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Reise

Von Frühstück bis Clubnacht

So erleben Sie den perfekten Tag in Zürich

Wer macht das beste Birchermüsli? Wo tanzen die Zürcher zu Live-Musik? Zwischen Altstadt und Szenevierteln verstecken sich zünftige Wirtshäuser, beheizte Freiluftpools und Bars mit Hunderten Whiskysorten. Die besten Tipps für einen winterlichen Kurztrip.

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Mittwoch, 06.11.2013   06:11 Uhr

Tanja Köhler ist Reiseführer-Autorin, sie verrät im SPIEGEL-ONLINE-Fragebogen, warum Zürich gerade im Winter ein tolles Reiseziel ist.

Frau Köhler, wo fängt der Tag in Zürich an?

In der Confiserie Sprüngli. Die Mutter aller Zürcher Cafés ist Kult und bei Touristen wie Einheimischen beliebt. Warum? Wegen des hausgemachten Frühstücks mit knusprigem Brot, Birchermüsli, ofenfrischen Gipfeli (Croissants) und Honig aus dem Zürcher Oberland. Preiswerter ist der Frühstückschmaus allerdings im Café Zähringer, das von der Belegschaft im Kollektiv selbstverwaltet wird und auf regionale Produkte in Bioqualität setzt.

Die schönste Aussicht auf Zürich…

…haben die Studenten von der Polyterrasse der Eidgenössischen Technischen Hochschule. Touristen verirren sich selten hierher, dabei ist schon der Weg ein kleines Erlebnis: Mit der Polybahn, die auch Polybähnli oder Studenten-Express genannt wird, zuckelt man hinauf ins Universitätsquartier. Die Bahn wurde im Jahr 1889 eingeweiht, legt auf ihrer kurzen Fahrt 176 Meter zurück und überwindet einen Höhenunterschied von 41 Metern.

Wohin führt ein schöner Stadtspaziergang?

In das ehemalige Arbeiterviertel und Industriegebiet Zürich-West - der Kontrast zur idyllischen Altstadt könnte nicht größer sein! In leerstehende Fabriken zogen in den vergangenen Jahren Bars, Clubs, Kinos und Designerateliers ein. Die Schiffbauhalle, eine Zweitbühne des renommierten Zürcher Schauspielhauses, bietet Kulturfans ein tolles Programm.

Welches Lokal serviert ein besonderes Lunch?

Das Hiltl, Europas ältestes vegetarisches Restaurant. Hier gibt es Exotisches wie das indische Kachori, die sardische Pasta Fregola, aber auch Klassiker wie Zürcher Geschnetzeltes oder Spaghetti Bolognese - natürlich vegetarisch zubereitet.

Etwas nobler (und deutlich fleischlastiger) geht es in den "Zunfthäusern" zu, die einst von mittelalterlichen Handwerksvereinigungen errichtet wurden. Das Zunfthaus zur Waag kredenzt in historischem Ambiente Zürcher Kalbsgeschnetzeltes. Hier lernen die Gäste auch die Vielfalt Schweizer Weine kennen. Wegen der kleinen Erntemengen gelangen die Tropfen aus dem Alpenland selten in den Export, so dass die Weine aus dem Wallis oder der Genfersee-Region im Ausland eher unbekannt sind.

Welche Läden darf man bei einer Shoppingtour nicht auslassen?

Ausgefallene Klamotten gibt es in der Gegend hinter dem Hauptbahnhof. In der Josef- und Konradstraße haben junge Designer und Kreative schrille Läden eröffnet: Tamara Rist, die Schwester der Künstlerin Pipilotti Rist, verkauft hier ihre bunte Taschenkollektion. Das Label Beige ist für seine schicke Strickmode bekannt.

Wie erholen sich erschöpfte Touristen von den Stadtstrapazen?

Zürich hat die weltweit größte Dichte an Schwimmbädern. Im Seebad Enge schwitzt es sich bei schlechtem Wetter in der Sauna mit Blick auf die Stadtsilhouette, die Seenlandschaft und die Alpenkette am Horizont. Auch das Thermalbad Zürich ist ein Erlebnis. Es befindet sich in einer ehemaligen Brauerei, man schwimmt zwischen alten Steingewölben. Noch besser: das Dachbad unter freiem Himmel! 30 Grad Wassertemperatur und in der Ferne ist der mächtige Gletschergipfel Tödi zu sehen.

