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DER SPIEGEL

Riskanter FDP-Plan

Darum sollte der Staat seine Telekom-Anteile nicht verkaufen

Die Liberalen wollen die Anteile des Bundes an der Telekom verkaufen, um ein Glasfasernetz in Deutschland aufzubauen. Doch der Plan birgt erhebliche Gefahren.

DPA
Eine Analyse von
Montag, 06.11.2017   03:45 Uhr

Es klingt so einfach und so überaus plausibel, was sich die FDP und ihr Spitzenmann Christian Lindner in Sachen Breitbandausbau ausgedacht haben: Mehr als 20 Jahre nach dem Börsengang der Deutschen Telekom AG halte der Staat noch immer ein knappes Drittel aller Aktien des Bonner Konzerns. Diese Papiere, fordern die Liberalen, könne die Bundesregierung nun endlich verkaufen.

Das wäre aus ihrer Sicht nicht nur ordnungspolitisch ein richtiger Schritt, weil der Bund seit Jahren im Verdacht steht, dem eigenen Unternehmen bei Verordnungen und Gesetzen Vorteile gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen. Für die Erlöse des Aktienverkaufs in Höhe von geschätzt rund 23 Milliarden Euro gäbe es eine sinnvolle Verwendung: Das Geld könne in den notwendigen Ausbau schneller Glasfasernetze gesteckt werden.

Auch die Grünen, die mit liberalen Wirtschaftsplänen in vielen Bereichen sonst erhebliche Probleme haben, können sich mit dem Gedanken anfreunden. Der Plan habe Charme, loben Mitglieder der grünen Verhandlungstruppe in Berlin offen.

Das stimmt jedoch nur auf den ersten Blick. Denn der Verkauf des Anteils birgt erhebliche Gefahren. Fast 21 Jahre nach ihrem spektakulären Börsengang ist die Deutsche Telekom in schlechter Verfassung.

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insgesamt 10 Beiträge
OhMyGosh 06.11.2017
1. FDP und Grüne
scheinen im günstigsten Fall nicht zu wissen, welche Folgen ein Verkauf des Aktienpaketes zeitigen könnte. Allein das disqualifiziert beide bereits für eine mögliche Regierungsbeteiligung. Wenn sie es aber wissen und schnöde [...]
scheinen im günstigsten Fall nicht zu wissen, welche Folgen ein Verkauf des Aktienpaketes zeitigen könnte. Allein das disqualifiziert beide bereits für eine mögliche Regierungsbeteiligung. Wenn sie es aber wissen und schnöde einkalkulieren, sind sie schlichtweg gewissenlos. Dann gehören erst recht dorthin, wo die Sonne nicht scheint. Aber nicht auf eine Regierungsbank. Armes Deutschland.
ayee 06.11.2017
2. Weg damit
Die Anteile gehören verkauft, ganz einfach der Fairness wegen. Oder alternativ sollte der Bund Anteile an allen anderen Telekomanbietern Deutschlands erwerben. Und wer den Untergang der Telekom prophezeit, nur weil Anteile von [...]
Die Anteile gehören verkauft, ganz einfach der Fairness wegen. Oder alternativ sollte der Bund Anteile an allen anderen Telekomanbietern Deutschlands erwerben. Und wer den Untergang der Telekom prophezeit, nur weil Anteile von einer Hand in eine andere gehen, hat wirklich Null Ahnung. Sowas passiert täglich an der Börse ohne entsprechende Auswirkungen. Welches Interesse hätte denn ein Investor daran? Also außer die Telekom besitzt wahnsinnig wertvolle Anlagen, die sich schnell zu Geld machen, was aber eher nicht der Fall ist. Deshalb, der Staat sollte die Aktien abstoßen, nicht auf einen Schlag, aber scheibchenweise. Der Interessenskonflikt lässt sich nunmal nicht anders auflösen. Und entweder wir wollen Wettbewerb auf dem Sektor oder eben nicht. Das Zwischending wie aktuell ist Murks.
gunpot 06.11.2017
3. Na, dann wissen wir ja,
dass für das Glasfasernetz Geld vorhanden ist. Warum nur soll der Staat die Kosten dafür tragen? Tut er ja auch nicht in Ländern, die nicht so entwickelt sind wie D, die aber solche Netze schon haben. Warum hat man nur so eine [...]
dass für das Glasfasernetz Geld vorhanden ist. Warum nur soll der Staat die Kosten dafür tragen? Tut er ja auch nicht in Ländern, die nicht so entwickelt sind wie D, die aber solche Netze schon haben. Warum hat man nur so eine Furcht, diese Investitionen den privaten Betreibern zu überlassen. Ausschreibungen würden noch einmal zusätzlich Gelder in die Bundeskasse spülen. Der Bund sollte sich auch von Lufthansa und Telekom trennen. Bei Telekom sollte aber erst eine Kurspflege der Aktie stattfinden. Vielleicht ab 25 Euro pro Stück verkaufen.
neurobi 06.11.2017
4.
Bis heute verhält sich die Regierung gegenüber der Telekom, wie der Betreuer einer Jugendfußballmannschaft, der ein Spiel seiner eigenen Mannschaft pfeift, weil der Schiri nicht gekommen ist. Um nicht in den Verdacht zu geraten [...]
Bis heute verhält sich die Regierung gegenüber der Telekom, wie der Betreuer einer Jugendfußballmannschaft, der ein Spiel seiner eigenen Mannschaft pfeift, weil der Schiri nicht gekommen ist. Um nicht in den Verdacht zu geraten das eigene Team zu bevorteilen, pfeift er konsequent gegen dieses. Wenn die neue Regierung flächendeckend schnelles Internet will, dann muss sie die Regulierung beenden und es auch der Telekom erlauben mit Investitionen Gewinne zu machen. Und es sollte mit statt Geld Verpflichtungen geben, was den Ausbau angeht. Der Bund sollte die Anteile halten, um den Standort zu stärken. Hamburg hat das mit Beteiligungen erfolgreich vorgemacht Und es sollte Einfluß auf das Unternehmen ausüben und die Renditeerwartung nicht an die erste Stelle setzen.
Besser_Meyer 06.11.2017
5. Nichts gelernt
Die gleichen unsinnigen FDP-Vorschläge wie immer. Tafelsilber verkaufen und kurzfristig Kasse machen. Das die Telekomm seit Jahren gute Dividenden abwirft, dran denkt keiner. Das dem Stadt dann Steuerungsmöglichkeiten verloren [...]
Die gleichen unsinnigen FDP-Vorschläge wie immer. Tafelsilber verkaufen und kurzfristig Kasse machen. Das die Telekomm seit Jahren gute Dividenden abwirft, dran denkt keiner. Das dem Stadt dann Steuerungsmöglichkeiten verloren gehen ist erwünscht. Hirnlos.

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