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05.02.2013
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Gewalt gegen Schülerin

Neunjährige krankenhausreif geprügelt

An einer Grundschule in Sachsen-Anhalt sollen Mitschüler eine Neunjährige auf dem Schulhof schwer misshandelt haben. Die Mutter sagt, die Lehrer hätten weggeschaut. In der Schule heißt es, die Pausenaufsicht habe keine Schlägerei bemerkt.

Wenn die Geschichte stimmt, ist sie ein haarsträubender Fall von Gewalt auf dem Pausenhof: Mehrere Jungen sollen ein neunjähriges Mädchen an einer Grundschule in Halberstadt in Sachsen-Anhalt brutal zusammengeschlagen haben und kein Erwachsener sei dazwischen gegangen. So erzählen es zumindest die Drittklässlerin und ihre Mutter. Die etwa gleichaltrigen Jungen hätten sie an einem Dienstagvormittag Mitte Januar gewürgt, ins Gesicht geschlagen und am Boden liegend getreten, sagte das Kind laut einem Bericht der "Magdeburger Volksstimme". "Ich habe geschrien, um Hilfe gerufen und gehofft, dass mir die Erwachsenen helfen."

Die Polizei in Halberstadt bestätigte nur, dass die Mutter am nächsten Tag fünf Jungen wegen Körperverletzung anzeigt hat. Eine Lehrerin sowie zwei pädagogische Mitarbeiterinnen der Schule beschuldigt die Mutter der unterlassenen Hilfeleistung. Ein ärztliches Attest habe Würgespuren am Hals, Prellungen im Gesicht und am Bauch, eine Gehirnerschütterung, eine Platzwunde am Hinterkopf und ausgerissene Haare bei der Neunjährigen diagnostiziert. Die Polizei nimmt den Fall ernst. Man vernehme derzeit Kinder und Mitarbeiter der Schule, sagte ein Sprecher am Dienstag. Außerdem werde geprüft, ob das Mädchen das Schulgelände während der Unterrichtszeit verlassen haben könnte.

Ob das Mädchen tatsächlich von seinen Mitschülern so übel zugerichtet wurde? Die Pausenaufsicht und die Schulleiterin könnten eine Schlägerei, wie sie das Kind beschreibt, nicht bestätigen, sagte der Sprecher des Kultusministeriums, Martin Hanusch. Auch sei nicht klar, ob es überhaupt Handgreiflichkeiten gegeben habe. Das Kind sei gegen 17 Uhr von der Schule abgeholt worden. Nach Angaben einer Mitarbeiterin, die die Schüler den Nachmittag über betreute, sei das Mädchen zu dem Zeitpunkt unversehrt gewesen.

Die Mutter sagte hingegen der "Magdeburger Volksstimme", das Gesicht ihrer Tochter sei geschwollen gewesen und sie seien sofort ins Krankenhaus gefahren. Die Ärzte hätten das Mädchen drei Tage lang dabehalten. "Das Kind war alles in allem schon ziemlich erheblich beeinträchtigt", zitiert das Blatt den Chefarzt der Unfallchirurgie.

Nun will das zuständige Schulamt untersuchen, ob die Lehrerin und die beiden pädagogischen Mitarbeiterinnen, die die Schüler in der Pause beaufsichtigen sollten, nicht richtig aufgepasst haben, sagte Ministeriumssprecher Hanusch. Sobald am Montag nach den Winterferien die Schule wieder losgeht, wolle man mit allen Beteiligten sprechen.