Wohin, wenn man genug von der Stadt hat?

Auf den Uetliberg, den Zürcher Hausberg. In 873 Meter Höhe kann man bei gutem Wetter bis zu den Berner und Glarner Alpen schauen. Im Norden und Nordwesten zeigen sich der Schwarzwald und die Vogesen, im Osten bisweilen das Massiv des Säntis.

Und wer lieber im Schnee stapfen will,…

…fährt für einen Ski- oder Snowboardausflug zum Hoch-Ybrig, einem Wintersportgebiet im Kanton Schwyz. Bei Schneewanderern ist der Atzmännig im Kanton St. Gallen beliebt, und wer Schlittenfahren will, muss Zürich noch nicht einmal verlassen: Am Uetliberg gibt es eine tolle "Schlittelpiste" inklusive Schlittenverleih. Und am Adlisberg, mitten im Wald, kann man auf Europas größter offener Kunsteisbahn seine Runden drehen.

Ein besonders gemütliches Café ist...

...die Konditorei Schober, deren Geschichte bis ins Jahr 1842 zurückreicht und die heute Péclard heißt. Auf drei Etagen servieren die Kellner hier Zitronentarte, Maccarons, Flammkuchen und Quiches. Der schönste der Räume ist der rote Salon mit seinen tiefen Sesseln und der schummerigen Beleuchtung.

Wo erlebt man eine unvergessliche Nacht?

...in der IQ Bar in Zürich-West. Einen besonders hohen Intelligenzquotienten braucht man zwar nicht, um sich am 1,8-Liter-Pitcher Daiquiri zu verausgaben. Dennoch ist die Bar im Industriequartier (daher das Kürzel IQ) eine gute Adresse zum Feiern.

Für einen Abend in der Altstadt empfehle ich die Widder Bar. Hier gibt's Live-Musik, hochkarätige Jazzkonzerte und eine riesige Auswahl an Spirituosen: über 250 Whiskys, darunter auch japanische, 33 Sorten Tequila, elf Sorten Cachaca, sechs Sorten Absinth. Prost!

