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27.11.2012
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Vierjährige Weltreise

Brite bereist 201 Länder - ohne Flugzeug

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AFP

Er schipperte in einem lecken Holzboot zu den Kapverden, fuhr mit dem Lkw durch Kenia und schummelte sich nach Nordkorea: 1426 Tage war Graham Hughes zu Fuß, per Zug oder Schiff unterwegs. Als Erster hat der Brite alle souveränen Staaten der Erde besucht, ohne ein Flugzeug zu betreten.

Juba/Südsudan - Am 1. Januar 2009 überquerte Graham Hughes die Grenze zu Uruguay - und trat damit eine Reise an, die ihn fast vier Jahre lang um die Erde führen sollte. Am Montag traf der Brite aus Liverpool im Südsudan ein und will damit einen neuen Guinness-Rekord aufstellen: Nach eigenen Angaben hat er als erster Mensch jeden souveränen Staat der Erde besucht, ohne einmal auf ein Flugzeug zurückgreifen zu müssen.

"Ich bin nun 1426 Tage gereist, das sind 203 Wochen oder fast vier Jahre", sagte der rothaarige 33-Jährige bei seiner Ankunft in Juba, der Hauptstadt des jüngsten Landes der Welt, das es zum Zeitpunkt seines Weltreisestarts noch gar nicht gab. Insgesamt habe er 201 Staaten besucht, darunter neben den 193 Uno-Mitgliedern auch Nichtmitglieder wie das Kosovo, Vatikanstadt, Taiwan und die Palästinensergebiete.

Während all der Jahre hielt sich der Weltenbummler nach eigenen Angaben strikt an vier Grundsätze: Er durfte weder fliegen noch eigene Fortbewegungsmittel nutzen, musste sich auf öffentliche Verkehrsmittel verlassen und durfte erst dann ein Land von seiner Liste streichen, wenn er "seinen Fuß auf trockenen Boden" gesetzt hat.

Im lecken Holzboot über den Atlantik

Für sein Projekt "The Odyssey Expedition" reiste er allein und mit einem Budget von 100 Dollar pro Woche. Das schaffte er, indem er als Couchsurfer und wenn möglich mit Containerschiffen unterwegs war. "Die meisten Leute dachten, ich sei verrückt, viele glaubten, es sei unmöglich", sagte Hughes.

Sie sorgten sich, wie er in Krisengebieten wie etwa Afghanistan und Somalia klarkommen wollte. Diese seien aber wegen der seltenen Grenzkontrollen kein Problem gewesen, versicherte der 33-Jährige. Selbst nach Nordkorea habe er sich "auf Zehenspitzen" einschleichen können. Im Kongo landete er allerdings für eine Woche im Gefängnis, und in Russland wurde er verhaftet, als er sich über die Grenze schummeln wollte.

Eine Herausforderung boten die "kleinen Inselnationen, die zu den Olympischen Spielen mit einer Fahne und zwei Athleten auftauchen". Um zu ihnen zu kommen, musste er manchmal auf ein Versorgungsschiff warten, das nur einmal im Monat fuhr, oder - wie im Falle der Kapverden - tagelang in einem lecken Holzboot über den Ozean gondeln.

"Ich traf den Premierminister von Tuvalu, fuhr auf einem Sattelschlepper durch den Norden von Kenia, per Anhalter mit einem Kreuzfahrtschiff in die Dominikanische Republik, besuchte den Bwiti-Stamm in Gabon, schrie vor dem Ozean in El Salvador und sah ein Space Shuttle in den USA starten", schreibt Hughes auf seiner Webseite. Dort zeigt der Globetrotter Aufnahmen von sich aus jedem der bereisten Länder sowie Fotos seiner unzähligen Visa. Sie füllen insgesamt vier Pässe.

Seine Tour filmte er für das Programm von "National Geographic Adventure". Nebenbei sammelte er Spenden für WaterAid, eine britische Hilfsorganisation, die sich für sauberes Wasser weltweit einsetzt.

abl/AFP

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