son

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insgesamt 25 Beiträge
1. !
mad_man_walking 05.02.2013
Wenn das alles so stimmt, wundert es mich nicht wirklich. Wegsehen hat immer Konjunktur.
Zitat von sysopAn einer Grundschule in Sachsen-Anhalt sollen Mitschüler eine Neunjährige auf dem Schulhof schwer misshandelt haben. Die Mutter sagt, die Lehrer hätten weggeschaut. In der Schule heißt es, die Pausenaufsicht habe keine Schlägerei bemerkt. Mädchen soll an Grundschule schwer verprügelt und verletzt worden sein - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/schulspiegel/maedchen-soll-an-grundschule-schwer-verpruegelt-und-verletzt-worden-sein-a-881661.html)
Wenn das alles so stimmt, wundert es mich nicht wirklich. Wegsehen hat immer Konjunktur.
2. Lehrer - wie üblich
quadraginti 05.02.2013
Dass Lehrer nichts unternommen haben ist doch klar: Es ist halt öffentlicher Dienst. Und ob die gut arbeiten oder schlecht: Das Gehalt kommt. Also: warum sollten sie einschreiten. Die *Schläge taten den Lehrern nicht weh*.
Dass Lehrer nichts unternommen haben ist doch klar: Es ist halt öffentlicher Dienst. Und ob die gut arbeiten oder schlecht: Das Gehalt kommt. Also: warum sollten sie einschreiten. Die *Schläge taten den Lehrern nicht weh*.
3. "Verwahrlosung"
rokitansky 05.02.2013
Wenn dieser Vorgang stimmt, beweist dies einmal mehr, dass in unserer "Gesellschaft" etwas schief läuft. Auch in Dreieich wurde ein zwölfjähriger brutal zusammengeschlagen. Ein 15jähriger wurde von einem gleichaltrigen [...]
Zitat von sysopAn einer Grundschule in Sachsen-Anhalt sollen Mitschüler eine Neunjährige auf dem Schulhof schwer misshandelt haben. Die Mutter sagt, die Lehrer hätten weggeschaut. In der Schule heißt es, die Pausenaufsicht habe keine Schlägerei bemerkt. Mädchen soll an Grundschule schwer verprügelt und verletzt worden sein - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/schulspiegel/maedchen-soll-an-grundschule-schwer-verpruegelt-und-verletzt-worden-sein-a-881661.html)
Wenn dieser Vorgang stimmt, beweist dies einmal mehr, dass in unserer "Gesellschaft" etwas schief läuft. Auch in Dreieich wurde ein zwölfjähriger brutal zusammengeschlagen. Ein 15jähriger wurde von einem gleichaltrigen über Monate erpreßt. Und dies sind keine Einzelfälle sondern zeigen eindringlich wie weit in Teilen der "Gesellschaft" die Verwahrlosung fortgeschritten ist. Ich hoffe, dass insbeondere die Verleumder und Verunglimpfer der "Heimchen am Herd" ins Grübeln kommen, genauso die Verharmloser der brutalen Videospiele so iwe bei Plasberg der Piratenfuzzi verharmlost hat.
4. Verharmloser
rokitansky 05.02.2013
Schuld ist die Verwahrlosung der "Gesellschaft" und das Negieren traditioneller Werte. Außerdem tragen wesentlich die Verharmloser der brutalen Videospiele eine Mitschuld wie dieser Fraktionsvorsitzende der Piraten im [...]
Zitat von quadragintiDass Lehrer nichts unternommen haben ist doch klar: Es ist halt öffentlicher Dienst. Und ob die gut arbeiten oder schlecht: Das Gehalt kommt. Also: warum sollten sie einschreiten. Die *Schläge taten den Lehrern nicht weh*.
Schuld ist die Verwahrlosung der "Gesellschaft" und das Negieren traditioneller Werte. Außerdem tragen wesentlich die Verharmloser der brutalen Videospiele eine Mitschuld wie dieser Fraktionsvorsitzende der Piraten im Berliner Abgeordnetenhaus, der bei Plasberg eine niederschmetternde Figur ab gab: Christopher Lauer, der von Frau Bleckmann zum Schluß so richtig abgewatscht wurde.
5. winterferien?!
tobikell 05.02.2013
Am Montag nach den Winterferien sprechen alle Beteiligten darüber? Mitte Februar?
Am Montag nach den Winterferien sprechen alle Beteiligten darüber? Mitte Februar?

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