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28.01.2013
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Sabah in Malaysia

Affen, Rhinos und viel Meer

REUTERS

Die Region Sabah auf der Insel Borneo ist für Strandfaulenzer, Dschungelfans und Tiergucker gleichermaßen geeignet. Papageien und Orchideen bekommen Besucher garantiert zu Gesicht - um die extrem seltenen Nashörner zu entdecken, brauchen sie jedoch viel Glück.

Long Pasia - Die Jagd mit dem Speer auf Reh und Wildschwein hat in den entlegenen Urwalddörfern in Sabah Tradition. "Unsere Urgroßväter haben mit dem Speer gejagt. Einige von uns machen das heute noch, andere nehmen das Gewehr", sagt Semuel Salutan in Long Pasia. Bei der siebenköpfigen Familie des 50-Jährigen können Urlauber in schlichten Zimmern übernachten. Die Häuser sind meist aus Holz, stehen auf Stelzen, unter denen Hühner gackern.

Der Bundesstaat Sabah liegt im nördlichen Zipfel der riesigen Insel Borneo, zu der Teile Malaysias, Indonesiens und das kleine Sultanat Brunei gehören. Die Einwohner gehören zu der kleinen ethnischen Gruppe der Lundayeh, sind Christen. Staatsreligion in Malaysia ist eigentlich der Islam.

Touristen in Long Pasia können fischen, durch Wälder zu Wasserfällen und Seen wandern, im Fluss baden, exotische Vögel und Schmetterlinge beobachten, Sitten der Ureinwohner kennenlernen. Das Dorf im Distrikt Sipitang liegt im Südwestzipfel von Sabah.

Die Wahrscheinlichkeit, eines der letzten Sabah-Nashörner zu entdecken, ist allerdings etwa so hoch wie auf einen Sechser im Lotto. Das kleinste Rhinozeros der Welt hat 1,30 Meter Schulterhöhe und ist vom Aussterben bedroht. Forscher aus Deutschland und Malaysia bemühen sich sein Überleben.

Bier gibt's beim Chinesen

Der Geländewagen braucht für die 150 Kilometer zwischen Long Pasia und der Hauptstadt Kota Kinabalu sieben Stunden. Große Teile sind Sand- und Schotterpiste. Am Pier im Zentrum von Kota Kinabalu ankern Fähren, Frachtboote und Lastkähne dicht an dicht. Männer und Frauen mit Körben und Säcken eilen zwischen den Booten und Marktständen am Wasser. "Private Boat to the islands", ruft ein Mann. Billiger und enger sind die vielen Fähren, die fast im Minutentakt auf die nahen Inseln starten und ein Gefühl vom echten Sabah vermitteln.

Der frische Fisch hat es nur wenige Meter in nahe Shopping Malls, Hotels und Pier-Restaurants mit koreanischem, italienischem und irischem Ambiente. Dort wird auch Wein und Fassbier ausgeschenkt. Die meisten Restaurants im Land haben weder Alkohol noch Schweinefleisch im Angebot. Wer preiswert eine Dose Bier will, geht zum Chinesen, wo Männer Karten spielen und gebratene Nudeln essen.

Sabah ist nicht überlaufen. An der über 1400 Kilometer langen Küste findet jeder seinen Strand. Voll ist es aber oft im Sepilok Orang-Utan Rehabilitation Centre bei Sandakan im Osten, wenn sich zur Fütterung hangelnde Affen und fotografierende Menschen begegnen.

Ein Muss ist der Ausflug zum Welterbe Kinabalu-Nationalpark mit dem 4095 hohen Mount Kinabalu. In den dichten Wäldern leben nicht nur Naturschönheiten wie Papageien und Orchideen, sondern auch in der Region verbreitete Kreaturen wie rote, glitschige, 30 Zentimeter lange Würmer. Und die Blüte der Riesenrafflesie bietet keine Farbenpracht, hat aber einen Meter Durchmesser - Weltrekord.

Bernd Kubisch/dpa/stoi

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