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Leben und Lernen
Ausgabe
30/2017

Bildungsmisere

Letzte Rettung: Internat

Nach Jahren der Krise gehen wieder mehr Kinder auf Internate. Die spezialisieren sich - als Eliteschmieden oder Notanker für Schüler mit Lernschwierigkeiten.

www.christopheberle.de

Internat Birklehof im Schwarzwald

Von Susan Djahangard
Dienstag, 25.07.2017   11:14 Uhr

Mit jedem Besucher, der durch das Metallportal läuft, steigt Wolfgang Tumulkas Laune. In der alten Markthalle beim Hamburger Hauptbahnhof will er Schüler und Eltern für Internate begeistern. An Ständen hinter ihm präsentieren Schulen ihre Angebote. Tumulka, Anzug, weißes Hemd, gegelte Haare, begrüßt jeden Neuankömmling mit Handschlag.

Vor fast 40 Jahren gründete er die Euro-Internatsberatung in München, an einem Samstag im April hilft er Familien in Hamburg, das passende Internat zu finden: der Mutter eines talentierten Fußballers, der 13-Jährigen, die unbedingt aufs Internat möchte. Und der Familie, die eine Schule mit Sprachprofil und Reitkursen sucht. Häufig sind Probleme mit den Kindern in der Pubertät oder auch eine Trennung der Eltern Gründe dafür, dass Väter und Mütter sich an Internate wenden.

Sind diese Schulen beliebt, läuft Tumulkas Geschäft. Auf einem Banner hinter ihm steht: "Das richtige Internat ist der Aufbruch in eine erfolgreiche Zukunft". Mittlerweile fällt es ihm wieder leichter, Eltern davon zu überzeugen.

In den vergangenen Jahren sah es für deutsche Internate nicht gut aus: Von Salem bis Louisenlund schwanden die Schüler. Der Verband Katholischer Internate und Tagesinternate verzeichnete von 2009 bis 2015 einen Rückgang um fast ein Drittel, an den Schulen der Internate Vereinigung, eines nicht konfessionellen Verbands, sanken die Schülerzahlen um ein Fünftel. Im Verband Evangelische Internate in Deutschland schlossen sieben Einrichtungen, rund 600 von etwa 3000 Plätzen fielen weg.

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Aus dem SPIEGEL

Heft 30/2017
Das Kartell
Audi, BMW, Mercedes, Porsche, VW - Enthüllt: Die heimlichen Absprachen der Autokonzerne

insgesamt 7 Beiträge
turbi 25.07.2017
1. Bildung wird immer mehr privat finanziert
Als Vater zweier Buben kann ich über das deutsche Schulsystem nur noch (verzweifelt) mit dem Kopf schütteln. Mittlerweile sind Privatschulen bzw. Internate auch für meine Frau und mich (beide Vollzeit-berufstätig) [...]
Als Vater zweier Buben kann ich über das deutsche Schulsystem nur noch (verzweifelt) mit dem Kopf schütteln. Mittlerweile sind Privatschulen bzw. Internate auch für meine Frau und mich (beide Vollzeit-berufstätig) nachdenkenswerte Lösungen/Alternativen. Das staatliche Bildungssystem ist offensichtlich überhaupt gar nicht daran interessiert, sich zu verbessern. Warum auch! Je mehr Kinder auf die Privat-Schulen gehen, umso weniger muß der deutsche Staat bzw. die öffentliche Hand in das staatliche Bildungssystem investieren und kann auch hier sparen. Dies geht mittlerweile über alle Schulformen. Besonders krass zu sehen an den Studenten. Früher wurde die Ausbildung zum Facharbeiter vom Arbeitgeber bezahlt. Heute muss man für viele Stellen schon studieren. Wer bezahlt's? Die Studenten via Bafög oder die Eltern der Studenten. Wir erleben immer mehr eine Verlagerung der Finanzierung der Bildung der Kinder weg vom Staat bzw. von den Arbeitgebern und hin zu den Eltern bzw. zu den Kindern.
stefanbodensee 25.07.2017
2. Alles ?
Also für diesen Kurzartikel mit eher oberflächlichen Infos 39 Cent zu nehmen, finde ich etwas teuer. Bitte zukünftig nur dann mit Spiegel Plus auspreisen, wenn auch adäquate Masse dahintersteckt - und nicht nur ein paar [...]
Also für diesen Kurzartikel mit eher oberflächlichen Infos 39 Cent zu nehmen, finde ich etwas teuer. Bitte zukünftig nur dann mit Spiegel Plus auspreisen, wenn auch adäquate Masse dahintersteckt - und nicht nur ein paar oberflächliche Absätze.
tullrich 25.07.2017
3.
Ich vermute, es gibt noch einen anderen, nicht genannten, Grund, warum Eltern ihre Kinder auf - gerne auch christliche oder katholische - Internate schicken anstatt auf staatliche Schulen.
Ich vermute, es gibt noch einen anderen, nicht genannten, Grund, warum Eltern ihre Kinder auf - gerne auch christliche oder katholische - Internate schicken anstatt auf staatliche Schulen.
MPS 25.07.2017
4. Ging mir wie #2
Interessant, denke ich, kaufe den Artikel, mache eine Tasse Kaffee - und schwups, schon nach dem ersten. Schluck bin ich um 2 Informationen reicher und um 39 Cent ärmer;-)
Interessant, denke ich, kaufe den Artikel, mache eine Tasse Kaffee - und schwups, schon nach dem ersten. Schluck bin ich um 2 Informationen reicher und um 39 Cent ärmer;-)
gammoncrack 25.07.2017
5. Also SPON, das war mal ganichts.
Da schließe ich mich den 2 Vorschreibern gerne an. Interessantes Thema auch für mich, der ich in den 60-er Jahren 3 Internate beglückt habe. Kirche, letzte Chance und Nobel. Für das letzte Internat zahle ich seit Jahren aus [...]
Da schließe ich mich den 2 Vorschreibern gerne an. Interessantes Thema auch für mich, der ich in den 60-er Jahren 3 Internate beglückt habe. Kirche, letzte Chance und Nobel. Für das letzte Internat zahle ich seit Jahren aus Dankbarkeit einen jährlichen Obulus zur Finanzierung möglicher Stipendien. Der Artikel gibt wirklich nichts her, außer eine Minderung meines Kontostandes.

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