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Reise

Von Sankt Petersburg bis Sibirien

Die besten Tipps für einen Russlandurlaub

In elf Städten Russlands wird ab nächster Woche die Fußball-WM ausgetragen. Welche Reiseziele lohnen sich außerdem in diesem atemberaubenden Land?

Getty Images / iStockphoto
Sonntag, 10.06.2018   08:35 Uhr

Da, njet, poschalußta und ßpaßiba. Ja, nein, bitte und danke - so wird die Mindestausstattung an Wörtern ausgesprochen, mit der Urlauber über die Grenze der Russischen Förderation reisen sollten. Mehr hilft mehr. Denn womöglich trifft man abseits der Großstädte auf wenige Russen, die Englisch oder Deutsch sprechen.

WM-Schlachtenbummler werden sich aber wohl eher in den elf Städten aufhalten, in denen vom 14. Juni bis zum 15. Juli gekickt wird - zunächst in Moskau, Sotschi und Kasan:

Während Normal-Russlandurlauber sich schon rechtzeitig um ein Visum bemühen müssen, haben jene Glück, die schon ein WM-Ticket in den Händen halten: Sie können mit ihrer sogenannten Fan-ID und einem Reisepass einreisen (und die WM-Sonderzüge kostenlos nutzen). Wichtig allerdings auch für sie ist die Registrierung bei den Behörden an den Aufenthaltsorten über die Unterkünfte oder den Gastgeber. Und dran denken: Neben den Standardimpfungen empfiehlt das Centrum für Reisemedizin (CRM) eine Impfung gegen Hepatitis A und FSME, das von Zecken übertragen wird.

Alles gewusst, an alles gedacht? Dann fehlt nur noch die richtige Einstimmung auf die Tage in dem flächenmäßig größten Land der Welt. Zur Weltmeisterschaft führt die Reise höchstens nach Jekaterinburg am Uralgebirge, dies ist der am östlichsten gelegene Spielort und immerhin auch schon 1800 Kilometer entfernt von Moskau. Die Weiten Sibiriens, die Vulkane von Kamtschatka und der faszinierende Baikalsee aber - diese Landschaften müssen im nächsten Urlaub erkundet werden. Hier geben wir Tipps!

Obwohl die Spielorte fast durchweg auf dem europäischen Kontinent liegen - Russland ist kein Reiseziel für jedermanns Geschmack, schreibt unser Autor Stephan Orth. Schon bevor das Flugzeug gen Osten bestiegen wird, können diese zehn Ratschläge bei der Vorbereitung helfen:

Ja, Moskau ist die Stadt, die von deutschen Touristen in Russland am häufigsten angesteuert wird. Doch ist es auch die schönste im ganzen Land? Viele - darunter auch der Fotograf Daniel Biskup - schwärmen vom westeuropäisch geprägten Sankt Petersburg. Die Zarenstadt punktet mit ihrer prächtigen historischen Altstadt, dem Kunstmuseum Eremitage an der Newa und ihren vielen Cafés, Klubs und Restaurants. "Ein Besuch von Sankt Petersburg ist eine Reise, auf der man zugleich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sehen kann", sagt Biskup in unserem Interview:

Beliebt und gern genutzt vor allem von Backpackern ist die Transsibirische Eisenbahn, mit der man von Moskau bis zur WM-Stadt Jekaterinburg gelangt - aber dann noch ganz ans andere Ende Russlands: nach Wladiwostok am Pazifik. Sie ist mit 9288 Kilometern die längste Eisenbahnstrecke der Welt, und eine Fahrt mit ihr kann zwar mühsam sein, verdeutlicht aber auch die Weite Sibiriens:

Sibirien - die Region umfasst drei Viertel des russischen Staatsgebiets, doch nur sehr wenige Menschen leben hier. Viele gehören zu indigenen Völkern, darunter die Tuwiner, Burkaten, Chakassen und Jakuten. Eine Reise in ihre Gebiete ist aufwendig - und manchmal nur im Winter möglich. So fuhr der Fotograf Michael von Hassel mit Freunden 4000 Kilometer weit von Irkutsk am Baikalsee bis Jurjung-Chaja, zum Teil über den zugefrorenen Fluss Anabar. Am Ziel trafen sie auf die Ewenken, ein Nomadenvolk - von Hassel erzählt von seinem Abenteuer im Interview:

Auch Jakutien liegt in Sibirien: Das Gebiet im kargen Nordosten Russlands ist fast so groß wie Indien, hat aber weniger als eine Million Einwohner. Von vielen wird Schamanismus praktiziert. Bei jährlich um die Sommersonnenwende stattfindenden Festivals versuchen etwa Priester und Anhänger des Aiyy-Glaubens, mit den Geistern der Natur in Kontakt zu kommen. Die Fotografin Ayar Kuo dokumentierte dies mit ihren Bildern:

Auch der Fotograf Michael Martin ging auf Fotoexpedition in die eisigen Weiten Russlands und berichtete darüber in seinem Blog "Planet Erde". Zunächst schickte er über den aufgetürmten Eisplatten und meterlangen Eiszapfen am Baikalsee seine Drohne in die Luft. Am kältesten Ort der bewohnten Welt, in Oimjakon in Jakutien, besuchte er Fischer, Rentier- und Pferdezüchter. Und auf der Halbinsel Kamtschatka kämpfte er sich durch vereiste und verschneite Landschaften zu den Vulkanen - und strandete mit einem Motorschaden in einer entlegenen Hütte.

Der Moskauer Fotografin Kristina Makeeva gelangen am zugeforenen Baikalsee fast poetische Bilder:

Leseraufruf: "Mit Instagram um die Welt"

Am 14. Juni startet die WM. Dann stehen russische Städte wie Nischni Nowgorod, Wolgograd, Moskau oder St. Petersburg im internationalen Rampenlicht. Sind Sie schon einmal in eine der WM-Städte gereist und haben unterwegs Bilder eingefangen? Dann zeigen Sie uns Ihre schönsten Aufnahmen! Taggen Sie Ihre Fotos mit #Spon_Reise_WM2018. Die besten Fotos stellen wir bald vor!

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