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Politik
Ausgabe
36/2017

Islamisten in Deutschland

Schlächter von Tabka

Fahnder sind einer Terrorgruppe auf der Spur: Ihre Mitglieder mordeten in Syrien und tauchten dann als Flüchtlinge in Deutschland unter. Etwa 25 Verdächtige sind identifiziert - wo stecken die anderen?

Kampfeinheit Liwa Owais al-Qarni beim Verlassen von Tabka 2013: "Den Rest besorgt"

Von und
Samstag, 02.09.2017   07:40 Uhr

Was er in Syrien getan hatte, würde ihn auch in Deutschland verfolgen, so viel wurde Abdul Jawad al-K. bald klar, nachdem er im Oktober 2014 in Bremen angekommen war. Er hatte in Deutschland Landsleute getroffen, und sie wussten um seine Vergangenheit. "Bei Gott", schrieb al-K. über WhatsApp einem Bekannten, "sie erinnerten sich an Details, die ich selbst vergessen hatte."

Dazu gehören die grausamen Einzelheiten eines Massakers auf einem Müllplatz nahe der syrischen Stadt Tabka. Im März 2013 soll al-K. dort zusammen mit Gleichgesinnten 36 Polizisten, Verwaltungsangestellte und Milizionäre des Assad-Regimes getötet haben, auf bestialische Weise. "Sie haben sie halb geköpft und du hast den Rest besorgt", hielten die syrischen Landsleute al-K. vor. Er war damals Kommandeur einer Kampfeinheit der islamistischen Nusra-Front.

Die Enthauptungen auf der Müllkippe werden demnächst Thema vor dem Oberlandesgericht Stuttgart. Ende September beginnt dort der Prozess gegen al-K. und weitere mutmaßliche Mittäter. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor, Kriegsverbrechen und 36-fachen Mord.

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Aus dem SPIEGEL

Heft 36/2017
Aufwachen!
Der Kampf ums Kanzleramt: Worum es geht. Wer es kann.

insgesamt 7 Beiträge
steueragent 02.09.2017
1. Das ist höchst beunruhigend.
Andererseits muss man auch sagen, nach dem zweiten Weltkrieg kamen auch etliche Soldaten zurück, die an Kriegsverbrechen beteiligt waren. Ich glaube, in einem Krieg kann man ganz schnell falsche Dinge tun, das liegt in der Natur [...]
Andererseits muss man auch sagen, nach dem zweiten Weltkrieg kamen auch etliche Soldaten zurück, die an Kriegsverbrechen beteiligt waren. Ich glaube, in einem Krieg kann man ganz schnell falsche Dinge tun, das liegt in der Natur der Sache.
Zappa_forever 02.09.2017
2. Hat nicht...
..irgendeine führende Person der Politik behauptet unter den Flüchtlinge seien keine Terroristen oder schwaren Schafe. Jetzt haben wir den Salat. Kriegsverbrecher sind hier wahrscheinlich haufenweise und es ist - qua [...]
..irgendeine führende Person der Politik behauptet unter den Flüchtlinge seien keine Terroristen oder schwaren Schafe. Jetzt haben wir den Salat. Kriegsverbrecher sind hier wahrscheinlich haufenweise und es ist - qua Sozialisation in einer dirch und durch konservativ-patriarchalischen Gesellschaft - kaum zu erwarten, dass sie hier auf einmal ihre sanfte besonnene Seite entdecken. Aber wir schaffen das ja. Es ist zum...
Worldwatch 02.09.2017
3. Wie viele Identitaeten?
Schlaechter und Mörder-Schergen wie Terroristen können in Deutschland im Dokumentenwirrwarr prima untertauchen. Einem Bericht des ZDF zum Thema 'Falsche Identität, falsche Ausweispapiere' zu Folge, halten sich in der [...]
Schlaechter und Mörder-Schergen wie Terroristen können in Deutschland im Dokumentenwirrwarr prima untertauchen. Einem Bericht des ZDF zum Thema 'Falsche Identität, falsche Ausweispapiere' zu Folge, halten sich in der Bundesrepublik allein hunderttausende, ggf. millionen von Ausländern mit gefälschten Identitäten auf. Und nur wenige Gemeinden haben Dokumenten-Pruefgeraete. So ist es leicht für o.g. Verbrecher unterzutauchen. Erst einmal in einer Gemeinde registriert, ist der "Persilschein", mit neuer Identität, nahezu perfekt. Original Ausweispapiere, auch zu EU Mitgliedsstaaten, gibt's auf den entsprechenden Basaren in Türkei, Middle East, u.w.m., je nach "Wunschland" und Qualität, zwischen wenigen hundert bis ein paar tausend Euro.
jamguy 02.09.2017
4.
nur das Die absolut nicht nach hause zurück kommen und wohl auch nicht zurück nach hause können.
Zitat von steueragentAndererseits muss man auch sagen, nach dem zweiten Weltkrieg kamen auch etliche Soldaten zurück, die an Kriegsverbrechen beteiligt waren. Ich glaube, in einem Krieg kann man ganz schnell falsche Dinge tun, das liegt in der Natur der Sache.
nur das Die absolut nicht nach hause zurück kommen und wohl auch nicht zurück nach hause können.
kumi-ori 02.09.2017
5.
Tabqa ist mittlerweile befreit. Insofern sehe ich keinen Grund, waurm man diese Personen nicht an die kurdischen Behörden überstellen sollte.
Tabqa ist mittlerweile befreit. Insofern sehe ich keinen Grund, waurm man diese Personen nicht an die kurdischen Behörden überstellen sollte.

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