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19.12.2012
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Sex-Mobbing im Internet

Schwedische Gymnasien nach Krawallen geschlossen

DPA

Polizisten halten Jugendliche nach Krawallen in einem Einkaufszentrum in Göteborg fest

Aufruhr an Göteborgs Schulen: Im Internet tauchten Fotos von Jugendlichen auf, versehen mit Beleidigungen wie "Huren und Schlampen". Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen vor einer Schule, zwei Gymnasien wurden geschlossen - die Polizei ist im Großeinsatz.

Mobbing via Internet hat in Schwedens zweitgrößter Stadt Göteborg zu Krawallen und einem Großeinsatz der Polizei geführt. An zwei Gymnasien wurde am Mittwoch aus Sorge vor Unruhen der gesamte Unterricht abgesagt. Die Schließung der Schulen war eine Reaktion auf gewalttätige Ausschreitungen am Vortag, an denen Hunderte Jugendliche beteiligt waren.

Auslöser der Unruhen sollen rufschädigende Gerüchte über zahlreiche Mädchen im Teenageralter sein, die über den beliebten Fotodienst Instagram im Internet verbreitet wurden. Die Ortszeitung "Göteborgs-Posten" berichtete, im Netz seien Fotos von Schülern mit kränkenden Kommentaren über "Huren und Schlampen" aufgetaucht. Urheberin soll eine 17-Jährige sein.

Aus Protest dagegen hätten sich die andere Schüler "blitzschnell" über das soziale Netzwerk Facebook gegenseitig mobilisiert, sagten Polizeisprecher. Für die Gewalttätigkeiten mit Flaschen-, Stein- und Schneeballwürfen hätten vorwiegend Jugendliche "von außen" gesorgt, die ebenfalls über Facebook angelockt worden waren.

Dabei kam es auch zu Zusammenstößen zwischen den Schülern und der Polizei: Die verärgerten Jugendlichen warfen Steine und Flaschen auf die Beamten. Verletzt wurde niemand. Nachdem sich die Krawalle in der Göteborger Einkaufszone fortsetzten, nahmen die Polizisten die Personalien von 27 Jugendlichen auf. Die Polizei setzte alle in Göteborg verfügbaren Beamten sowie Hunde und einen Hubschrauber ein, um die Menge zu beruhigen.

lgr/dpa/dapd

Forum

Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 11 Beiträge
1. Tja...
Zappa_forever 20.12.2012
...hier geht es offensichtlich um "Ehrverletzungen". Was in dem Artikel aber geflissentlich verschwiegen wird, dass solche vornehmlich in einem bestimmten Milieu bzw. Kulturkreis ausgesprochen und mit Gewalt geahndet [...]
Zitat von sysopDPAAufruhr an Göteborgs Schulen: Im Internet tauchten Fotos von Jugendlichen auf, versehen mit Beleidigungen wie "Huren und Schlampen". Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen vor einer Schule, zwei Gymnasien wurden geschlossen - die Polizei ist im Großeinsatz. http://www.spiegel.de/schulspiegel/schweden-gymnasien-nach-krawallen-wegen-sex-mobbing-geschlossen-a-873884.html
...hier geht es offensichtlich um "Ehrverletzungen". Was in dem Artikel aber geflissentlich verschwiegen wird, dass solche vornehmlich in einem bestimmten Milieu bzw. Kulturkreis ausgesprochen und mit Gewalt geahndet werden.
2. Aha!
dosmundos 20.12.2012
Danke für den Hinweis, ich hatte mich schon gewundert, sind doch hellhäutige Jugendliche wirklich noch nie und nirgends durch Krawalle oder Schlägereien aufgefallen :-) Das ist wirklich ein ganz, ganz neues Phänomen...
Zitat von Zappa_forever...hier geht es offensichtlich um "Ehrverletzungen". Was in dem Artikel aber geflissentlich verschwiegen wird, dass solche vornehmlich in einem bestimmten Milieu bzw. Kulturkreis ausgesprochen und mit Gewalt geahndet werden.
Danke für den Hinweis, ich hatte mich schon gewundert, sind doch hellhäutige Jugendliche wirklich noch nie und nirgends durch Krawalle oder Schlägereien aufgefallen :-) Das ist wirklich ein ganz, ganz neues Phänomen...
3. Aufklärung
spon-facebook-10000111481 20.12.2012
Wir müssen diesen Kindern endlich biebrigen, dass das Internet nicht das wirkliche Leben ist. Und dass man den Quatsch - egal was dort irgendein Idiot hoch lädt oder zusammenschmiert - einfach ignorieren kann. [...]
Wir müssen diesen Kindern endlich biebrigen, dass das Internet nicht das wirkliche Leben ist. Und dass man den Quatsch - egal was dort irgendein Idiot hoch lädt oder zusammenschmiert - einfach ignorieren kann. "Ausschalten" ist die Lösung
4. daraus wird nichts
byzopsycho 20.12.2012
Was meinen Sie wird eher abgeschafft? Die Technik der digitalen Bildnutzung oder eine "friedliche" und "tolerante" "Religion"? Was meinen Sie, wird demnächst von erzürnten in ihrer [...]
Zitat von spon-facebook-10000111481Wir müssen diesen Kindern endlich biebrigen, dass das Internet nicht das wirkliche Leben ist. Und dass man den Quatsch - egal was dort irgendein Idiot hoch lädt oder zusammenschmiert - einfach ignorieren kann. "Ausschalten" ist die Lösung
Was meinen Sie wird eher abgeschafft? Die Technik der digitalen Bildnutzung oder eine "friedliche" und "tolerante" "Religion"? Was meinen Sie, wird demnächst von erzürnten in ihrer "Ehre" verletzen "friedlichen" und "toleranten" "Gläubigen" gefordert werden? Die sind doch in Ihrer Weltanschauung sowieso schon friedlich und tolerant.... na eigentlich doch immer schon!
5.
meinmein 20.12.2012
Daran besteht für mich überhaupt kein Zweifel, schon die Begriffe "Huren" und "Schlampen" sagen alles. Diese ganze PC hängt mir so zum Halse raus. P.S. Ich bin kein Rechtsradikaler, ich wähle die [...]
Zitat von Zappa_forever...hier geht es offensichtlich um "Ehrverletzungen". Was in dem Artikel aber geflissentlich verschwiegen wird, dass solche vornehmlich in einem bestimmten Milieu bzw. Kulturkreis ausgesprochen und mit Gewalt geahndet werden.
Daran besteht für mich überhaupt kein Zweifel, schon die Begriffe "Huren" und "Schlampen" sagen alles. Diese ganze PC hängt mir so zum Halse raus. P.S. Ich bin kein Rechtsradikaler, ich wähle die Linken.
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Cybermobbing unter Jugendlichen

