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19.01.2013
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Videobotschaft

Merkel ruft zum Französischlernen auf

DPA

Merkel bei Parisbesuch (2012): ""In bestimmten Fragen sehr unterschiedlich"

Die deutsch-französische Freundschaft ist auch 50 Jahre nach dem Élysée-Vertrag keine Selbstverständlichkeit, sagte Kanzlerin Angela Merkel. Für ein besseres Verständnis müsse man die Sprache des Nachbarlandes lernen.

Berlin - Zum 50. Jahrestag des Élysée-Vertrags zwischen Deutschland und Frankreich ruft Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu auf, die Sprache des jeweiligen Nachbarlands zu lernen. Dafür müsse viel mehr getan werden, auch wenn Englisch weltweit dominiere, sagte die CDU-Chefin in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast. "Ich glaube, man kann sich in beiden Ländern nicht gut wohlfühlen oder die Länder richtig verstehen, wenn man die Sprache nicht kann."

In Deutschland lernen weniger als drei von zehn Schülern Französisch in der Schule. Im Jahr 2010 lag der Anteil bei 27,3 Prozent, EU-weit sogar nur bei 23,2 Prozent. Die erste Fremdsprache ist in der Regel Englisch. Bei der zweiten Sprache entscheiden sich deutsche Schüler oft gegen Französisch. Sie pauken stattdessen Latein, Spanisch, Russisch oder Chinesisch.

Merkel wünscht sich, dass der deutsch-französische Jugendaustausch keine rein akademische Veranstaltung für Studenten ist, sondern dass auch viele junge Facharbeiter teilnehmen.

Zur freundschaftlichen Beziehung beider Staaten sagte Merkel, Frankreich sei bei aller Nähe "in bestimmten Fragen auch trotzdem noch sehr unterschiedlich" im Vergleich zu Deutschland. Das mache aber auch den Reiz aus: "Dass man immer diskutieren muss: Warum denken wir eigentlich anders bei bestimmten Fragestellungen? Und wenn wir dann zusammengekommen sind, dann ist meistens auch eine gute neue Lösung daraus entstanden."

Als wichtigstes Problem Europas sieht Merkel den Kampf gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit. Ihre Hauptaufgabe sei, alles zu versuchen, jungen Menschen wieder Chancen in Europa zu geben. "Denn sonst werden sie Europa nicht als ihre Heimat empfinden."

Am 22. Januar 1963 hatten der damalige Staatspräsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) den Freundschaftsvertrag im Pariser Élysée-Palast unterzeichnet. Er schuf die Voraussetzung dafür, dass zwei Länder, die sich über Jahrhunderte immer wieder bekriegt hatten, die wichtigsten Partner in Europa wurden. Auf der Grundlage des Elysée-Vertrages entwickelte sich ein dichtes grenzüberschreitendes Netz offizieller und gesellschaftlicher Kontakte.

hda/dapd

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