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11.12.2012
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Skiurlaub in den Alpen und Rockys

Aspen versus Arlberg

TMN

Fluffiger Pulverschnee und leere Pisten: Welcher Wintersportler träumt nicht von den legendären Abfahrten im Wilden Westen? Dabei muss ein Skiurlaub in Kanada oder den USA nicht teurer sein als eine vergleichbare Tour in die Alpen.

Calgary - "Einmal im Leben muss jeder Skifahrer mal über den großen Teich", sagen Deutschlands prominenteste Skifahrer Rosi Mittermaier und Christian Neureuther. Dort lockt der legendäre Champagne Powder, der leichte Schnee in den tief verschneiten Rocky Mountains im hohen Norden Kanadas oder in den US-Bundesstaaten Colorado, Utah und Kalifornien.

Aber sind Skitrips nach Nordamerika nicht nur Luxusreisen für Wohlbetuchte? Nicht unbedingt. "In so manchem Preisvergleich schlägt Kanada sogar Kitzbühel und Aspen den Arlberg", sagt der Nordamerika-Spezialist Bernd Wingert.

Wer nicht mit mehreren Personen in einem Auto in die Skiferien fährt, kann für genauso viel Geld auch nach Nordamerika fliegen. Der Preis pro Person ist ähnlich hoch wie für eine vergleichbare Tour in die Alpen. Dies zeigt ein Blick in die Kataloge der deutschen Spezialreiseveranstalter.

So bietet der Kanada-Pionier Stumböck Club eine einwöchige Skireise nach Banff Anfang Februar ab etwa 1640 Euro an. Eingeschlossen sind der Flug ab Frankfurt am Main, sieben Nächte mit Frühstück im Viersternehotel und fünf Tage Skipass für die drei Skigebiete Mount Norquay, Sunshine Village und Lake Louise. Ähnliche Angebote haben Argus Reisen, Canusa, Faszination Ski, Hagen Alpin Tours, Wingert Reisen und andere im Programm.

Per Pistenraupe auf den Gipfel

Eine vergleichbare Tour nach Kitzbühel kostet mit 1594,40 Euro annähernd genauso viel: Für die Anreise fallen bei 1418 Kilometern bis in den Tiroler Skiort 425,40 Euro an, wenn man die vom Finanzamt für Reisekosten veranschlagten 30 Cent pro Kilometer zugrunde legt. Sieben Nächte in einem Viersternehotel kosten Anfang Februar 999 Euro. Hinzu kommt noch der Skipass mit 170 Euro.

"Kanada ist als Skiziel viel günstiger als viele meinen", sagt Dirk Büttner von Argus Reisen. Erst recht in den Skigebieten, die nicht so bekannt sind wie Whistler, Banff und Lake Louise. Das liegt auch an den Kosten vor Ort. In den Alpen zahlt man für eine kleine Flasche Wasser ein paar Euro, in Nordamerika ist Wasser in Restaurants und Berghütten kostenlos. Auch das Essen ist vergleichsweise günstig.

"Kanada ist aber nicht nur ein bezahlbares, sondern vor allem ein besonderes Skierlebnis", sagt Bap Koller. Seine Firma Outdoor Adventures ist spezialisiert auf Aktivitäten, die in den Alpen gar nicht möglich sind. Der Bayer bietet zum Beispiel Catskiing und Heliskiing-Reisen an. Statt mit Liften werden die Skifahrer mit Pistenraupen oder Hubschraubern auf die Gipfel transportiert.

Bei dieser exklusivsten Form des Skiurlaubs haben einige Dutzend Sportler zuweilen Bergregionen von der Größe ganz Tirols zur Verfügung. Eine Woche Kanada inklusive Flügen mit vier Tagen Skifahren in normalen Skigebieten sowie je ein Tag Catskiing und Heliskiing bietet Outdoor Adventures ab 2999 Euro an.

New-York-Zwischenstopp gegen den Jetlag

Günstiger als Kanada-Reisen sind oft Skitouren in die USA, weil dort die Konkurrenz unter den Resorts noch größer ist. Selbst ein Urlaub in Nobelorten wie Beaver Creek, Deer Valley oder Aspen sind deshalb bezahlbar. Eine Woche im Drei-Sterne-Hotel in Aspen mit Flug und sechs Tagen Skipass bietet Wingert Reisen schon ab 1470 Euro an. Das ist erstaunlich günstig für den Promi-Ort, dessen Restaurants allerdings noch teurer sind als die in den feinen Alpen-Orten St. Moritz, Gstaad, Megève oder Lech.