Was ist das?
Wenn jemand einen anderen Menschen absichtlich und über längere Zeit beleidigt, bedroht, bloßstellt oder belästigt, und wenn das im Internet oder per Handy geschieht, spricht man von Cybermobbing. Gerade unter Kindern und Jugendlichen kennen sich Opfer und Täter meist aus Schule, Verein oder Wohnviertel. Cybermobbing zwischen Personen, die sich noch nie gesehen haben, ist sehr selten.
Wie entsteht es?
Spannungen in der Klasse verlagern sich oft ins Internet, wo unbeliebte Schüler dann verspottet und belästigt werden. Manchmal brechen auch Freundschaften auseinander und ehemals gute Freunde tragen ihren Konflikt im Netz aus. In manchen Gruppen gehört es zum alltäglichen Umgang, sich gegenseitig herunterzumachen. Cybermobbing kann aber auch aus Unachtsamkeit oder Langeweile entstehen. Oft ist Jugendlichen nicht bewusst, wie verletzend ein flapsiger Kommentar sein kann.
Wie erkennt man es?
Opfer von Cybermobbing sind oft bedrückt, ungewöhnlich schweigsam oder angespannt. Viele können schlecht schlafen und haben morgens vor der Schule Schmerzen oder andere Beschwerden. Sie werden selten zu Geburtstagen oder Partys eingeladen und wollen lieber von ihren Eltern angeholt werden, statt mit dem Schulbus zu fahren. Wenn man sie darauf anspricht, spielen Jugendliche ihre Situation vor Erwachsenen oft herunter.
Wie schützt man sich?
Gebt möglichst wenige persönliche Daten im Internet preis, ladet möglichst wenige Bilder und Videos von euch hoch und macht niemals eure vollständige Adresse oder Handynummer öffentlich. Überprüft eure Sicherheitseinstellungen und gebt euren Privatbereich nicht für jeden frei.
Wie kann man sich wehren?
Nehmt beleidigende E-Mails, Bilder oder Posts nicht einfach hin, aber antwortet auch nicht direkt darauf. Fragt lieber zuerst eure Eltern, einen Lehrer oder einen guten Freund, wie ihr damit umgehen sollt. Redet mit Menschen an, denen ihr vertraut, und fresst den Ärger nicht in euch hinein. Speichert SMS oder E-Mails und macht Screenshots von Seiten, auf denen ihr beleidigt werdet. Sperrt Leute, die euch belästigen du meldet Kommentare an den Betreiber der Webseite. Geht in besonders ernsten Fällen zur Polizei und erstattet Anzeige.
Was droht den Tätern?
Cybermobbing ist kein Staftatbestand, aber in Cybermobbing vereinigen sich einzelne Straftaten. Dazu gehören zum Beispiel Beleidigung, üble Nachrede, Verleumdung, Nötigung, Bedrohung oder Gewaltdarstellung. Alle diese Vergehen können mit bis zu einem Jahr im Gefängnis bestraft werden, in manchen Fällen sogar härter. Kinder unter 14 Jahren sind grundsätzlich strafunmündig. Bei Jugendlichen steht nicht die Bestrafung, sondern der Erziehungsgedanke im Vordergrund. In Betracht kommen deshalb in erster Linie erzieherische Weisungen und Auflagen im Sinne des Jugendstrafrechts.

Quellen: www.klicksafe.de, www.polizei-beratung.de

Wie Cybermobbing die Schule verändert

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