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Sport
Ausgabe
9/2017

Sachsen

Gericht findet keine Zeit für rechtsextreme Ultras

Die Hooligangruppe Faust des Ostens terrorisiert Ausländer und Fußballfans, wird als rechtsextrem eingestuft. Seit Jahren verfolgen Ermittler die Gruppe. Doch zum Prozess kommt es nicht.

Robert Michael / picture alliance / ZB

FdO-Hoo­li­gans im Fanblock von Dy­na­mo Dres­den

Von Steffen Winter
Dienstag, 28.02.2017   11:42 Uhr

Schon das Gründungsdatum verhieß nichts Gutes. Am 20. April 2010, Hitlers 121. Geburtstag, besiegelten in der Dresdner Torwirtschaft junge Hooligans einen Bund. Sie sahen sich als "disziplinierten Haufen von 50 Mann, der nicht besoffen, sondern motiviert die Bullen wegknallt". Polizisten, westdeutsche Fußballfans und Ausländer erklärten sie zum Ziel ihrer Angriffe. Ihr Name: Faust des Ostens (FdO).

An der rechten Gesinnung der Gruppe aus dem Fan-Umfeld von Dynamo Dresden gibt es keinen Zweifel. Nach Erkenntnissen von Ermittlern grüßen sich die Mitglieder mit Hitlergruß, brüllen "Ruhm und Ehre!", beleidigen Ausländer als "Kanaken", "Polacken" und "Judenfotzen". Für Schlägereien üben sie sich gemeinsam im Kampfsport. Der Verfassungsschutz stuft die Truppe, die zeitweise bis zu hundert Mitglieder umfasst haben soll, als rechtsextrem ein.

Einen solchen Klub marodierender Ultras kann der Rechtsstaat nicht dulden. Nach wiederholten Übergriffen auf Ausländer im Land mahnte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) noch im vergangenen Jahr eindringlich: "Wir brauchen wieder einen starken Staat." Polizei und Justiz würden jetzt aufgestockt. Es müsse zügig zu Verurteilungen kommen.
Der Fall der radikalen FdO-Hooligans zeigt das Gegenteil. Seit nunmehr sieben Jahren verfolgen sächsische Ermittler die Umtriebe der rechtsextremen Gruppe. Bereits im Juli 2013 erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen mutmaßlich führende Köpfe, unter anderem wegen des Verdachts der Gründung einer kriminellen Vereinigung. Doch die Hooligans machen unbeirrt weiter, ein Prozesstermin ist bis heute nicht angesetzt. Warum?

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Aus dem SPIEGEL

Heft 9/2017
So gut/ schlecht geht es den Deutschen
Die Schulz-Debatte: Wie gerecht ist das Land?

insgesamt 4 Beiträge
Putenbuch 28.02.2017
1. Ein bisschen dünn...
für einen Bezahlartikel. Nach dem Zahlen kommt nichts Substantielles mehr, was man nicht auch vorher schon lesen konnte. Schwache Leistung, lieber Spiegel. Kann man sich sein Geld irgendwo wiederholen?
für einen Bezahlartikel. Nach dem Zahlen kommt nichts Substantielles mehr, was man nicht auch vorher schon lesen konnte. Schwache Leistung, lieber Spiegel. Kann man sich sein Geld irgendwo wiederholen?
amerlogk 28.02.2017
2. Failed State
Sachsen ist halt unser Republikseigener "failed state". Wir sollten das Grundgesetz anwenden, Sachsen auflösen und den umgebenden Bundesländern zuteilen Portionsweise. Ein Bundesland weniger und die Hoffnung, daß die [...]
Sachsen ist halt unser Republikseigener "failed state". Wir sollten das Grundgesetz anwenden, Sachsen auflösen und den umgebenden Bundesländern zuteilen Portionsweise. Ein Bundesland weniger und die Hoffnung, daß die besser funktionierenden Strukturen den rechten Sumpf trocken legen. (und ja, ich kann mir auch noch mehr Bundesländer Konsolidierung vorstellen)
Stäffelesrutscher 28.02.2017
3.
»Warum?« Vielleicht weil Sachsen mit großem Aufwand diejenigen verfolgt und kriminalisiert, die sich den Faschisten entgegenstellen? Weil System dahintersteckt? Welcher Südstaatenrichter hat denn weiße Lynchmörder [...]
»Warum?« Vielleicht weil Sachsen mit großem Aufwand diejenigen verfolgt und kriminalisiert, die sich den Faschisten entgegenstellen? Weil System dahintersteckt? Welcher Südstaatenrichter hat denn weiße Lynchmörder angemessen bestraft? Da musste erst die Nationalgarde kommen.
Winter.Schuby 01.03.2017
4. So wird das nichts mit dem Bezahlartikeln..............
Wirklich zu dünn für einen Bezahlartikel. Warum verhandelt das Gericht nicht ? Weil es eine andere noch ältere Anklage hat......tja, so geht es ziemlich allen Gerichten in Deutschland. Also was ist das Besondere ? Die 0,39 Cent [...]
Wirklich zu dünn für einen Bezahlartikel. Warum verhandelt das Gericht nicht ? Weil es eine andere noch ältere Anklage hat......tja, so geht es ziemlich allen Gerichten in Deutschland. Also was ist das Besondere ? Die 0,39 Cent für den Spiegel ? Zahle gerne für guten ausführlichen unabhängigen Journalismus. Dies ist aber ein bisschen Abzocke. (Kommentar SPON ? )

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