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20.12.2009
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14-jährige Holländerin

Weltumseglerin Laura Dekker verschwunden

Sie wollte mit ihren 14 Jahren als jüngste Seglerin allein die Welt umrunden - doch die Behörden verboten es ihr: Nun ist Laura Dekker verschwunden. Nach dem Mädchen wird international gesucht. Machte sich die Schülerin etwa verbotenerweise mit ihrem Segelboot auf den Weg?

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Laura Dekker: Teenie-Seglerin in der Karibik entdeckt

Amsterdam - Laura Dekker wollte partout allein rund um den Globus segeln. Doch niederländische Familienrichter durchkreuzten ihren Rekordversuch. Frühestens im Sommer 2010 dürfe die erst 14-Jährige in See stechen, entschieden sie. Der Trubel um das Mädchen, dessen Vater es bei dem Vorhaben immer unterstützt und dadurch für großes Aufsehen gesorgt hatte, legte sich.

Nun ist Laura Dekker verschwunden. Ein Verwandter habe sie am Freitag als vermisst gemeldet, bestätigte die niederländische Polizei am Sonntag.

Ob das Mädchen insgeheim zu seinem von den Behörden verbotenen Rekordversuch einer Alleinumseglung der Erde als bislang jüngster Mensch aufgebrochen ist, sei nicht bekannt, sagte ein Sprecher. Inzwischen sei eine internationale Suchaktion gestartet worden.

Niederländische Zeitungen berichten, dass die 14-Jährige am Donnerstag 3500 Euro von ihrem Konto abgehoben habe und danach nicht mehr zu ihrem Vater zurückgekehrt sei, bei dem sie bislang wohnte. Ihr Verhalten habe mit dem vom Gericht verhängten Verbot zu tun, heißt es. Laura sei seelisch in eine "negative Spirale" geraten, erklärte jetzt ein Familiensprecher. "Sie hatte das Gefühl, dass alle gegen sie waren. Was immer wir sagten, sie glaubte nicht daran, dass man ihr die Weltumseglung doch noch erlauben würde." Ihr Verschwinden sei für die Familie dennoch völlig überraschend, versicherte der Sprecher. "Das sieht nach einer Ein- oder Zwei-Personen-Aktion aus."

Das Familiengericht hatte Ende Oktober angeordnet, dass Laura noch mindestens bis zum 1. Juli unter der Vormundschaft des Amtes für Kinderschutz bleiben muss. Sie durfte aber weiter bei ihrem Vater wohnen, der ihre geplante Weltreise gut hieß. Das Gericht hatte Lauras geschiedenen Eltern ausdrücklich untersagt, das Mädchen in See stechen zu lassen. Als Hauptgrund gab es an, dass ein so schwieriger Solo-Segeltörn derzeit noch "Lauras Gesundheit und ihre geistige Entwicklung gefährden" könne.

Das Erziehungsrecht von Lauras Eltern ist laut Gerichtsbeschluss bis zum 1. Juli eingeschränkt. Die amtliche Vormundschaft soll dafür sorgen, dass genug Zeit ist "zu prüfen, ob die Reise ausreichend vorbereitet ist, und zu überwachen, dass Laura nicht auf unverantwortliche Weise startet".

jjc/dpa/AP

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