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Panorama
Ausgabe
9/2017

Gespaltenes Amerika

Warum eine Kellnerin 450 Dollar Trinkgeld bekam

Plötzlich auf feindlichem Gebiet: Der eingefleischte Trump-Fan Jason White und seine Kumpel gerieten in ein Lokal eingefleischter Trump-Gegner - und an die Kellnerin Rosalynd Harris. Eine bemerkenswerte Begegnung.

AFP

Leere Busboys-and-Poets-Filiale während einer Anti-Trump-Protestaktion

Von Uwe Buse
Mittwoch, 01.03.2017   20:37 Uhr

Eigentlich war die Reise von Jason White, Zahnarzt aus Texas, Verehrer von Donald Trump, bereits beendet, und sie war im Großen und Ganzen so verlaufen, wie er es erwartet hatte. Am Freitag hatte White vor dem Kapitol in Washington gestanden, um den Moment, in dem Trump den Amtseid leistet, nicht vor dem Fernseher, sondern vor Ort zu erleben. Am Samstag hatte White beobachtet, wie die Gegner von Donald Trump durch die Straßen von Washington zogen. Wild, unbeherrscht und obszön, so nahm er sie wahr. Der Tiefpunkt des Tages war die Begegnung mit einer kleinen Gruppe Demonstranten, die ein Kind dabeihatten. Dieses Kind versteckte sich hinter den Erwachsenen, und als es White und dessen Freunde mit ihren roten Trump-Caps sah, sagte das Kind: "Da sind noch mehr von denen" - und zeigte mit dem Finger auf den Zahnarzt, als wäre er ein unberechenbarer Irrer.

Nun, am Montag, war Jason White wieder auf dem Weg zum Flughafen. Was er in Washington erlebt hatte, bestätigte seine Sicht auf Amerika und die Amerikaner. Das Land teilt sich in Gut und Schlecht, und wer nicht dachte wie er, Jason White, stand auf der Seite der Schlechten. Bevor sie aus der Stadt herausfuhren, entschlossen sich White und seine Reisegruppe, noch etwas zu essen. Es war ein Entschluss mit unerwarteten Folgen.

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Aus dem SPIEGEL

Heft 9/2017
So gut/ schlecht geht es den Deutschen
Die Schulz-Debatte: Wie gerecht ist das Land?

insgesamt 3 Beiträge
aggro_aggro 01.03.2017
1. Inflation?
Wie sieht das eigentlich mit der Inflation in den USA aus? Immer wieder tauchen in amerikanischen Geschichten Beträge auf, die Europäer sprachlos machen. Ja, die Einkommensunterschiede sind in den USA größer, die Menschen [...]
Wie sieht das eigentlich mit der Inflation in den USA aus? Immer wieder tauchen in amerikanischen Geschichten Beträge auf, die Europäer sprachlos machen. Ja, die Einkommensunterschiede sind in den USA größer, die Menschen haben außerdem mehr netto vom brutto (was sie in Bereichen ausgeben müssen, die in Europa inkl. sind). Aber 450 Dollar Trinkgeld für ein politische Geste.... oder 2500 Dollar für einen Monat Kindergarten in New York... oder 16 Dollar für einen Smoothie in Malibu... oder Wohngeldzuschüsse für Arbeitnehmer mit sechsstelligem Gehalt in San Francisco... irgendwie scheinen Geldbeträge dort manchmal etwas anderes zu bedeuten als in Europa.
surtur 01.03.2017
2. Journalistische Freiheiten
Ich möchte jetzt nicht einen Artikel zerfleddern, der mit besten Absichten geschrieben wurde. Vor allem da die Botschaft durchaus Hoffnung gibt. Aber ich habe den Eindruck das der Autor an manchen Stellen die Tatsachen etwas [...]
Ich möchte jetzt nicht einen Artikel zerfleddern, der mit besten Absichten geschrieben wurde. Vor allem da die Botschaft durchaus Hoffnung gibt. Aber ich habe den Eindruck das der Autor an manchen Stellen die Tatsachen etwas "optimiert" hat. So schreibt er Beispielsweise: ,,...Was er in Washington erlebt hatte, bestätigte seine Sicht auf Amerika und die Amerikaner. Das Land teilt sich in Gut und Schlecht, und wer nicht dachte wie er, Jason White, stand auf der Seite der Schlechten....`` Wenn man sich aber die Abschnitte vorher anschaut und den Artikel in der Washington Post hat White ja eher die umgekehrte Erfahrung gemacht. Die Gegner von Trump waren die mit der Sicht, das sich das Land in Gut und Schlecht teilt und wer nicht denkt wie die Gegner von Trump, steht auf der Seite der Schlechten. Weiter geht es mit dem letzten Abschnitt: ,,...Die Summe versteht Jason White auch als Ermahnung an Trump, von einem seiner Unterstützer. Trump soll sich Andersdenkenden gegenüber anständig verhalten...`` Das findet sich in keiner mir verfügbaren Quelle. Auch nicht in der Washington Post, die ja immerhin ein Interview mit White geführt hat. Das einzige was White erwähnt ist, dass er nicht komplett mit Trumps Rhetorik übereinstimmt und Trump seiner Meinung nach zu oft unüberlegte Aussagen macht. Alles in allem habe ich bei dem Artikel den Eindruck, dass er (künstlich) die Botschaft vermitteln möchte, dass ein sturer, mit Vorurteilen beladener, Trump Beführworter von einer charmanten Kellnerin eines besseren belehrt und geläutert wurde und voller Dankbarkeit eine exorbitantes Trinkgeld gegeben hat. Dabei dürfte es eher so gewesen sein, dass die Realität (marodierende Demonstranten in Washington) Jason Whites Befürchtungen über die Demonstranten bestätigt hat und eine Kellnerin in dazu gebracht hat wieder an das Gute in ihnen zu glauben. Die Ironie daran ist ja, dass die Kellnerin umunwunden zugibt, selber Vorurteile gegenüber White gehabt zu haben. Wer sich übrigens über den aktuellen Status der "Annäherung" informieren möchte kann sich die Diskussion unter der, im Artikel, verlinkten Meldung auf Twitter anschauen. Ich befürchte das politische Feld in den USA hat noch einen langen Weg vor sich.
epicentre 02.03.2017
3. Warum Geld ausgeben??
Der Artikel ist übernommen aus der Washington Post, wo er kostenlos abrufbar ist. Warum soll ich hier jetzt Geld ausgeben auf Spiegel online?
Der Artikel ist übernommen aus der Washington Post, wo er kostenlos abrufbar ist. Warum soll ich hier jetzt Geld ausgeben auf Spiegel online?

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