Sehr viel günstiger lässt es sich in weniger mondänen Skiorten wie Telluride und Breckenridge in Colorado, Park City in Utah oder Heavenly in Kalifornien entspannen. Aber selbst ein Skiurlaub in Vail ist für Einzelreisende nicht teurer als ein vergleichbarer Aufenthalt in einem der bekannten Alpen-Skigebiete.

Die USA locken aber nicht nur mit erschwinglichen Preisen, sondern vor allem mit dem besonderen Erlebnis in den extrem weitläufigen und oft leeren Skigebieten, dem besonders trockenen Pulverschnee und dem für Europäer exotischen Wild-West-Flair. "Viele schieben auch noch einen Zwischenstopp in Vancouver, New York oder San Francisco ein", erzählt Bert Astel vom Stumböck Club.

Ein Zwischenstopp in einer der Metropolen ist auch ideal gegen den Jetlag. So ist man auf der Piste fit für das Ski-Abenteuer in Nordamerika. "Und das ist unvergesslich", versprechen Rosi Mittermaier und Christian Neureuther. Sie selbst sind regelmäßig drüben - als prominente Guides für eine Heliskiing-Reise und eine Tour nach Aspen.

Torben Schultz/dpa/abl

Forum

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insgesamt 10 Beiträge
1. Nervig
ckajazz 11.12.2012
Man darf fragen, ob der amerikanische Tourismusverband hinter dieser Art Artikel steckt. Der Schnee auf 3.000 Meter in den Alpen ist genauso gut wie in Vail. In den grossen Gebieten der Alpen ist der Hoehenunterschied Berg-Tal [...]
Man darf fragen, ob der amerikanische Tourismusverband hinter dieser Art Artikel steckt. Der Schnee auf 3.000 Meter in den Alpen ist genauso gut wie in Vail. In den grossen Gebieten der Alpen ist der Hoehenunterschied Berg-Tal erheblich groesser als in Nordamerika (z.T. doppel so gross) was die Abfahrten laenger und interessanter gestaltet. Auch stimmt es nicht, wie so oft behauptet, dass in den Rockies generell mehr Schnee faellt - dazu gibt es im Internet ein paar aufschlussreiche Analysen. Letzlich sei noch erwaehnt, dass eine Tageskarte in Vail & Co mittlerweile an die 100 Dollar kostet - da sind vielfach groessere Gebiete in Europa billiger. Ich fahre sowohl in den Alpen als auch den Rockies sehr gerne Ski, gerade off-piste. Es muss wohl eine deutsche Charaktereigenschaft sein, das Naheliegende zu kritisieren und das Ferne (gerade wenn es in Amerika ist) zu loben. Von einem leidenschaftlichen Tiefschneefahrer.
2. Kanada / USA viel teuerer als Alpen
kiddo 11.12.2012
"Wer nicht mit mehreren Personen in einem Auto in die Skiferien fährt, kann für genauso viel Geld auch nach Nordamerika fliegen. Der Preis pro Person ist ähnlich hoch wie für eine vergleichbare Tour in die Alpen. Dies zeigt [...]
"Wer nicht mit mehreren Personen in einem Auto in die Skiferien fährt, kann für genauso viel Geld auch nach Nordamerika fliegen. Der Preis pro Person ist ähnlich hoch wie für eine vergleichbare Tour in die Alpen. Dies zeigt ein Blick in die Kataloge der deutschen Spezialreiseveranstalter." Wir fahren 1 mal pro Jahr in die Alpen. Ca. 500 km. 4 bis 8 Personen, mit 2 bis 3 Autos. Preise por Person: Spritkosten: 40 Euro zzgl. großzügig gerechnet 40 Euro für Wartung, Wertverlust ist keiner vorhanden. Unterkunft im Ferienhaus: 250 Euro. Macht 330 Euro für Transfer und Unterkunft. Ich wollte letztes Jahr nach Kanada. Hat leider nicht geklappt. Die Kosten waren jedoch (natürlich) viel höher. Ein Flug kostet eben 800 €. Ferienhäuser sind dort nicht sehr üblich. Hotel ca. 400 €. Verlgeich für Transfer und Unterkunft: