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Politik
Ausgabe
32/2017

SPIEGEL-Leitartikel

Humanität hat Grenzen

Kanzlerin Merkel ist es in der Flüchtlingskrise nicht gelungen, Menschlichkeit und politische Vernunft zu vereinen. Dabei könnte Deutschland zeigen, dass beides möglich ist.

ullstein bild

Geretteter Flüchtling

Von
Freitag, 04.08.2017   18:16 Uhr

Als Angela Merkel vor gut einem Jahr gefragt wurde, was geschieht, wenn der Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer wieder anschwillt, sagte sie nicht, dass Deutschland selbstverständlich zu helfen bereit sei; sie kündigte nicht an, dass die Regierung wieder Sonderzüge auf den Weg bringt und Turnhallen räumt. Sondern sie sagte: "Dann macht Österreich den Brenner dicht."

Es war ein erstaunlich nüchterner, ja kalter Satz, den Merkel vor den Fraktionschefs von CDU und CSU in Berlin sprach. Wahrscheinlich wäre in der Flüchtlingskrise vieles anders gekommen, wenn Merkel von Anfang an jenen Pragmatismus an den Tag gelegt hätte, der sonst ihre Politik kennzeichnet.

Nichts hat Europa mehr auseinandergetrieben als die Verlogenheit, mit der die Debatte über die Flüchtlinge geführt wurde. Theoretisch sind sich alle einig, dass Europa des Problems nur Herr wird, wenn alle an einem Strang ziehen.

Aber Merkel hat im Flüchtlingsherbst 2015 einen hohen moralischen Ton gesetzt, den viele als Zumutung empfanden. Die Osteuropäer wiederum taten so, als sei allein das Ausrollen von Stacheldraht schon eine Lösung. Dieser Zwiespalt blockiert bis heute eine vernünftige Debatte. Doch diese ist dringend erforderlich.

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DPA

Angeschwemmte Leichname von Flüchtlingen in Libyen

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Aus dem SPIEGEL

Heft 32/2017
Ende Legende.
Wie Bundesregierung und Konzerne den Ruf der Auto-Nation Deutschland ruinieren

insgesamt 2 Beiträge
shooop 04.08.2017
1. Die Welt ist voll
Migration wird immer schwieriger, weil überall schon einer ist. Dabei ist Migration und Flucht zutiefst menschlich. Sollte unser Kontinent eines Tages zum Beispiel wegen Klimawandel etc. unbewohnbar werden, werden auch wir [...]
Migration wird immer schwieriger, weil überall schon einer ist. Dabei ist Migration und Flucht zutiefst menschlich. Sollte unser Kontinent eines Tages zum Beispiel wegen Klimawandel etc. unbewohnbar werden, werden auch wir Europäer wieder flüchten. Das sollten wir immer bedenken. Ich denke, die Lösung ist international. Auf Ebene der UNO müssten Kontingente in ALLEN Ländern ausgehandelt werden, um den Teil der Flüchtlinge global zu verteilen, der nicht vor Ort versorgbar ist. Die Wahl des Landes sollte dabei nicht in der Hand der Geflüchteten liegen, um solche Überlastungen wie in Deutschland zu vermeiden. In der Region selbst muss die internationale Gemeinschaft dafür sorgen, dass die regional geflüchteten ok versorgt sind. Vor diesem Hintergrund kommt zum Beispiel auch die (Nicht)Steuerzahlungen internationaler milliardenschwerer Konzerne eine Bedeutung zu - dort fehlen nämlich die Gelder.
Havel Pavel 05.08.2017
2. Zuerst sind immer die Regierungen für ihr Volk verantwortlich!
Warum solle ausgerechnet immer die Länder die verantwortungsvoll mit ihrer Besiedlungs- und Versorgungspolitik umgehen immer die Fehler von Feudalregierungen oder geistig verblendeter und fehlgeleiteter Völker ausbaden. Auf [...]
Warum solle ausgerechnet immer die Länder die verantwortungsvoll mit ihrer Besiedlungs- und Versorgungspolitik umgehen immer die Fehler von Feudalregierungen oder geistig verblendeter und fehlgeleiteter Völker ausbaden. Auf Dauer wird das niemals gutgehen, da die Fehler, insbesondere hinsichtlich der Bevölkerungsexplosion bei gleichzeitiger Verschlechterung der Versorgungssituation, sich stetig beschleunigen und die Zahl der dieser Situation entfliehenden Menschen ins Unermessliche ansteigen wird. Hier hilft nur eine radikale Veränderung in den betreffenden Ländern anzustossen, um auf eine überschaubare Zahl des Bevölkerungswachstums zu gelangen. Denn wenn es weiterhin sich so vollzieht, das in vielen Ländern eine Frau ein Dutzend oder mehr Kinder zur Welt bringt, werden diese Länder niemals der Armutsfalle entkommen können, sondern immer mehr in Not geraten und damit auch immer mehr Menschen zur Flucht bewegen, vorzugsweise natürlich nach Europa, weil man von dort schon lebenden Bekannten viel Gutes berichtet wird. Ist man erst einmal hier angelangt, so hat man für den Rest seines Lebens garantiert ausgesorgt.

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