13.10.2010
Erpressungsversuch
Junger Hacker legt Schulserver lahm
Nichts ging mehr: Ein 16-Jähriger blockierte die Web-Seite seiner ehemaligen Schule
Ein 16-jähriger Schüler aus dem Kreis Gütersloh hatte sich in die Webseite seiner ehemaligen Schule gehackt und dort den Server blockiert. Nach dem Sabotageangriff war die Schule über das Internet nicht mehr erreichbar.
Neben einem großen Wissen über sogenannte DoS-Angriffe, bei dem die Dienste eines Servers mit einer größeren Anzahl Anfragen blockiert werden, verfügte der 16-jähriger Schüler anscheinend auch über ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Per E-Mail verlangte er von der Schulleitung 200 Euro für die Einstellung der Internet-Attacke. Später erhöhte er auf 400 Euro.
Im Internet prahlte der Schüler schließlich damit, dass die Schule seinen Hacker-Angriff nicht verhindern könnte und auch die Polizei ihn nicht zu fassen kriege. Um seine technischen Fähigkeiten zu demonstrieren, stellte er die Angriffe kurzfristig ein, um sie dann wieder zu starten.
Dies schien allerdings auch die Bielefelder Polizei herauszufordern: Obwohl der Jugendliche zur Verschleierung ein Anonymisierungsdienst im Internet nutzte, gelang es den Beamten trotzdem in relativ kurzer Zeit, die Identität des Jungen zu ermitteln. Der geständige Schüler steht nach Polizeiangaben nun zusätzlich im Verdacht, mit fremden Kreditkarten eingekauft zu haben und mit seinen DoS-Angriffe noch drei weitere Internetauftritte erpresst zu haben.
Damit war allerdings die kriminelle Energie des 16-Jährigen noch nicht vorbei: Über Kleinanzeigen im Internet soll er iPhones zum Kauf angeboten haben, die er gar nicht besaß. Mehrere Menschen kauften zu vermeintlich günstigen Preisen bei ihm ein und bezahlten die Ware im Voraus. Die Polizei ermittelt nun gegen ihn wegen Computersabotage und versuchter Erpressung. Der Schüler muss außerdem mit erheblichen zivilrechtlichen Schadenersatzforderungen rechnen.
jon/dpa