Alpen: 330 Euro Kanada: 1200 Euro. Wenn 330 = 1200 dann habe ich irgend etwas verpasst. "In den Alpen zahlt man für eine kleine Flasche Wasser ein paar Euro, in Nordamerika ist Wasser in Restaurants und Berghütten kostenlos. Auch das Essen ist vergleichsweise günstig. " OMG. Ich habe selten Wasser auf einer Hütte Wasser getrunken. Vielleicht 2 Gläser in einer Woche. Auch bei den restlichen Hüttenbesucher habe ich das selten gesehen. Nehmen wir also an, mein Konsum wäre repräsentativ. Dann hätte ich 4 Euro gespart. Weiterhin kostet, zumindest in den USA, Wasser aus Flaschen auch Geld. Das kostenlose Wasser habe ich immer abgelehnt, da es nach Chlor riecht und schmeckt (nein, ich habe richtiges Chlor noch nicht getrunken, aber schlimmer kann es nicht schmecken). Dass das Essen günstiger ist, kann ich mir schwer vorstellen. Da aber der Wasservergleich bereits so lächerlich ist, muss man auch hier annehmen, dass das nicht stimmt. Es ging in dem Artikel um den Preisvergleich bzw. darum, dass es die gleichen Kosten wären. Das ist quatsch. Irgendwann fahre ich trotzdem hin, weil mich der Schnee interssiert.
3. Schnee vs. Schnee
NahGut 11.12.2012
Den Preisvergleich in dem Artikel finde ich lächerlich, aber ein Schneeunterschied ist schon da - in den Alpen und Californien empfinde ich ihn wesentlich nasser, schwerer. In den meisten Gebieten in Colorado jedoch ist er richtig [...]
Den Preisvergleich in dem Artikel finde ich lächerlich, aber ein Schneeunterschied ist schon da - in den Alpen und Californien empfinde ich ihn wesentlich nasser, schwerer. In den meisten Gebieten in Colorado jedoch ist er richtig fluffig, so trocken, dass man noch nichtmal einen Schneemann bauen kann - Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber in Colorado ist die Luft allgemein sehr sehr trocken. Utah und Canada kann ich nicht beurteilen, da bin ich noch nicht gefahren.
4. W&H Grüße aus Vancouver
elektroson 11.12.2012
Noch schicker ist nur, sich Vorort. In einem der Orte als Schilehrer oder vgl. anstellen zu lassen. Bezahlt werden fürs fahren. Oder doch nur von Vancouver am Wochenend nach whistler und unter der Woche 20 min auf cypresss [...]
Noch schicker ist nur, sich Vorort. In einem der Orte als Schilehrer oder vgl. anstellen zu lassen. Bezahlt werden fürs fahren. Oder doch nur von Vancouver am Wochenend nach whistler und unter der Woche 20 min auf cypresss mountain. Am einfachsten geht das als deutscher bis 35 mit travel&Werk Visum. Ps. Die wenigsten Lifte haben Fußstützen
5. Kanadas hoher Norden
Arrepiado 12.12.2012
Naja, das Kostenargument koennte man genauso andersherum machen und Amerikaner in die Alpen schicken. Es gibt eben in Nordamerika auch riesige Unterschiede in den Preisen. Europaeische Skifahrer sollten sich lieber genau [...]
Naja, das Kostenargument koennte man genauso andersherum machen und Amerikaner in die Alpen schicken. Es gibt eben in Nordamerika auch riesige Unterschiede in den Preisen. Europaeische Skifahrer sollten sich lieber genau informieren, was zu erwarten ist an Schneemenge und -qualitaet, Unterkunft, Transport, etc. Geringe Luftfeuchtigkeit und viel Sonne in den Rockies bedeuten eben auch, dass es nicht immer viel Tiefschnee gibt - da kommt es sehr auf das Mikroklima an. Und wenn uns SPON in den "hohen Norden Kanadas" schicken will, dann ist meine Empfehlung, nochmal genauer auf der Karte nachzuschauen.

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