23.02.2012
Deutschlands jüngste Dozentin
"Manchmal nimmt mich jemand im Auto mit"
UniSPIEGEL: Du hältst an der Uni Vorträge über ein kompliziertes Messgerät namens "Massenspektrometer". Wie bist du denn da hingeraten?
Lämmle: Naturwissenschaften fand ich immer schon spannend, und für ein "Jugend forscht"-Projekt habe ich mich sehr ausführlich mit dem Gerät beschäftigt. Bei einer Führung durch die Hochschule Biberach fiel mir dann im Labor ein tolles Massenspektrometer auf, das aber ein bisschen angestaubt war und offenbar nicht mehr benutzt wurde. Das fand ich schade.
UniSPIEGEL: Wieso das denn?
Lämmle: Das Gerät ist sehr interessant, das kann chemische Substanzen in seine Einzelteile zerlegen! Der Rektor sagte mir, dass der Dozent, der das Spektrometer sonst benutzte, die Hochschule verlassen habe. Dann bot er mir an, dass ich es für Messungen nutzen und in einem Workshop für Studenten erklären könnte. Tja, und jetzt mache ich das.
UniSPIEGEL: Ganz schön mutig.
Lämmle: Ach, es geht. In meiner Gruppe sind nur wenige Studenten, sechs oder sieben. Da muss ich nicht aufgeregt sein, die sind sehr nett zu mir. Für "Jugend forscht" zum Beispiel musste ich schon vor deutlich mehr Menschen sprechen. Das fand ich viel aufregender.
UniSPIEGEL: Deine Zuhörer sind einige Jahre älter als du. Nehmen die dich ernst?
Lämmle: Auf jeden Fall! Die trauen mir zu, dass ich weiß, was ich da erzähle, wir haben auch eher ein kumpelhaftes Verhältnis. Wir reden nicht nur übers Spektrometer, wir quatschen auch mal über private Sachen. Und manchmal nimmt mich auch jemand nach dem Workshop ein Stück im Auto mit. Das finde ich super, weil ich ja noch keinen Führerschein habe.
Das Interview führte Miriam Olbrisch

