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22.02.2013
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"Lincoln"-Drehorte in Virginia

Die Mutter aller Präsidenten

Von Denis Krick
AP

Perfekte Kulisse für Steven Spielberg: In Virginia ist die Geschichte des Bürgerkriegs allgegenwärtig. Wer sich hier auf die Spuren von "Lincoln" begibt, erlebt eine Zeitreise. In dem US-Bundesstaat finden sich Schlachtfelder, historische Bauten - und sogar ein Weißes Haus.

Steven Spielbergs Historiendrama "Lincoln" ist in diesem Jahr für zwölf Oscars nominiert. Insbesondere in Virginia ist man besonders stolz darauf, dass das Epos so viel Aufmerksamkeit genießt. Denn der Film mit Daniel Day-Lewis in der Rolle des 16. US-Präsidenten Abraham Lincoln wurde zum großen Teil hier an historischen Schauplätzen gedreht. Der Erfolg der Hollywood-Produktion strahlt deshalb auch auf den Bundesstaat ab, der den Spitznamen "Mutter aller Präsidenten" trägt.

Acht US-Staatsoberhäupter stammten bislang aus Virginia, das an der amerikanischen Ostküste liegt. Mehr als aus jedem anderen Bundesstaat. Darunter sind Namen wie Woodrow Wilson, George Washington und Thomas Jefferson. Abraham Lincoln wurde allerdings in Kentucky geboren - und doch ist seine Geschichte untrennbar mit der von Virginia verbunden.

Ein neuer Lincoln-Trail des Fremdenverkehrsamtes bewegt sich deshalb auf den Spuren des legendären US-Präsidenten. Touristen können dort in die Fußstapfen des Staatsmannes treten - und einen wichtigen Teil der amerikanischen Geschichte nacherleben.

Vier Tipps für Filmfans und historisch Interessierte:

Appomattox Court House nahe Lynchburg

Lange verrotteten die Häuser in der kleinen Ansiedlung vor sich hin. Bis ins Jahr 1940 wollte sich niemand in Virginia wirklich ernsthaft mit diesem geschichtsträchtigen Ort beschäftigen. Denn das Appomattox Court House ist ein Synonym für die Niederlage der konföderierten Truppen - und für Lincolns größten Sieg. General Robert E. Lee, Befehlshaber der Südstaaten, kapitulierte hier. Inzwischen ist das Areal ein Freilichtmuseum und gilt als National Historic Park.

Altstadt von Petersburg

Während des Bürgerkriegs war Petersburg ein wichtiger Transportknotenpunkt der Konföderierten. Neun Monate dauerte die Belagerung der Unionstruppen, ehe die Stadt am 2. April 1865 fiel - und Lincoln zusammen mit seinem Sohn triumphierend durch die Straßen ziehen konnte. In der Altstadt von Petersburg wurden zahlreiche Szenen des Films gedreht. Insbesondere wegen der vielen historischen Gebäude, die es hier zu bestaunen gibt.

Weißes Haus in Richmond

Richmond war während des US-Bürgerkriegs einst die Hauptstadt der abtrünnigen Südstaaten. Als diese kapitulierten, zog Lincoln unter den Jubelschreien befreiter Sklaven durch das Ortszentrum zum ehemaligen Amtsitz seines politischen Gegenspielers Jefferson Davis. Das Weiße Haus der Konföderierten ist heute ein Museum und beherbergt eine beeindruckende Sammlung an Gegenständen und Dokumenten aus der Zeit des Bürgerkriegs. Natürlich nutzte Regisseur Spielberg auch dieses Gebäude als Kulisse für "Lincoln".

Schlachtfelder von Cedar Creek & Belle Grove

Im strategisch wichtigen Shenandoah-Tal wurden zahlreiche Schlachten geschlagen. Es war auch als "Brotkorb" der Konföderation bekannt. Die Kontrolle des Gebiets wechselte dabei häufig zwischen Nord und Süd. Inzwischen ist hier der Cedar Creek & Bell Grove Nationalpark beheimatet. Zwischen März und August werden im Tal zahlreiche Bürgerkriegskämpfe nachgestellt. Wer an den Terminen allerdings keine Zeit findet, den Park zu besuchen, unternimmt einfach eine knapp 28 Kilometer lange Tour über die Schlachtfelder auf eigene Faust. Eine eigens dafür konzipierte App sorgt dann für den nötigen geschichtlichen Hintergrund.

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