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Politik
Ausgabe
15/2017

Drohendes G20-Gipfel-Debakel

Hamburg rüstet sich zum Häuserkampf

Der G20-Gipfel in Hamburg könnte zum Desaster werden, Extremisten aus ganz Europa haben sich angekündigt. Die Polizei rechnet mit schweren Ausschreitungen. Warum findet das Treffen ausgerechnet mitten in einer Millionenmetropole statt?

REUTERS

Autonomes Zentrum Rote Flora im Hamburger Schanzenviertel: "Welcome to hell"

Von
Dienstag, 11.04.2017   07:21 Uhr

Die kleine Runde traf sich am 14. Februar bei Kanzleramtschef Peter Altmaier in Berlin. Sie sollte klären, ob die Sicherheitslage beim G20-Gipfel in Hamburg Anfang Juli wirklich beherrschbar ist oder das Treffen in einem Strudel der Gewalt enden könnte, mit blutigen Straßenschlachten im Zentrum der Hansestadt. Der Hamburger Einsatzleiter der Polizei, Hartmut Dudde, versprach: "Wir schaffen das." Das war, so wie Angela Merkels Diktum in der Flüchtlingskrise, ein mutiges Statement.

Denn tatsächlich ist der Gipfelort Hamburg für die Sicherheitsplaner ein Albtraum. Die Gegner bereiten seit Monaten ihren Protest vor. Zwar hält sich die Polizei offiziell noch zurück mit Prognosen, doch intern rechnet sie mit schweren Krawallen. Knapp 2000 gewaltbereite Demonstranten werden allein aus Deutschland erwartet, aus dem Rest Europas noch einmal mindestens genauso viele. Insgesamt könnten es 150.000 Demonstranten werden.

Krankenhäuser richten sich auf Massen von Verletzten ein, die Justiz sucht nach Richtern, die Haftbefehle ausstellen und über freiheitsentziehende Maßnahmen entscheiden. Geschäftsleute in der Innenstadt fragen sich, ob sie ihren Laden überhaupt öffnen können.

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(Derzeit wird die Einrichtung einer blauen Sicherheitszone erwogen, die sich auf weite Teile der Innenstadt erstrecken würde und in der Proteste untersagt sein sollen)

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Titelbild

Aus dem SPIEGEL

Heft 15/2017
Geheimakte Adenauer
Machtmissbrauch, Bestechung - und Spähangriffe gegen Willy Brandt

insgesamt 23 Beiträge
r.muck 11.04.2017
1. König-Kanzlerin
Der Wunsch Merkels in Hamburg dieses wenig effektive und ergebnisarme Treffen, im Grunde nur Schaulaufen zu veranstalten, lässt alle Bedenken in den Wind schießen. Der Wunsch der Königin ist gegen jegliche Vernunft Befehl. [...]
Der Wunsch Merkels in Hamburg dieses wenig effektive und ergebnisarme Treffen, im Grunde nur Schaulaufen zu veranstalten, lässt alle Bedenken in den Wind schießen. Der Wunsch der Königin ist gegen jegliche Vernunft Befehl. Verletzte oder gar getötete Polizisten, ein neuer Tiefpunkt Deutschlands in der weltöffentlichen Wahrnehmung - egal. Die immer mehr der Realität flüchtende Merkel wird langsam unkontrollierbar. Mit einigem Schrecken las ich, dass sie und die möchtegern eiserne Lady aus London, Trumps völkerrechtswidrige Handlungen unterstützen. Wie auch immer, Merkel muss das Zepter entwunden werden.
schmidthomas 11.04.2017
2. Sehr witzig.
Warum findet dieses Treffen ausgerechnet in einer Millionenmetropole statt? Das ist die falsche bzw. eine untergeordnete Frage. Die richtige und bedeutsamere Frage lautet: Wann unternehmen wir endlich etwas gegen den [...]
Warum findet dieses Treffen ausgerechnet in einer Millionenmetropole statt? Das ist die falsche bzw. eine untergeordnete Frage. Die richtige und bedeutsamere Frage lautet: Wann unternehmen wir endlich etwas gegen den antidemokratischen, gewalttätigen Linksextremismus? Warum werden die Gewaltorgien unterstützenden "NGO`s" und deren "Aktivisten" auch noch mit staatlichen Geldern, z.B. durch Frau Ministerien Schwesig gefördert? Hat man aus den EZB-Krawallen in FFM überhaupt nichts gelernt?
HARK 11.04.2017
3. Verrückte Idee?
Wer weiß, vielleicht steckt hinter der Idee, G20 in HH abzuhalten, ein perfider Plan: Es ist klar, dass die Chaoten aus der Flora (das sind im übrigen keine Linken, sondern Vollpfosten. Wann schreiben es endlich auch die [...]
Wer weiß, vielleicht steckt hinter der Idee, G20 in HH abzuhalten, ein perfider Plan: Es ist klar, dass die Chaoten aus der Flora (das sind im übrigen keine Linken, sondern Vollpfosten. Wann schreiben es endlich auch die Medien?) die Gelegenheit für ihr Spektakel nutzen werden. Um das ganze unter Kontrolle halten zu können, kann die Polizei gar nicht anders, als nicht zimperlich zu sein. Es wird eskalieren. Und wenn das Ergebnis lautet, dass am Ende des Tages die Rote Flora komplett baufällig ist, dann hat der G20-Gipfel zumindest ein Ergebnis gehabt. Im Zweifelsfall kann man ja dem Secret Service die Schuld in die Schuhe schieben. Und Präsident Trump wird sich sicher nicht zu schade sein, seine Leute dafür ausdrücklich zu loben. Sarkasmus Ende und Grüße von einem links-grün-versifften Gutmenschen.
flytogether 11.04.2017
4. Gegenüber den Bewohnern
ist das Abhalten eines G20 Gipfels eine Unverschämtheit. Hamburger Hoteliers reiben sich die Hände, der Steuerzahler zahlt die Überstunden der Polizei, der Autobesitzer die Beschädigungen an seinem Fahrzeug, der Hausbesitzer [...]
ist das Abhalten eines G20 Gipfels eine Unverschämtheit. Hamburger Hoteliers reiben sich die Hände, der Steuerzahler zahlt die Überstunden der Polizei, der Autobesitzer die Beschädigungen an seinem Fahrzeug, der Hausbesitzer die Schäden im Vorgarten usw. Und Herr Trump wird mit Sicherheit nicht den Fischmarkt besuchen, geschweige dass er überhaupt weiß wo Hbg ist. Hamburg? Where is it located ? In Asia or Africa? Dem ist es doch absolut egal wo der Gipfel stattfindet. Das nenne ich gelebte Demokratie. Danke
Freidenker10 11.04.2017
5.
Schon bezeichnend wie sich die " Führer der freien Welt" beschützen lassen müssen. Ich würde unseren ach so umjubelten Politikern empfehlen ihre Luxustreffen zukünftig auf einem Flugzeugträger abzuhalten, da [...]
Schon bezeichnend wie sich die " Führer der freien Welt" beschützen lassen müssen. Ich würde unseren ach so umjubelten Politikern empfehlen ihre Luxustreffen zukünftig auf einem Flugzeugträger abzuhalten, da müsste man sich auch nicht so vor den geliebten Bürgern schützen lassen müssen und die Grundrechte (?) müssten dann auch nicht ständig gebrochen werden! Als sich vor 200 Jahren Könige, Kaiser und Päpste getroffen haben wirds kein bisschen anders abgelaufen sein!
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