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Reise

Markusplatz in Venedig

43 Euro für zwei Espresso und zwei Wasser

Ein Tourist kann seinen Augen nicht trauen, als er in einem Café am Markusplatz eine horrend hohe Rechnung erhält. Nun scheiden sich die Geister: Ist das Ambiente der berühmten Piazza die Preise wert?

Getty Images

Café am Markusplatz (Symbolfoto)

Mittwoch, 08.08.2018   11:33 Uhr

Als Juan Carlos Bustamente nach einem Café-Besuch am berühmten Markusplatz in Venedig die Rechnung erhält, staunt er nicht schlecht: Zweimal 10 Euro für je 0,25 Liter Wasser und zweimal 11,50 Euro für zwei Espresso, steht da. Macht insgesamt 43 Euro.

Auf Facebook postete der in Italien lebende 62-jährige Chilene ein Foto des Kassenbelegs. "Ich weiß nicht, was ihr denkt, aber 43 Euro für zwei Kaffee und zwei Flaschen Wasser!", schrieb er dazu - und löste damit eine Diskussion in den sozialen Medien aus. Tausende Menschen reagierten und teilten den Beitrag.

Doch wie kann das sein? Der britischen Zeitung "Telegraph" zufolge war die hohe Rechnung auf die Gebühren zurückzuführen, die das Café für Besucher erhebt, die draußen auf der sonnigen Piazza sitzen wollen. Von dort, gegenüber dem berühmten Markusdom, kann man die Orchester hören, die dort spielen. Die Gebühren seien auf der Speisekarte angegeben, sagte demnach ein Sprecher des Café Lavena. An der Bar des Cafés koste ein Espresso nur 1,25 Euro.

Auch andere Facebook-Nutzer posteten ihre Erfahrungen am Markusplatz. "Wir haben nicht in die Speisekarte geschaut, bevor wir ganz naiv Wasser und Kaffee für unsere fünfköpfige Familie bestellt haben. 78 Euro!!! 11 Euro pro Latte und 9 Euro für ein Glas Milch für einen Dreijährigen", schrieb ein Tourist empört. Ein anderer schrieb: "18 US-Dollar für ein Budweiser, 12 Dollar für eine Flasche Wasser!!"

Zahlen für den Sitzplatz - nicht nur den Kaffee

Doch es gab auch Nutzer, die die Preispolitik des Cafés verteidigten: "Lavena hatte großartige Musiker, Kellner, Getränke und Desserts. Menschen, die sich über den Preis beschweren, haben nicht verstanden, dass sie für den Sitzplatz zahlen - man kann sich einen Cappuccino bestellen und, wenn man will, den ganzen Abend und die ganze Nacht bleiben", schrieb einer auf der Facebook-Seite des Café Lavena.

Es ist nicht das erste Mal, dass Lavena aufgrund seiner hohen Preise in die Kritik geriet. 2013 beschwerte sich eine Gruppe Touristen auf Facebook über ihre 95-Euro-Rechnung für vier Espresso mit Schuss. Damals sagte der Inhaber Massimo Milanese zum "Telegraph": "Jeder kann sich die Preise ansehen. Und jeder kann selbst entscheiden, ob er seinen Kaffee stehend an der Bar zu sich nimmt oder im Sitzen auf der Piazza." Das Café gebe es bereits seit 1750, und es sei Teil der Geschichte Venedigs.

Die Lagunenstadt steht immer wieder für ihre hohen Preise für Restaurants und Unterkünfte in der Kritik. Im Januar reagierte selbst der Bürgermeister Luigi Brugnaro schockiert auf die Beschwerde von vier japanischen Touristen, die in einem Restaurant rund 1100 Euro für eine Fischplatte, vier Steaks und eine Flasche Wein bezahlt haben wollen. "Wenn dieses beschämende Ereignis sich bestätigen sollte, machen wir alles, was möglich ist, um die Verantwortlichen zu bestrafen", sagte er. "Wir sind für Gerechtigkeit - immer."

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Foto: SPIEGEL TV

kry

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