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Politik
Ausgabe
20/2017

Trumps USA

"Sie sind untauglich für die Einreise in die Vereinigten Staaten"

Prince Kojo Hilton aus Ghana war als Redner zu einem Afrikakongress in Los Angeles eingeladen. Doch sein Visumsantrag wurde in der US-Botschaft abgelehnt - und wie ihm erging es allen Teilnehmern aus Afrika. Warum?

Prince Kojo Hilton

Von
Donnerstag, 03.08.2017   11:09 Uhr

Der Tag, an dem Prince Kojo Hilton in den Sog von Donald Trumps Politik geriet, begann für ihn noch im Dunkeln. Er war früh aufgestanden an diesem Montag im März, gegen fünf Uhr. Er stand vor dem Spiegel in seinem Haus in Accra, der Hauptstadt Ghanas, kämmte sich den Bart, zog geputzte Schuhe an, ein traditionelles Hemd. Er sah wirklich unternehmerisch aus, fand er.

Er packte seine Dokumente zusammen, den Reisepass. Um sechs Uhr stieg er ins Taxi und machte sich auf den Weg zur US-amerikanischen Botschaft.

Klar, so Hilton, hatte er von Trumps Einreiseverbot für Bürger muslimischer Staaten gehört. Doch er hatte nichts zu befürchten, dachte er. Mehr als 70 Prozent der Menschen in Ghana sind Christen.

Hilton ist 35 Jahre alt, Sohn einer Näherin und ziemlich bekannt in seinem Land. Mit vier Jahren fing er an zu zeichnen, erst Cartoons, dann malte er Plakate von "James Bond"-Filmen ab und von seinem größten Kindheitshelden: Jean-Claude Van Damme. Seine Mutter sorgte sich, weil er in Bildwelten verschwand, statt Mathe-Hausaufgaben zu machen. Doch mit 15 Jahren bekam ihr Sohn erste Aufträge vom Staatstheater, als Kulissenmaler, und da hörte sie auf, sich um ihn zu sorgen. Heute trägt Hilton gern Herrenhüte und tritt in Fernsehshows auf, ein freundlicher Mann. Er arbeitet als Art-Direktor für Filme, als Bühnenbildner, dreht Musikvideos. 2014 entdeckten ihn die Macher der Netflix-Serie "Sense8" und engagierten ihn als Set-Designer. Das war sein größter Moment.

Dann kam die Einladung nach Amerika.

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Titelbild

Aus dem SPIEGEL

Heft 20/2017
Teurer Freund
Emmanuel Macron rettet Europa ... und Deutschland soll zahlen

insgesamt 5 Beiträge
JaguarCat 03.08.2017
1. Kongresse gehen auch woanders
Wenn die USA sich abschotten wollen, dann bittesehr. Solche Kongresse kann man auch in Europa oder Asien stattfinden lassen. Die Erkenntnisse daraus kommen dann auch zuerst diesen Ländern zugute und halt nicht mehr den USA.
Wenn die USA sich abschotten wollen, dann bittesehr. Solche Kongresse kann man auch in Europa oder Asien stattfinden lassen. Die Erkenntnisse daraus kommen dann auch zuerst diesen Ländern zugute und halt nicht mehr den USA.
larsmach 03.08.2017
2. Ausgerechnet Ghana..!
Ausgerechnet Ghana - das afrikanische Musterland in Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit usw., das Barack Obama seinerzeit (zu Recht!) zugunsten von Kenia besucht hat.
Ausgerechnet Ghana - das afrikanische Musterland in Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit usw., das Barack Obama seinerzeit (zu Recht!) zugunsten von Kenia besucht hat.
tomwessel85 03.08.2017
3.
Viele tun jetzt überrascht, aber im Gegensatz zu Deutschland ist die Einreise in die USA kein Menschenrecht.
Viele tun jetzt überrascht, aber im Gegensatz zu Deutschland ist die Einreise in die USA kein Menschenrecht.
donquixxote 03.08.2017
4. Leicht redet es sich als priviligierter Europäer
Wir Europäer haben ja fast keine Reisebeschränkung. In die USA kommen wir ohne Probleme für Kongresse oder Urlaub. Es mag Sie kalt lassen, dass es Menschen aus anderen Ländern nicht so ergeht; mich nciht. Es geht schon [...]
Zitat von tomwessel85Viele tun jetzt überrascht, aber im Gegensatz zu Deutschland ist die Einreise in die USA kein Menschenrecht.
Wir Europäer haben ja fast keine Reisebeschränkung. In die USA kommen wir ohne Probleme für Kongresse oder Urlaub. Es mag Sie kalt lassen, dass es Menschen aus anderen Ländern nicht so ergeht; mich nciht. Es geht schon an, dass ein jedes Land seine Bestimmungen hat für die Einreise. Und das Menschen aus Entwicklungsländern mit einem Grundverdacht belegt werden, sie wollten im Reiseziel untertauchen, damit muss man leben. Aber wenn man alle nötigen Papiere vorlegt, die Beweisen, dass man ein reiches Leben als Kulturschaffender im eigenen Land hat und sowohl familiär als auch beruflich keine Interesse am Untertauchen besteht, dann sollte man auch die Möglichkeit haben zu einem Kongress zu fahren.Darum geht es in diesem Artikel. Um nichts anderes.
Stäffelesrutscher 03.08.2017
5.
Ich zerstöre ja ungern Ihre Vorurteile, aber auch Deutschland hat schon ausländischen Kongressteilnehmern das Visum verweigert. Das wird gerne aus politischen Gründen gemacht, wenn der verhinderte Gast etwas über deutsche [...]
Zitat von tomwessel85Viele tun jetzt überrascht, aber im Gegensatz zu Deutschland ist die Einreise in die USA kein Menschenrecht.
Ich zerstöre ja ungern Ihre Vorurteile, aber auch Deutschland hat schon ausländischen Kongressteilnehmern das Visum verweigert. Das wird gerne aus politischen Gründen gemacht, wenn der verhinderte Gast etwas über deutsche Verbrechen in aller Welt berichten könnte.

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