitten in der Altstadt und führt über das sonnige Mieminger Plateau in die Stubaier Alpen und zur Axamer Lizum. Die letzte Etappe der Siebentagetour führt über den Zirbenweg auf dem Patscherkofel und wieder retour in das alpin-urbane Flair der Tiroler Hauptstadt. Um Übernachtung, Gepäcktransport und Routenplanung kümmert sich auf Wunsch der Veranstalter ASI Reisen, der den Weg zusammen mit Innsbruck Tourismus initiiert hat.

Luchs Trail: Durch Österreichs letzte Wildnis

Im Herbst 2018 eröffnet mit dem 200 Kilometer langen Luchs Trail ein Weitwanderweg durch "Österreichs letzte Wildnis". Startpunkt ist Reichraming in Oberösterreich. Danach geht's über das Hintergebirge (Nationalpark Kalkalpen) und die Haller Mauern in den Nationalpark Gesäuse.

Nach den schroffen Gesäusebergen führt der Weg über die Voralpen in das Wildnisgebiet Dürrenstein und endet in Lunz am See. Auf den zwölf Etappen werden mehr als 20.000 Höhenmeter überwunden. Dieser Weitwanderweg ist touristisch gut durchgeplant, hier können Etappenpläne individuell und Gepäcktransport von Quartier zu Quartier gebucht werden.

Spitzenwanderweg: 200 Kilometer um die Zugspitze

Ebenfalls ab Herbst können Wanderer den 200-Kilometer-Rundkurs durch die bayerische Zugspitzregion und das Blaue Land in Angriff nehmen. Er passiert nicht nur alle Natur- und Kultur-Highlights der Region wie das Murnauer Moos, Schloss Linderhof, die Schachen-Häuser und die Höllentalklamm, sondern auch 16 Bahnhöfe - darunter Murnau, Garmisch und den Geigenbauort Mittenwald - sowie etliche Bushaltestellen.

So kann die überwiegend leichte Tour, die so wenig asphaltierte Strecken wie möglich abdeckt, jederzeit begonnen oder beendet werden. Oder man zieht sie am Stück durch, sprich in zwei Wochen. Allerdings setzen einige Abschnitte im Karwendel- und im Wettersteingebirge eine Hüttenübernachtung voraus.

Von Christian Haas, srt/abl

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