Die Fragen stellte Julia Stanek


Buchtipp: "City Guide Zürich". Reise Know-How; 264 Seiten; 14,80 Euro

insgesamt 26 Beiträge
andreaspecora 06.11.2013
1. Einige Ergänzungen
Wenn man zum Sprüngli geht, dann sollte man unbedingt die "Luxemburgerli" (Macarones) probieren, das Café Zähringer würde ich jetzt nicht unbedingt empfehlen. Wenn man gut „Zmorge“ essen will kann man auch ins [...]
Zitat von sysopimagoWer macht das beste Birchermüsli? Wo tanzen die Zürcher zu Live-Musik? Zwischen Altstadt und Szenevierteln verstecken sich zünftige Wirtshäuser, beheizte Freiluftpools und Bars mit Hunderten Whiskeysorten. Die besten Tipps für einen winterlichen Kurztrip. http://www.spiegel.de/reise/staedte/tipps-fuer-24-perfekte-stunden-in-zuerich-a-931629.html
Wenn man zum Sprüngli geht, dann sollte man unbedingt die "Luxemburgerli" (Macarones) probieren, das Café Zähringer würde ich jetzt nicht unbedingt empfehlen. Wenn man gut „Zmorge“ essen will kann man auch ins Tibits oder die Bäckerei/Café Gnädinger gehen. Die Gipfeli da sind super! Das Henrici in der Altstadt ist vor allem für den Kaffee zu empfehlen. Eine schöne Aussicht über Zürich und die Berge hat man zum Beispiel von der Waid, da kann man auch gut (und teuer) essen. Wer Abends in ein etwas anderes Lokal will, kann es mit der „Oepfelchammer“ (Apfelkammer) probieren. Immer wieder lustig im Oeli ein Wein zu trinken und die Leuten bei der Balkenprobe anzufeuern :)
fotografierer 06.11.2013
2. Tram
Nutzt die Trambahnen in Zürich. Die ganze Stadt ist perfekt erschlossen. Alle 7 - 9 Minuten ein Tram der jeweiligen Linie. Besonders zu empfehlen eine Fahrt mit der Linie 13 von Endstation zu Endstation. Man sieht alle Aspekte [...]
Nutzt die Trambahnen in Zürich. Die ganze Stadt ist perfekt erschlossen. Alle 7 - 9 Minuten ein Tram der jeweiligen Linie. Besonders zu empfehlen eine Fahrt mit der Linie 13 von Endstation zu Endstation. Man sieht alle Aspekte unserer schönen Stadt. Oder auch die Linie 6 zum Zoo hinauf. Ebenfalls zu empfehlen.
Wolfgang Jung 06.11.2013
3. kein Titel
Wer das Programm der Autorin konsequent durchzieht, muss ungefähr das ausgeben, was eine vierköpfige Familie für einen zweiwöchigen Sommerurlaub im Schwarzwald berappt.
Wer das Programm der Autorin konsequent durchzieht, muss ungefähr das ausgeben, was eine vierköpfige Familie für einen zweiwöchigen Sommerurlaub im Schwarzwald berappt.
cochon 06.11.2013
4.
Also erstens heißt es DAS und nicht die Polybähnli. Es heißt ja auch das Mammi und nicht die Mammi. Weiters ist die Aussicht vom Lindenhof schöner als von der ETH-Terrasse. Als ich damals in Zürich studiert habe war es [...]
Zitat von sysopimagoWer macht das beste Birchermüsli? Wo tanzen die Zürcher zu Live-Musik? Zwischen Altstadt und Szenevierteln verstecken sich zünftige Wirtshäuser, beheizte Freiluftpools und Bars mit Hunderten Whiskeysorten. Die besten Tipps für einen winterlichen Kurztrip. http://www.spiegel.de/reise/staedte/tipps-fuer-24-perfekte-stunden-in-zuerich-a-931629.html
Also erstens heißt es DAS und nicht die Polybähnli. Es heißt ja auch das Mammi und nicht die Mammi. Weiters ist die Aussicht vom Lindenhof schöner als von der ETH-Terrasse. Als ich damals in Zürich studiert habe war es die fadeste Kapitale Europas ("zuerst ein Lichtermeer und dann gar nichts mehr..."). Das hat sich ja gottseidank geändert. Was sich nicht geändert hat ist der deprimierende Winter in Zürich; (wegen des Sees) wochenlang kein Sonnenstrahl, immer neblig und trüb. Viel besser für einen Besuch ist der Frühling und der frühe Herbst.
hasimen 06.11.2013
5. Teilweise sehr subjektiv ...
Netter Kurzbericht, natürlich vorwiegend aus der Brille der Autorin zu verstehen. Tatsächlich ist Zürich vordergründig sehr sauber, seit der EM 2008 ist das allseits gepriesene hohe Niveau jedoch eher rückläufig. Die [...]
Zitat von sysopimagoWer macht das beste Birchermüsli? Wo tanzen die Zürcher zu Live-Musik? Zwischen Altstadt und Szenevierteln verstecken sich zünftige Wirtshäuser, beheizte Freiluftpools und Bars mit Hunderten Whiskeysorten. Die besten Tipps für einen winterlichen Kurztrip. http://www.spiegel.de/reise/staedte/tipps-fuer-24-perfekte-stunden-in-zuerich-a-931629.html
Netter Kurzbericht, natürlich vorwiegend aus der Brille der Autorin zu verstehen. Tatsächlich ist Zürich vordergründig sehr sauber, seit der EM 2008 ist das allseits gepriesene hohe Niveau jedoch eher rückläufig. Die Gastfreundlichkeit beschränkt sich nur auf das Nötigste, vor dem schwelenden Ausländerhass ist man nicht geschützt - das ist aber nicht nur in Zürich Stadt der Fall.
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Zur Person

Tanja Köhler, geboren 1971, arbeitet als Redakteurin beim Deutschlandfunk in Köln. Für den Reise Know-how Verlag verfasste sie zusammen mit Norbert Wank Bücher über das Ruhrgebiet, Straßburg und Zürich.

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