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Wegen Vortäuschungsvortäuschung

DFB sperrt Werder-Verteidiger

Gerechtigkeit oder ein klassischer Fall von Bayern-Bonus?

Mittwoch, 20.04.2016   09:37 Uhr
Getty Images

Das nennt man perfide: Durch Sternbergs (2. v. l.) grobe Unsportlichkeit wirkt Vidal (liegend, aua!) wie ein Simulant.

Nur wenige Stunden nach dem ersten Pokalhalbfinale hat der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Bremer Verteidiger Janek Sternberg für zehn Pokalspiele gesperrt.

Hintergrund ist dessen extrem unfaires Verhalten vor dem Elfmeter in der 71. Spielminute, der zum letztlich entscheidenden 2:0 für den FC Bayern führte.

Ausschussvorsitzender Dr. Anton Nachreiner begründete die Strafe heute früh am SPAM-Reklamationstelefon: "Der Schiedsrichter entschied in dieser Situation ganz klar auf Strafstoß. Er traf damit eine eindeutige Tatsachenentscheidung. Doch obwohl zu einem Foulelfmeter selbstverständlich ein tatsächliches Foul im Strafraum gehört, hat der Spieler Sternberg diese Voraussetzung nicht geschaffen und den Spieler Vidal in keiner Weise berührt. Damit handelte er nicht nur regelwidrig, sondern auch charakterschwach."

Nach wiederholter Ansicht der besagten Szene schließt sich die SPAM-Redaktion dieser Auffassung an: Dadurch, dass Sternberg bei seiner Abwehraktion nicht präzise zum Mann beziehungsweise in dessen Knochen geht und ihn kein bisschen umsenst, sieht es für den Laien so aus, als würde der Münchner Spieler eine sogenannte Schwalbe begehen, ein Foul also nur vortäuschen.

Noch einmal Dr. Nachreiner: "Es ist grob unsportlich, durch verweigerten Körperkontakt eine grobe Unsportlichkeit des Gegners zu unterstellen. Hinzu kommt, dass dieses heimtückische Fehlverhalten bei Millionen Zuschauern den irrigen Eindruck erweckt, der Schiedsrichter hätte einen großen Fehler gemacht."

Der SV Werder Bremen hat das Urteil bereits akzeptiert.

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